Exkursion zur Wittlicher Synagoge
„Gegen das Vergessen“
Wittlich/Adenau. Im Rahmen einer ganztägigen Exkursion erhielten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b des Erich Klausener Gymnasiums die Gelegenheit, sich ein Bild über die Vergangenheit der deutsch-jüdischen Geschichte in Wittlich zu machen, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht.
Zunächst wanderten die Jugendlichen durch ein Waldstück nahe der Wittlicher Kernstadt, um schließlich den von hohen Bäumen ummantelten Friedhof der ehemaligen jüdischen Gemeinde zu erkunden. Herr Richtscheid, Geschäftsführer des Emil-Frank-Instituts, informierte die Schülerinnen und Schüler über die Bedeutung der teils in hebräischer Sprache aufgeführten Grabsprüche und beantwortete darüber hinaus Fragen der Jugendlichen, die sich mitunter auf die Einzelschicksale der Verstorbenen beziehungsweise der in Konzentrationslager deportierte jüdische Gemeindemitglieder bezogen.
Im Anschluss erfolgte der Besuch der ehemaligen Wittlicher Synagoge, die ab 1976 restauriert und im Zuge dessen in eine Kultur- und Tagungsstätte umgebaut wurde.
Dort konnten die Schülerinnen und Schüler jüdische Gegenstände, über die Sie bereits theoretisch unterrichtet wurden, anfassen und somit buchstäblich begreifen. Neben der Menora (hebräische Bezeichnung für einen Leuchter) wurden auch eine Kippa (Kopfbedeckung männlicher Juden), ein Tefillin (Gebetsriemen) und die Replika einer Thorarolle herumgereicht. Im Zuge dessen erklärte Herr Richtscheid den Jugendlichen, welche dieser Gegenstände im Privatbereich verwendet und welche im Zusammenhang mit der Feier der Liturgie benötigt werden. In diesem Kontext wurden zudem jüdische Gebetsriten und Feiertage vorgestellt, woraufhin die Schülerinnen und Schüler Parallelen zu den bekannten christlichen Festtagen und Zeremoniebestandteilen ziehen konnten.
Am Ende der Exkursion konstatierten die Jugendlichen der Klasse 8b sowie deren Lehrer Brauns (katholische Religion) und Hammes (Ethik) im Rahmen von Kleingruppengesprächen, wie wichtig die Erhaltung und Pflege des kulturellen Erbes ist, damit das Wissen um die ältere sowie die jüngere Epoche der deutsch-jüdischen Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.
Pressemitteilung des
Erich-Klausener-Gymnasium
