Einzigartige Charakteristik der „Grünen Hölle“soll trotz Maßnahmen-Katalog erhalten bleiben
Mehr Sicherheit auf der Nordschleife
Keine Tempo-Limits und Verlängerung der Streckenlizenz
Nürburg. Die legendäre Nordschleife des Nürburgring soll noch sicherer werden und Tempo-Limits ab 2016 der Vergangenheit angehören. Einen umfassenden Maßnahmen-Katalog hat die capricorn Nürburgring GmbH (CNG) im Rahmen eines Runden Tisches zum Thema „Sicherheit Nordschleife“ Vertretern des Deutschen Motorsport-Bundes DMSB, des ADAC, der Automobil-Industrie, von Veranstaltern, Teams und Fahrern sowie aus der Region präsentiert und dabei eine breite Zustimmung erfahren. Im nächsten Schritt erfolgt der offizielle Antrag zur Verlängerung der zum Jahresende turnusgemäß auslaufenden Rennstrecken-Lizenz über den DMSB an den Automobil-Weltverband FIA. Ein schwerer Unfall beim ersten Saisonlauf zur VLN Langstrecken-Meisterschaft Nürburgring Ende März dieses Jahres, bei dem ein Zuschauer tödlich verletzt worden war, hatte Diskussionen um die Sicherheit und die für eine Rennstrecke ungewöhnliche Einführung von Tempolimits zur Folge.
Nach Analyse: Gezielte Maßnahmen
„Die Sicherheit auf der Nordschleife bei Rennen, aber auch bei Testfahrten der Industrie und bei Touristenfahrten hat für uns höchste Priorität“, erklärte Carsten Schumacher, Geschäftsführer der Nürburgring-Betreibergesellschaft CNG beim Runden Tisch am Montag, 17. August, im Lindner Congress & Motorsport Hotel am Nürburgring. „Gemeinsam mit den Beteiligten haben wir als Konsequenz aus dem Unfall die Situation im Detail analysiert und zielorientierte Maßnahmen erarbeitet, um die aktive sowie passive Sicherheit und vor allem die Sicherheit der Zuschauer entlang der Nordschleife weiter zu erhöhen.“
Insbesondere die Sicherheit der Zuschauer steht im Vordergrund der Planungen für zusätzliche Schutzzäune in mehreren Streckenabschnitten und einer Sperrzone im Bereich Schwedenkreuz. Zur Erhöhung der passiven Sicherheit ist die Optimierung der Schutzlinien durch zusätzliche Leitplanken und FIA-Schutzzäune vorgesehen, beispielsweise entlang der Döttinger Höhe zur besseren Absicherung der angrenzenden Bundesstraße. Die Erneuerung der Fahrbahn im ersten Schritt im Streckenabschnitt Flugplatz dient der aktiven Sicherheit der 1927 eröffneten Nordschleife. „Auf Basis einer detaillierten Vermessung werden wir im Bereich Flugplatz auf etwa 500 Metern die Fahrbahn erneuern und dabei fünf Bodenwellen beseitigen, die im Laufe der Jahre durch die hohe Aus- und Belastung der Nordschleife entstanden sind“, führte Carsten Schumacher aus.
Realisierung beginnt ab November
Ab November bis zum Beginn der Saison 2016 sollen sieben der 16 vorgesehenen Maßnahmen realisiert werden. „Die einzigartige Charakteristik der Nordschleife bleibt bestehen. Das ist nicht nur für den Rennsport wichtig, sondern auch für die Industrie, die auf dieser einmaligen Rennstrecke seit Jahrzehnten ihre Fahrzeuge testet“, so Carsten Schumacher, der zudem auf ergänzende technische Maßnahmen der Automobil-Hersteller setzt.
Hans-Joachim Stuck: „Wirkungsvolle Maßnahmen“
Stellvertretend für den 22-köpfigen Expertenkreis am Runden Tisch, zu dem der Nürburgring eingeladen hatte, erklärte DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck, der nicht persönlich teilnehmen konnte: „Alle Beteiligten wollen die Nordschleife und ihre Einzigartigkeit erhalten. Jedoch ist jedem bewusst, dass wir die Sicherheit erhöhen müssen. Für dieses Ziel hat der Nürburgring als Strecken-Betreiber mit großem Einsatz eine Reihe von wirkungsvollen Maßnahmen detailliert ausgearbeitet, die bei diesem Runden Tisch auf breite Zustimmung gestoßen sind.“ Der Teilnehmer-Kreis sprach sich zudem für eine sukzessive Umsetzung der Maßnahmen in den kommenden Jahren aus. Den vorgestellten Maßnahmen-Katalog wird der Nürburgring nun als Antrag beim Deutschen Motorsport-Bund DMSB zur Weiterleitung an die Strecken-Kommission des Automobil-Weltverbandes FIA einreichen.
Pressemitteilung capricorn Nürburgring GmbH
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