Allgemeine Berichte | 10.09.2026, 10:09 Uhr

Barweiler Wallfahrt Jubiläum

300 Jahre Lilienwunder-Wallfahrt

Die Zelebranten des Gottesdienstes
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Barweiler. Eine Marienstatue im Eifelort Barweiler zieht auch nach 300 Jahren noch jedes Jahr eine große Schar von Wallfahrern an, denn hier soll sich das „Lilienwunder“ zugetragen haben: 1726 schmückten Mädchen aus dem Ort die Statue in der Kirche mit einer lebenden Lilie, die zunächst verdorrte, dann aber just zum Fest Mariä Geburt am 8. September erneut gegrünt und geblüht haben soll. Seither gilt Barweiler als Gnadenort und Anziehungspunkt für Pilgerinnen und Pilger, die zur „Lieben Frau mit der Lilie – Königin des Friedens“ kommen. Zum Auftakt der Wallfahrtszeit und anlässlich des Jubiläums hat Bischof Stephan Ackermann einen Festgottesdienst mit den Gläubigen gefeiert. Zusätzlich fand die Einweihung eines Informationssystems zur Pfarrkirche Barweiler als Kulturort statt.

Das Wallfahrtsjubiläum wird in mehrfacher Hinsicht gewürdigt: durch den Festgottesdienst, durch das von Kantor Manuel Bleuel (Frankfurt am Main) stammende Wallfahrtslied „Maria, lass auch mir eine Lilie blühen“ und durch ein Wallfahrtsgebet aus der Feder von Kooperator Pfarrer Andreas Paul (Adenau). Außerdem wurde die Station „Pfarrkirche St. Gertrud als Kulturort in der Pfarrei Adenauer Land“ eingeweiht. Noch bis zum 4. Oktober finden Sondergottesdienste, Pilgerangebote und eine Lichterprozession statt.

In seiner Predigt ging Bischof Ackermann auf das Motto der Jubiläumswallfahrt ein, das aus den Vorschlägen der Pilger des Vorjahres gebildet worden war: Gemeinschaft, Hoffnung, Dankbarkeit. „Ich stehe hier nicht allein“, erklärte der Bischof mit Blick auf die Anwesenden und all jene ungezählten Barweiler-Pilger der vergangenen drei Jahrhunderte. Gerade in der heutigen Zeit der Glaubensentfremdung sei Gemeinschaft besonders wertvoll und gebe Geborgenheit, sagte Ackermann. Wenn Pilger mit der Hoffnung auf Heilung oder auf Hilfe in schwierigen Situationen hierher kämen, gebe es zwar kein Versprechen, dass ihre Gebete eins zu eins erhört würden. Doch sei das tiefste Anliegen des Betens, Gottes Nähe zu spüren. Er zitierte den großen Beter und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer: „Das Gebet ersetzt keine Tat, aber es ist eine Tat, die durch nichts zu ersetzen ist.“

An der Seite des Bischofs am Altar standen Dekan Rainer Justen sowie die Kooperatoren Andreas Paul und Antony Richard. Zu einem berührenden Moment gestaltete sich Justens Dank an den von Bernd Prämassing geleiteten örtlichen Kirchenchor, der vor 35 Jahren gegründet worden war und in diesem Pontifikalamt seinen letzten Auftritt hatte – „aus Mangel an Nachwuchs – wie landauf, landab“, bedauerte Justen.

Nach dem Gottesdienst segnete Bischof Ackermann vor dem Hauptportal der Kirche Stelen mit Informationen und QR-Codes ein. Das Projekt mache Schätze der Pfarrei Adenauer Land sichtbar und hörbar, erläuterte Pfarrer Andreas Paul als Initiator. „Mehr als 30 Kirchen und Kapellen würden erfasst, denn sie seien „mehr als Steine“. Vielmehr seien sie Erinnerungs- und Hoffnungsorte, an denen Menschen ihre Sorgen ablegten und ihre Freude teilten. Und genau dafür sei die Wallfahrtskirche Barweiler ein Beweis – seit 300 Jahren.

Alle Infos zur Barweilerwallfahrt bei der Pfarrei Adenauer Land unter www.pr-adenau-gerolstein.de.

Die Zelebranten des Gottesdienstes Foto: Brigitte Bettscheider

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