Fröhliche Feier des Hospiz-Vereins
Ahrweiler. Sie begleiten Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt und setzen sich dafür ein, dass das letzte Stück des Weges auch bei schwerer Krankheit lebenswert bleibt: die Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr, des Hospiz im Ahrtal und der „Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung“, kurz SAPV. Und wo eng zusammengearbeitet wird, ist es selbstverständlich, dass auch gemeinsam gefeiert wird – so auch beim diesjährigen Sommerfest des Hospiz-Vereins. Die fröhliche Fest auf der „Maibachfarm“ in Ahrweiler war ein Dankeschön und ein Zeichen der Wertschätzung für all die, ohne die Hospiz- und Palliativ-Arbeit nicht funktionieren würde.
„Unser Ziel ist, dass alle Menschen, ganz gleich ob sie sich an den Hospiz-Verein, das Hospiz oder die SAPV wenden, von uns geführt und begleitet werden. Keiner soll von einem zum anderen geschoben oder einfach nur weiterverwiesen werden“, erklärt Ulrike Dobrowolny, Vorsitzende des Hospiz-Vereins. Dazu sei es wichtig, dass alle, die in der Hospiz-Arbeit tätig sind, Hand in Hand arbeiten. Gemeinsam zu feiern, wie jetzt beim Sommerfest, stärke das Zusammengehörigkeitsgefühl. Dobrowolny freute sich, unter den insgesamt 90 Teilnehmenden auch 19 neue ehrenamtliche Begleiter und Begleiterinnen begrüßen zu können. Sie befinden sich aktuell noch in der Qualifizierungsphase, die im November endet. „Noch nie haben wir so viele ausgebildet, wie in diesem Jahr“, berichtet die Vorsitzende. Und der Wunsch, sich in der Hospizarbeit ehrenamtlich zu engagieren, nimmt nicht ab: „Bereits jetzt haben wir 13 Interessenten für die Qualifizierung, die 2027 startet, auf der Liste – dabei haben wir das noch gar nicht öffentlich ausgeschrieben“. Warum das Interesse so groß ist? Da muss Dobrowolny nicht lange überlegen: „Es ist ein Engagement, das unglaublich sinnstiftend ist.“
Der Hospizverein bietet seinen Ehrenamtlern zudem regelmäßig Fortbildungen zu wichtigen Themen an. Aktuell steht insbesondere der „assistierte Suizid“ im Fokus. „Das Thema hat unheimlich an Fahrt aufgenommen“, so Dobrowolny. Viele Menschen würden sich angesichts von Pflegenotstand und steigenden Kosten Gedanken darüber machen, „was aus ihnen wird, wenn sie alt und krank sind“. Der Hospizverein hat zu dem Thema nun ein Positionspapier verfasst. Die zentrale Aussage: „Wir begleiten jeden Menschen, wenn er das möchte, ganz egal, wie er stirbt.“ Die Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden würden aber keine Suizidassistenz leisten und keine entsprechenden Angebote vermitteln. Vielmehr heißt es: „Wir begleiten lebensbejahend, lindern Leiden und stehen Menschen in existenziellen Krisen mit Zeit, Beziehung und fachlicher Kompetenz zur Seite.“ Diese Haltung ergebe sich aus dem hospizlichen Selbstverständnis.
Vor diesem Hintergrund freut sich Dobrowolny auch umso mehr über die gute Kooperation mit der Palliativstation am Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr-Ahrweiler, die Anfang des Jahres eröffnet wurde. Seitdem sind Ehrenamtliche des Vereins auch dort im Einsatz, „und die Zusammenarbeit läuft ganz wunderbar“.
Als Dankeschön für ihre Arbeit und ihr großes Engagement, durften es sich Ehrenamtliche und Mitarbeitende nun beim Sommerfest auf dem Weingut im idyllischen Maibachtal bei einem leckeren Buffet und kühlen Getränken so richtig gut gehen lassen – und kamen obendrein in den Genuss eines informativen und zugleich vergnüglichen Programms. Gemeinsam mit einem Experten des Weinguts ging es hinab in die Tiefen des Weinkellers, wo man eine Menge über die Herstellung des köstlichen Rebensaftes erfahren konnte. Wieder am Tageslicht gab es dann ein Rendezvous mit einer echten Majestät - allerdings nicht etwa mit der Weinkönigin, sondern mit Prinzessin Elisabeth Gabriele von Bayern. Gästeführerin Andrea Eich war in die Rolle der 1876 geborenen, königlichen Hoheit geschlüpft, die Anfang des 20. Jahrhunderts als Kurgast an der Ahr weilte. Sie lud die Teilnehmer des Sommerfestes ein, mir ihr in den Kuralltag vor mehr als 100 Jahren einzutauchen – praktische Leibesübungen inklusive. Da mundete das Buffet im Anschluss dann gleich noch einmal so gut.
Spaßige Leibesübungen der Herrn sorgten für Erheiterung Foto: Gabriela Quarg
Die Vereinsvorsitzende Ulrike Dobrowolny (links) mit Gästeführerin Andrea Eich, die als Prinzessin Elisabeth Gabriele von Bayern den Kuralttag von vor mehr als 100 Jahren näherbrachte Foto: Gabriela Quarg
Eine Weinkellerbesichtigung gehörte auch zum Programm Foto: Gabriela Quarg
Unter den Feiernden fanden sich auch so viele neue Ehrenamtler wie nie, die der Verein ausgebildet hat Foto: Gabriela Quarg