Erfolg für Adenauer Radrennfahrer be 24-Stunden-Rennen
Zweiter Platz für Markus Risse
Sportler startete erstmals in einem Mixed-Team - Nach 24 Stunden entschieden 1,5 Minuten und der Regen
Adenau. Kürzlich fand im Landschaftspark Nord in Duisburg, einem zum Industriedenkmal umgebauten Hüttenwerk-Gelände, das „Rhein Power 24 h Rennen von Duisburg“ statt.
Mit Markus Risse (RSC Eifelland Mayen/Team Radsport Breuer) startete dort ein erfahrener 24-Stunden-Solo-Fahrer erstmals in einem Zweier-Mixed Team. Im Team hatte sich Risse dazu mit der ebenfalls sehr erfolgreichen Solo-Fahrerin Jana Kalbertodt aus Remscheid zusammengetan. Ihr gelang bereits mehrfach der Sieg als Solo-Fahrerin in Duisburg.
Auf dem Papier stellte man so ein starkes Team dar. Jedoch waren beide bisher noch nie als Zweier-Team gestartet, was von der Renneinteilung und vom Rennrhythmus eine ganz andere Herausforderung darstellt. Geht man als Solo-Fahrer ein 24-Stunden-Rennen etwas zurückhaltender an, muss man als Zweierteam von Anfang an Vollgas geben und einen für beide Fahrer passenden Rhythmus zwischen Belastung und Pause finden. Die als Radsport Nagel Team Startenden entschieden, dass Kalbertodt zu Anfang immer zwei Runden und Risse drei Runden am Stück fährt.
In den kurzen Pausen musste dafür gesorgt sein, dass die Fahrer etwas essen und trinken und Erholung finden. Zusätzlich musste auch am Rad regelmäßig die Kette gereinigt und geölt und die Trinkflasche für die nächsten Rennrunden wieder gefüllt werden. Die Betreuung der beiden Sportler übernahm eine Crew um Gisela Nagel, die Chefin der Radsport Geschäfte „Radsport Nagel“ in Remscheid und Gummersbach.
Gewohnt professionell war damit für besten Support gesorgt.
Allerdings waren Kalbertodt und Risse nicht die einzigen Sportler, die von Nagel und ihrem Team versorgt wurden. Zusätzlich stand unter dem Teamnamen „Die Phönixen“ ein reines Damen-Achterteam, bestehend aus ehemaligen Straßenrennfahrerinnen, am Start. Und auch ein Mitarbeiterteam der Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft ZEG startete mit dem Teamnamen „Black Adder Team“ als Achter-Herrenteam. Diese beiden Achter-Teams wurden ebenfalls von der Nagel-Crew betreut.
Der Startschuss fiel am Samstag um 12 Uhr, und Jana Kalbertodt fuhr die Starteinführungsrunde und im Anschluss zwei Rennrunden, bevor Markus Risse das erste Mal mit drei Runden ins Renngeschehen eingriff. Diesen Rhythmus behielt man zunächst bei und sortierte sich zu Beginn des Rennens auf Platz drei der Mixed-Wertung ein. Der Rennparcours stellte keine großen technischen Herausforderungen, und so galt es, auf den vielen Flachpassagen die Kraft richtig einzuteilen und auch gezielt den Windschatten der anderen Teams auszunutzen, um für die kurzen, steilen Rampen etwas Energie zu sparen. Denn auf jeder der 8,4 Kilometer langen Runde wartete der etwa zwölf Prozent steile Anstieg „Monte Schlacko“ auf die Fahrer. An diesem Anstieg warteten jedoch auch zu jeder Tageszeit motivierende Zuschauer auf die sich quälenden Sportler.
Gegen 15.30 Uhr musste das Rennen dann wegen Gewitterwarnung und starkem Regen unterbrochen werden. Den Teilnehmern kam die Unterbrechung zunächst ganz gelegen. Die immer wieder hinausgeschobene Wiederaufnahme des Rennens machte die Fokussierung auf das Rennen jedoch zunehmend schwieriger.
Um 19.30 Uhr wurde das Rennen dann wieder aufgenommen, und Kalbertodt fuhr wie zu Beginn die Einführungsrunde und nahm mit zwei weiteren Rennrunden den Kampf wieder auf. Am späten Abend wechselte das Zweier-Team etwas die Aufteilung.
Jana Kalbertodt fuhr nun drei Runden und Markus Risse vier Runden hintereinander. So hatten beide Fahrer etwas längere Pausen, ohne dass die Rundenzeiten zu langsam wurden.
Ohnehin gelang es beiden, die Rundenzeiten der jeweiligen Turns und auch über die gesamte Renndistanz sehr konstant zu halten. Gegen Morgen stellte man den Rundenrhythmus wieder auf zwei zu drei um. In der Mixed-Wertung befand man sich nun auf Platz zwei, wobei man dem führenden Team immer mehr Zeit abnehmen konnte. Aus fünfzehn Minuten Rückstand wurden zunächst elf, dann sechs Minuten. Kurz vor Ende der 24 Stunden waren es nur noch vier Minuten. Dann ging Markus Risse um kurz nach elf auf die letzten drei Runden. Ihm gelang es Runde um Runde den Führenden Minuten abzunehmen, wobei seine vorletzte Rennrunde mit 16 Minuten und 56 Sekunden die schnellste persönliche darstellte.
Es reichte jedoch nicht ganz, und so musste sich das Radsport Nagel Team nach 24 Stunden und 61 gefahrenen Runden um eine Minute und 33 Sekunden dem Siegerteam geschlagen geben.
Im Ziel waren Jana Kalbertodt und Markus Risse aber äußerst zufrieden über die gelungene Generalprobe im Zweier-Mixed-Team. Darüber hinaus wurde man Zweiter, obwohl man in der mittleren Rundenzeit eine Sekunde schneller war als das Siegerteam. Aufgrund der Rennunterbrechung und des angewendeten Wertungsmodus bekam man jedoch 15 Minuten Rückstand im Vergleich zum späteren Siegerteam aufgebrummt. In der Summe der reinen Rundenzeiten der beiden Teams hätte das Radsport Nagel Team im Ziel rund 13 Minuten vor dem Siegerteam gelegen.
