Allgemeine Berichte | 15.09.2026, 10:34 Uhr

Traditionelle Kirmes Aremberg

Prozession zur Schutzengelkapelle bei der Kirmes in Aremberg

Mit Fahne der Freiwilligen Feuerwehr und Vortragekreuz pilgert die Gruppe zur Schutzengelkapelle.
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Aremberg. Zur Tradition der Aremberger Kirmes gehört die Prozession am Montagmorgen, von der Kirche St. Nikolaus zur Schutzengelkapelle.

Rund 40 Menschen pilgerten diesmal zum „Kapellebüsch“, mit Pfarrer Dr. Rainer Justen. Die Freiwillige Feuerwehr begleitete die Prozession mit ihrer Traditionsfahne und dem Vortragekreuz, das Ortsbürgermeister Thomas Nelles trug.

Nach dem Wiederaufbau des Altars in rheinischer Barockmanier ist ein Besuch der Kapelle eine besondere Freude für Einheimische wie für Wanderer, sei es zum Innehalten im Gebet, sei es zum Betrachten des wertvollen Kleinods der regionalen Kirchenarchitektur.

Die Kapelle wurde im Jahre 1969 durch Pfarrer Laurentius (Lorenz) Sprünker erbaut, ein Jahr später eingeweiht. Der kleine Altar zeigt den Erzengels Raphael („Gott hilft“), der mit einem kleinen Jungen, Tobias, abgebildet ist. Tobias sollte für seinen erkrankten Vater Tobit, der durch einen Unfall sein Augenlicht verloren hatte, aus einem entfernten Ort Geld für Medikamente herbeiholen. Auf der nicht ungefährlichen Reise stand dem Knaben mehrfach in gefahrvollen Situationen ein Mann hilfreich zur Seite. Dieser hatte sich namentlich aber nie zu erkennen gegeben. Nach der Rückkehr und der Heilung des Vaters wollte dieser dem guten Reisebegleiter seines Sohnes danken. Der lehnte aber jeden Dank ab und offenbarte erst jetzt, dass er ein Engel Gottes sei, dann verschwand er. „Engel müssen nicht Männer mit Flügeln sein, es sind oft unscheinbare Menschen, die einem in der Not die Hand reichen, die dem Hungernden Brot bringen, dem Kranken das Lager bereiten“, heißt es in einem Gedicht von Rudolf Otto Wiemer, das einmal in einer Kirmesmesse zitiert wurde. Der Altar selbst dürfte um einiges jünger als die Kapelle sein, er entspricht in seiner Ausführung bekannten anderen Gotteshäusern in der Region im rheinischen Kulturraum. Es wurden umfangreiche Arbeiten ausgeführt, so Drainagearbeiten, der Außenverputz wurde erneuert, eine Glocke mit Handseilbetrieb installiert, das Chronogramm mit den übersetzten Worten „Ehre, Wanderer, die Kapelle des heiligen Schutzengels“ neu vergoldet. Der Altarraum wurde mit den alten Steinen neu verlegt, die Außenanlage gepflegt. Und die Stromversorgung erfolgt jetzt sogar über eine Photovoltaikanlage! Zwei Leuchten tragende Engel flankieren den Schutzengel mit dem Knaben. Die Bekrönung des Altars stellt ein auf einem Kreuz liegendes Lamm dar, flankiert von zwei Engelköpfen, symbolhaft für Jesus Christus als Erlöser.

Pfarrer Dr. Justen sprach von der Bedeutung der Schutzengel, sie stehen für die Verbundenheit zwischen Gott und den Menschen. Die Menschen dürfen auf ihrem Weg zu Gott darauf vertrauen auf ihrem Weg beschützt zu werden, gerade in einer Welt voller Gewalt, voller Ungerechtigkeit kann das Vertrauen auf die Geborgenheit in der Hand Gottes eine bedeutsame Stütze für die Menschen sein, so hieß es.

Ein herzliches Dankeschön galt allen, die sich um die Pflege des kleinen Gotteshauses kümmern. Mit einem reichhaltigen Frühstück am Gemeindehaus, vom Kameradschaftsverein der Feuerwehr organisiert, schloss der Kirmesmontag ab.

Kirmesmesse an der Schutzengelkapelle

Kirmesmesse an der Schutzengelkapelle Foto: Werner Dreschers

Der Altar in der Schutzengelkapelle

Der Altar in der Schutzengelkapelle Foto: Werner Dreschers

Feierliche Messe an der Kapelle, in jedem Jahr zum Abschluß der Kirmes im Ort

Feierliche Messe an der Kapelle, in jedem Jahr zum Abschluß der Kirmes im Ort Foto: Werner Dreschers

Mit Fahne der Freiwilligen Feuerwehr und Vortragekreuz pilgert die Gruppe zur Schutzengelkapelle. Foto: Werner Dreschers

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