Arbeiten Adenauer Kreuzweg
Gefahrenquelle beseitigt
Adenau. In fußläufiger Nähe zum Marktplatz verläuft in Adenau der Kreuzweg. Im neogotischen Stil stellt er seit 1863 ein besonderes Angebot für die Bürger sowie die Gäste der Region Adenau dar. Ungewöhnlich gestaltete Stationen aus verschiedenen Gesteinen der Hocheifel und individuell bepflanzte Bereiche wechseln sich ab mit typischen Waldbildern der Eifel. Zahlreiche Schüler, Nordic Walker, Wanderer und andere Gäste zeigen, dass das Angebot gut angenommen wird.
Bei einem Kontrollgang stellten Frank Wagner, Leiter des städtischen Bauhofs, und Dietmar Ebi, Förster beim Forstamt Adenau, drei im Absterben befindliche Bäume fest. Die Kronen waren bereits komplett abgestorben und wiesen nur noch welkes Laub auf. Im Bereich des Stammfußes befanden sich noch einige Triebe mit grünen Blättern. Diese halfen die für unsere Region ungewöhnliche Baumart zu bestimmen, die Baum-Hasel (Corylus columa). Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der auch als Türkische Hasel bezeichneten Art erstreckt sich vom Balkan über die Türkei und den Nordirak bis nach Afghanistan.
„Diese Bäume passen vom Standort und Klima optimal hierher; aber abgestorben sind ihre Äste eine Gefahr für die Waldbesucher, sie müssen weg“, empfahl Förster Ebi. Auch Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann stellte fest: „Herr Ebi, die Sicherheit unserer Gäste geht vor. Organisieren Sie bitte die Fällaktion.“
Nach wenigen Tagen trafen sich der Forstunternehmer Matthias Krämer, zwei Mitarbeiter vom Bauhof der Stadt Adenau und Förster Ebi. Der Kreuzweg wurde abgesperrt und die Bäume mit Seilunterstützung gefällt. Eine anspruchsvolle Arbeit, da dieser Bereich des Kreuzwegs für Schlepper zu schmal war. Das Seil musste daher über eine Rolle umgelenkt werden.
Trotz der schwierigen Ausgangslage verlief das Fällen der drei Baum-Hasel reibungslos. Es entstanden keine Schäden an den Stationen und der Bebauung, die Nachbarbäume blieben ebenfalls weiterstgehend verschont.
„Ich bin froh, dass wir diese Bäume gefällt haben. Sie stellten eine noch größere Gefährdung dar, als ich zuvor eingeschätzt habe“, stellte Ebi nach den Arbeiten fest. Oberarmstarke Äste waren im Kronenbereich bereits so sehr von Pilzen befallen, dass sie jederzeit hätten abbrechen können.
Die Ursache der Baum-Welke bzw. des Absterbens ist dem Forstfachmann nicht eindeutig bekannt, er vermutet einen Pilzbefall. Um dies abzuklären, entnahm er den kranken Bäumen mehrere Proben: welke und noch grüne Zweige, Stammscheibe und zwei Bodenproben. Diese werden nun bei der Abteilung Waldschutz der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg untersucht.
Von außen war diese Fäule im Stammfußbereich nicht erkennbar.
