Rosenblütenfest in Löhndorf
Ein südländischer Abend im hübschen Rosendorf
Löhndorf. Man wähnte sich in südlichen Gefilden a la Provence an diesem Sommerabend – neben blühenden Lavendelbüschen, bunten Rosenstöcken, unter uraltem Gemäuer und schattenspendenden Bäumen. Die Rosenfreunde Löhndorf hatten sich den perfekten Sommertag ausgesucht, um sich und ihre Arbeit zu feiern, aber auch, um neue MitstreiterInnen zu gewinnen.
Denn wie der Vereinsvorsitzende Michael Kaufmann erzählte, gibt es immer weniger helfende Hände, so dass die Existenz und eigentliche Bestimmung des Vereins gefährdet ist.
Im Jahr 2000 stand Löhndorf vor der Entscheidung: Weindorf oder Rosendorf? Nach der Entscheidung für die Rose gründete sich im Jahr 2002 der Verein „Rosenfreunde Löhndorf e.V.“ mit mittlerweile 130 Mitgliedern, der sich sich zum Ziel setzte, einen Ort mit Charakter und Blütenpracht zu gestalten. Und dieses Ziel wurde sehr erfolgreich erreicht, überall in Löhndorf blühen liebevoll gepflegte Rosenbeete, und das ganze Dorf zieren ca. 2000 Rosenstöcke aus 200-300 Sorten. Dies nahm im Jahr 2004 die Deutsche Rosengesellschaft zum Anlass, Löhndorf das Prädikat „Rosendorf“ zu verleihen – als eines unter nur sieben Dörfern in Deutschland! Darauf kann nicht nur der Verein, sondern ganz Sinzig stolz sein. Die Blütenpracht in Kombination mit schön sanierten Häusern und Gemäuern verleiht dem Ort einen ganz besonderen Charme und schafft viel Lebensqualität und südländisches Flair. Im Jahr 2007 wurde die eigene Löhndorfer Rose „Eifelzauber“ vorgestellt, und für das Jahr 2027 wird von der Fa. Fantau eine neue Löhndorf-Rose gezüchtet werden.
Allerdings wachsen Rosen nicht von selbst, sondern benötigen viel Pflege. Diese haben verschiedene kleine Trupps von aktiven Vereinsmitgliedern übernommen, die jeweils für bestimmte Plätze oder Straßen zuständig sind. Doch die Aktiven werden älter, und wie bei vielen anderen Vereinen fehlt es an Nachwuchs und an der Bereitschaft, auch schmutzige Arbeit ehrenamtlich zu erledigen. Wie Michael Kaufmann darlegte, benötigt die Rosenpflege eine „harte Hand“, ein „kaltes Herz“ und „eine scharfe Schere.“ Denn nur wenn der Pflanzenrückschnitt im Frühjahr konsequent geschieht, kann eine schöne Blüte und eine stabile Weiterentwicklung der Stöcke folgen. Sollten die Aktiven immer weniger werden, droht der Verlust vieler gepflegter Rosenanlagen und damit ein Stück Löhndorfer Identität.
Dass Löhndorf ein gut funktionierendes Dorfleben hat zeigte sich an diesem Abend. Die Kirchengemeinde hatte den malerischen Pfarrgarten der wunderschönen neugotischen Kirche St. Georg von 1833 zur Verfügung gestellt, und neben die alten Gemäuer hatten die Vereinsmitglieder in vielen ehrenamtlichen Stunden einen romantischen malerischen Festplatz mit Pavillons, Grill und Ständen gezaubert. Um die Kirche herum, wo früher der Friedhof war, können viele verschiedene Rosen erschnuppert und bewundert werden, darunter seit 2025 die Pilgerrose „Castell d’Alaquas“.
Nach der Eröffnung durch den Vereinsvorsitzenden Michael Kaufmann und durch den Sinziger Beigeordneten Volker Thormann versammelten sich am Abend trotz großer Hitze ca. 100 Dorfbewohner, tranken leckeren Wein und ließen sich Spanferkel und andere Köstlichkeiten schmecken. Ein Speiseeiswagen stellte Erfrischung bereit, während Babys krähten, die Grillmeister schwitzten und Nachbarn miteinander am Klaafe waren. Der zentrale musikalische Verein des Dorfes, der Spielmannszug Löhndorf sorgte für flotte Weisen und gute Stimmung. Der Urlöhndorfer Friedhelm Münch, Mitgründer der Rosenfreunde und ehemaliger Kreisbeigeordneter erzählte, dass weiterhin Falken auf St. Georg nisteten, und im Dachstuhl der Kirche eine sehr seltene Kolonie von Langohr-Fledermäusen eine Heimat gefunden hat. Auch dies Zeichen für die große ökologische Qualität des Dorfes.
Einen weiteren musikalischen Höhepunkt lieferte der Löhndorfer Chor „Unisono“ unter der Leitung von Julian Thiem, der besinnliche und temperamentvolle Musik von Traditionals über Simon&Garfunkel bis zu Metallica zum Besten gab und für große Begeisterung sorgte.
Mit Anbruch der Dunkelheit endete gegen 22 Uhr ein wunderschöner Abend, der eine intakte und aktive Dorfgemeinschaft zeigte. Und wer bei den Rosenfreunden gerne mitarbeiten möchte: über die Adresse „Dorfgemeinschaft Löhndorf e.V., Auf der Albach 8, 53489 Sinzig“ sowie über info@loehndorf.de können Sie sich gerne melden und Informationen erhalten.
AKS
Foto: AKS
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