Deutsche Eichen für französische Holzfassbauer
Aus dem Wald in den Weinkeller
Wertvolle Eichen aus dem Forstbereich Adenau werden zu Weinfässern verarbeitet
Adenau. Besonders wertvolle Eichen verkauft das Forstamt Adenau häufig an französische Holzkäufer, die daraus Barrique-Fässer herstellen. Diese Fässer werden zum Ausbau und zur Lagerung wertvoller Weine verwendet, um das Aromaspektrum mit Gerbstoffen und Komponenten aus dem Holz wie Vanillin abzurunden. Je neuer ein Fass ist, desto größer ist sein Einfluss auf den Geschmack des Weines. Der Barrique-Ausbau wird vor allem bei Rotwein praktiziert und erfordert viel Wissen, Erfahrung und Sorgfalt. Für einen guten Barrique-Wein ist die Qualität des Weines ebenso entscheidend wie die des Fassholzes. Jedes Fass gibt dem Wein ein einzigartiges Aroma. Aus diesem Grund suchen sich die Holzkäufer die für die Fassherstellung geeigneten Stämme einzeln im Wald nach Holzfarbe, Jahrringaufbau und Qualität des Rindenbildes aus. Obwohl dabei ein relativ hoher Aufwand betrieben wird, ist es für den Forstbetrieb lohnend, weil bei dem Verkauf des Fassholzes Preise von bis zu 450 Euro pro Festmeter erzielt werden. Allerdings handelt es sich dabei auch um Bäume, die mindestens 150 Jahre von den Förstern gepflegt wurden, dann aber aus Platzgründen für andere noch besser gewachsene Bäume entnommen werden. Besonders vorteilhaft ist für den Verkauf, dass immer nur kurze Teilstücke der Stämme die besonderen Qualitätsanforderungen erfüllen müssen, denn zur Herstellung der Fässer werden sie in Stücke geschnitten, gespalten und die Bretter zu einem Kreis zusammengesetzt. Ein Metallring hält sie zusammen und ein Feuer in der Mitte des Fasses bringt sie in ihre endgültige Form. Nach ihrer Verarbeitung kommen einige Bäume als Barrique-Fass in ihre alte Heimat zurück, um zum Beispiel an der Ahr für die Lagerung und Reifung von auserlesenen Weinen verwendet zu werden.
