Allgemeine Berichte | 14.10.2015

Millenniumsgespräch in kühler Taufkapelle in Adenau

Angenehme Gesprächsatmosphäre

Millenniums-Runde (v.l.): Bernd Schiffarth (ehemaliger Stadtbürgermeister von Adenau; Guido Nisius (Verbandsbürgermeister); Claudia Nisius; Matthias Beer (Gemeindeassistent; Rainer Schlömp (Ortsbürgermeister Dümpelfeld); Adolf Jaax; Winfried Sander (Moderator); Wolfgang Schlagwein (Landtagsabgeordneter); Peter Nett (1. Beigeordneter der Stadt Adenau) Claudia Baur (Flüchtlingsbeauftragte in der Verbandsgemeinde Adenau), Bernhard Müller (Lehrer am Erich-Klausener-Gymnasium); Udo Stratmann (Kreistagsmitglied). W. Dreschers

Adenau. Die Katholische Kirche in Adenau hatte dankenswerterweise ihre Räumlichkeiten zu der Abschlussveranstaltung der UN-Millenniums-Aktivitäten der Verbandsgemeinde Adenau zur Verfügung gestellt.

Auf Einladung der Veranstalter trafen sich der Landtagsabgeordnete der Grünen, Wolfgang Schlagwein, und Bernhard Müller vom Erich-Klausener-Gymnasium zum Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern. Nicht zuletzt auf die engagierten Bemühungen von Müller ist das Siegel Fairtrade-Schule, das die Schule vor kurzem als eine von nur 160 Schulen in Deutschland erhalten hat, zurückzuführen.

Ort des Geschehens zur Diskussion um die Millenniumsziele: Die temperaturmäßig kühle Taufkapelle in der Kirche, allerdings in lockerer und angenehmer Atmosphäre! Hier ein kurzer Ausschnitt der hoch politischen und nicht parteilichen Beiträge, die von Winfried Sander, einer der Aktiven im Prozess der Veranstaltungen zu den Millenniumszielen in der Verbandgemeinde Adenau.

Was heißt überhaupt „Millennium“? Welche Assoziationen werden dabei geweckt? Da die Millenniumsziele (Mille = 1.000) im Jahre 2001 aufgestellt und bis 2015 global umgesetzt werden sollten, ist das Begriff sicher keine Anspielung auf 1.000 Jahre Zeit, wie Schlagwein scherzhaft meinte, sondern spielt an auf die anstehenden Probleme zu Beginn des neuen Jahrtausends. Für Schlagwein fehlen in den acht Zielen vor allem die Fragen zur Energie, die im den kürzlich verabschiedeten Nachfolgekonzept „UN-Agenda 2030“ mit Blick auf die erneuerbaren Energien eindringlich enthalten sind. Und dies gerade vor dem Hintergrund, dass die Länder der sogenannten „Dritten Welt“ über ein Übermaß an regenerativer Energien, besonders der Solarenergie, verfügen.

Warum kommen die Menschen nicht in Scharen zu den Veranstaltungen in der Verbandsgemeinde zu dem wichtigen Thema? Müller konnte für seine Schule ähnliche Verhältnisse in der Beteiligung beobachten: Die (eigentlich notwendige) Beschäftigung mit den theoretischen Hintergrund der Probleme der Welt wird weniger gern angegangen als das praktische Tun bei Hilfsaktionen, wie zum Beispiel Leihpatenschaften an der Schule. Der engagierte Lehrer hofft, dass durch das Siegel „Fairtrade-Schule“ die intensive „theoretische“ Auseinandersetzung über die Hintergründe der Thematik sich verstärken lässt.

Eine Diskussion aller Anwesenden in angenehmer und sachlicher Atmosphäre im Austausch von Argumenten schloss sich an und mündete schließlich in die von Sander angestoßene Fragestellung: Ist unser Wirtschaftssystem im Norden des Globus wirklich ein Modell für den „Rest“ der Welt: Hoher Verbrauch von Energie und anderen Rohstoffen lässt eine solche Schlussfolgerung nicht mit einem einfach „Ja“ zu. Der Zusammenhang zwischen der miserablen Situation in vielen Ländern des Südens und dem gegenwärtigen Flüchtlingsstrom wurde zudem deutlich.

Der abschließende Aspekt „Steigerung der Effizienz“ als Lösung der Fragen wurde von allen Beteiligten mit konkreten Beispielen vehement infrage gestellt. Sowohl in der Begrenzung aus der technischen Sicht wie auch auf die Sicht des Menschen in seiner steigenden körperlichen und psychisch-familiären Belastungen. Die ständige Bereitschaft am „Arbeitsplatz“ durch technische Hilfsmittel wie I-Phone war eines der viel zitierten Beispiele. Für Sander war die Veranstaltung wichtig und wohltuend im Vergleich zu Schlagabtauschen im medialen Bereich, wo die eigene Ideologie häufig wichtiger zu sein scheint, als die sachliche Auseinandersetzung um die beste Lösung und dankt allen Beteiligten.

Die Bemühungen um einen kleinen Beitrag zur Information über die dringenden Probleme unserer Welt, von Lösung nicht zu reden, wird nach Auffassung der Organisatoren um Jürgen Schwarzmann im nächsten Jahr unter der Leitidee „Agenda 2030“ in Zusammenarbeit mit Schulen fortgesetzt werden.

Millenniums-Runde (v.l.): Bernd Schiffarth (ehemaliger Stadtbürgermeister von Adenau; Guido Nisius (Verbandsbürgermeister); Claudia Nisius; Matthias Beer (Gemeindeassistent; Rainer Schlömp (Ortsbürgermeister Dümpelfeld); Adolf Jaax; Winfried Sander (Moderator); Wolfgang Schlagwein (Landtagsabgeordneter); Peter Nett (1. Beigeordneter der Stadt Adenau) Claudia Baur (Flüchtlingsbeauftragte in der Verbandsgemeinde Adenau), Bernhard Müller (Lehrer am Erich-Klausener-Gymnasium); Udo Stratmann (Kreistagsmitglied). Foto: W. Dreschers

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