Politik | 05.12.2014

Innenminister Roger Lewentz verleiht Preis für Zivilcourage

Zivilcourage ist wichtig für friedliches Gemeinwesen

Mainz. Innenminister Roger Lewentz hat Zivilcourage und sozialen Mut als wichtige Voraussetzung für ein soziales, gerechtes, demokratisches und friedliches Gemeinwesen bezeichnet. „Wer Zivilcourage zeigt, übernimmt Verantwortung für Menschen in einer Notsituation. Das ist nicht selten mit Risiken für die Helfer selbst verbunden“, sagte Lewentz bei der Verleihung des diesjährigen Preises für Zivilcourage“ in Mainz. Bereits zum 15. Mal werden Menschen ausgezeichnet, die sich in Notlagen für andere eingesetzt, Schaden abgewehrt und Leid gemindert haben. Eine interdisziplinär besetzte Jury unter Vorsitz von Innenstaatssekretärin Heike Raab hat die diesjährigen Preisträger unter insgesamt 62 Vorschlägen ausgewählt. Minister Lewentz betonte: „Zivilcourage ist genau dann erforderlich, wenn es darum geht, mutig für Gerechtigkeit, Meinungsfreiheut und die Wahrung der Menschenwürde einzutreten.“ Zivilcourage sei ein Thema, über das im Moment täglich berichtet werde. „Seit dem die 23-jährige Tugce Mitte November in Offenbach besondere Zivilcourage gezeigt und einen Streit zwischen Jugendlichen geschlichtet hat, sind die Medien voll von Berichten zu dem tragischen Schicksal der jungen Frau. Mich persönlich hat Tugces Tod sehr berührt“, sagte Lewentz. Gerade in diesem Kontext werde der hohe Stellenwert von Zivilcourage noch einmal deutlich.

Die diesjährigen Preisträger:

3. Preis: Andreas Thomas Freier-Palm und Reiner Kent Heidenreich, die bei einer gefährlichen Körperverletzung eingeschritten sind. Am 5. August 2014 beobachteten Freier-Palm und Heidenreich einen Mann auf dem Parkplatz einer Schuhfabrik in Pirmasens, der zunächst neben einem Auto stand und dann die Seitenscheibe zertrümmerte und auf die Fahrerin einschlug. Die Frau schrie hysterisch und flüchtete auf die Beifahrerseite, von wo sie mit Tritten versuchte, den Mann abzuwehren. Dieser hatte sich durch das Fahrerfenster ins Wageninnere gelehnt und schlug weiter auf die Frau ein. Freier-Palm und Heidenreich zogen den Mann aus dem Wagen und hielten ihn bis zum Eintreffen der alarmierten Polizei fest. Die Frau erlitt massive Stichverletzungen, da der Täter auch mit einem Messer auf sie eingestochen hatte. Es stellte sich später heraus, dass gegen den von seiner Ehefrau getrennt lebenden Mann bereits eine Strafanzeige sowie ein Annäherungsverbot bestanden.

2. Preis: Sarah Litke, die eine Sexualstraftat verhindert hat. Am frühen Morgen des 16. Oktober 2013 wartete eine 17-jährige Frau an einer Bushaltestelle, um zur Arbeit zu fahren. Ein 19-jähriger Mann setzte sich neben sie und legte seine Hand auf ihren Oberschenkel worauf die junge Frau sofort aufstand und wegging. Der Täter folgte ihr, zog sie an sich und begann sie zu küssen. Als die Frau ihm an den Haaren zog, ließ er zunächst von ihr ab. Dann folgte er ihr aber weiter, hielt sie fest, zog ihr die Hose herunter und griff ihr an den Po. Die Frau versuchte sich zu wehren und rief um Hilfe. In diesem Moment fuhr Sarah Litke mit ihrem Auto auf dem Nachhauseweg von der Arbeit vorbei. Sie hielt an und begann sofort zu hupen. Damit vertrieb sie den Täter. Sarah Litke stieg aus, rief die Polizei und kümmerte sich intensiv um das Opfer.

1. Preis: Dennis Klaus Weiß für sein Einschreiten bei einer schweren Körperverletzung. Ein 19-jähriger, angola-stämmiger Mann, stand am Abend des 17. September vergangenen Jahres mit seiner Freundin an einer Bushaltestelle in Ludwigshafen. Ein Lieferwagen musste verkehrsbedingt in Höhe der Bushaltestelle stoppen. Der Fahrer fragte den 19-Jährigen grundlos, ob er ein Problem habe. Dann stieg der aggressiv wirkende Mann aus dem Wagen aus und forderte den 19-Jährigen auf, mit in den angrenzenden Friedenspark zu kommen, um die Angelegenheit „wie ein Mann zu regeln“. Danach verließ der Mann zunächst die Örtlichkeit. Er kehrte aber kurz darauf zurück, rannte auf den 19-Jährigen zu und beschimpfte ihn mit fremdenfeindlichen Parolen. Dennis Weiß, der auch an der Haltestelle auf den Bus wartete, versuchte die Situation zu beruhigen und stellte sich dem Fahrer entgegen. In diesem Moment tauchten drei weitere türkisch-stämmige Personen auf und schlugen sofort auf die beiden jungen Männer ein. Der 19-Jährige ging zu Boden und wurde mit Fußtritten traktiert. Ein Täter schlug mit der Gürtelschnalle auf den jungen Mann ein. Dieser erlitt multiple Prellungen an Kopf und Rumpf sowie eine Herzprellung. Auch die Freundin des jungen Mannes erhielt einen Faustschlag ins Gesicht. Herr Weiß versuchte, die Täter von weiteren Schlägen gegen die beiden Personen abzuhalten. Dabei wurde er ebenfalls niedergeschlagen und am Boden liegend getreten. Nach der Tat entfernten sich die Täter. Kurze Zeit später erschien jedoch eine weitere Person am Tatort. Sie zog ein Messer mit einer Klingenlänge von 20 Zentimeter und beschimpfte ihn massiv. Er versuchte fortwährend auf den 19-Jährigen einzustechen und nahm nicht einmal die eintreffende Polizeistreife wahr. Er rannte weiterhin dem flüchtenden jungen Mann hinterher und versuchte auf ihn einzustechen. Erst nach Androhung des Schusswaffengebrauchs durch die Polizisten, brach der Mann den Angriff ab und konnte festgenommen werden. Bei dem Übergriff wurde Herr Weiß auch mit einem Schlüsselbund angegriffen. Die später hinzugezogenen Sanitäter stellten einen abgebrochenen Schlüsselstift im rechten Ohr von Herrn Weiß fest. Dieser steckte tief im Schädelknochen. Bei einer Notoperation wurde der Schlüsselstift, der den Schädelknochen durchbohrt und das Gehirn gestreift hatte, entfernt.

Jugendpreis für Zivilcourage: die 13-jährige Selina Mühlfeld, mit deren Hilfe eine Unfallflucht aufgeklärt werden konnte. Am 15. Februar 2014 Uhr kam es in Bingen-Büdesheim zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein Fahrzeug durch einen Lieferwagen beschädigt worden war. Der Unfallverursacher entfernte sich unerlaubt von der Unfallstelle. Aufgrund der aufmerksamen Wahrnehmung von Selina konnte der Unfallverursacher ermittelt werden. Sie hat sich an eine Anwohnerin erinnert, die zuvor Kontakt zu dem Fahrer des Lieferwagens hatte und dies der Polizei mitgeteilt. Ohne diesen wichtigen Hinweis wäre diese Unfallflucht nicht zu klären gewesen.

Weiteren Jugendpreis: Jan-Hagen Fabius Engel, Nikolaus Seamus Patrick Rischbieter und Michael Paul Herlach, die eine gefährliche Körperverletzung verhindern konnten. Am Sonntag, den 3. August 2014 gegen 00:20 Uhr hat Herr Engel per Notruf der Polizei Bernkastel-Kues mitgeteilt, dass er und zwei Freunde gerade ein streitendes Pärchen verfolgen. Der Mann habe die Frau geschlagen und getreten. Die drei jungen Männer haben versucht dazwischen zu gehen. Der Täter sowie das Opfer sind daraufhin geflüchtet. Das Gespräch brach ab. Der Polizei war es aufgrund anderer Einsätze nicht möglich, die besagte Örtlichkeit aufzusuchen. Gegen 00:40 Uhr sind Herr Engel, Herr Rischbieter und Herr Herlach dann bei der Polizeidienststelle erschienen, um den Sachverhalt zu Protokoll zu geben. Sie haben mitgeteilt, dass der Täter bei ihrem Eingreifen geflüchtet sei. Die Frau habe keine Hilfe gewollt und sei weggelaufen. Da sie aber befürchtet haben, dass die beiden erneut aneinander geraten könnten, sind sie der Frau gefolgt. In Höhe einer Gaststätte sei die Frau von ihrem Bruder und einigen anderen Bekannten in Empfang genommen worden und sei mit diesen nach Hause gegangen. So haben sie auch erfahren, dass der Täter der Ex-Freund der Frau war. Dieser trat wenig später am Haus der Eltern seiner Ex-Freundin die Tür ein und warf einen Fernseher zu Boden. Durch die Mithilfe von Herrn Engel, Herrn Rischbieter und Herrn Herlach konnte der jungen Frau geholfen, der Täter gefasst werden und somit ein Fall von gefährlicher Körperverletzung vereitelt werden.

Sonderpreis für Zivilcourage: Frau Katharina Neugebauer durch deren mutiges, umsichtiges und couragiertes Verhalten ein Wohnungseinbrecher gefasst werden konnte und weitere Straftaten verhindert werden konnten. Am 21. Januar 2014 gegen 15:00 Uhr bemerkte Frau Neugebauer einen unbekannten Mann, der gerade aus der Wohnung ihrer Nachbarin kam. Der Mann war ihr schon vorher aufgefallen und als Frau Neugebauer ihn ansprach, ergriff er wortlos die Flucht. Frau Neugebauer folgte ihm und rief von unterwegs die Polizei. Sie schilderte ihren Verdacht und gab eine Täterbeschreibung sowie den jeweiligen Standort des Mannes durch. So konnte die Polizei den Täter schnell ermitteln und festnehmen. Bei der Durchsuchung des Mannes wurden etwa 200 Schmuckstücke sichergestellt, die er aus der Wohnung der 72-jährigen Nachbarin von Frau Neugebauer entwendet hatte. Bei dem Mann handelte es sich um einen Serientäter.

Pressemitteilung Minister des Innern, für Sport und Infrastruktur Rheinland-Pfalz

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