Spielplatz schützen
Bürgerinitiative fordert Schutz des Spielplatzes Von-Bodelschwingh-Straße in Andernach
aus Andernach
Andernach. Bürgerinitiative stellt klar: Fakten statt Emotionen bei der Bebauung an der Von-Bodelschwingh-Straße
In der aktuellen Diskussion um die geplante Bebauung des Spielplatzes wird es öffentlich teilweise so dargestellt, als ob es sich bei den Bedenken der Anwohner und Bürger um bloße Emotionen handele. Die Initiative stellt klar, dass Sie versucht mit fundierten Argumenten für Umwelt-, Klima- und Anwohnerschutz zu überzeugen und sich aktiv für ein gutes Zusammenleben sowie eine durchdachte Stadtentwicklung einzusetzen.
Kein Gegeneinander von Grünflächen und sozialem Wohnbau
Um Missverständnissen vorzubeugen, ist den Sprechern der Initiative eine Klarstellung besonders wichtig: Die Bürgerinitiative unterstützt den Bau von bezahlbarem und sozialem Wohnraum in Andernach. Es ist in Zeiten des Klimawandels jedoch entscheidend, klimagerecht und transparent zu planen. Bevor bestehende Grünflächen und Spielplätze im Wohngebiet bebaut werden, müssen zunächst alle alternativen Potenziale im Stadtgebiet ausgeschöpft sein.
Ein zentraler Treffpunkt für Nachbarn und Familien
Entgegen vereinfachter Darstellungen stützt sich die Bürgerinitiative auf klare Fakten. Der Spielplatz an der Von-Bodelschwingh-Straße ist viel mehr als nur ein Ort zum Spielen: Er ist ein zentraler Treffpunkt für Kinder, Familien und Nachbarn aus dem Quartier – insbesondere aus den rund 200 umliegenden Wohnungen in Mehrfamilienhäusern ohne eigene Gärten. Er wird regelmäßig von Pfadfindern, Kitas und Schulen genutzt, macht den Stadtteil lebendig und sichert die Lebensqualität vor Ort.
Unverständnis über unterschiedliche Maßstäbe bei der Planung
Wie sachlich begründet die Bedenken sind, zeigt ein Blick in die unmittelbare Nachbarschaft: Nur knapp 200 Meter entfernt, in derselben Ringstraße, wurde eine Bauvoranfrage für ein Gebäude mit lediglich drei Wohneinheiten abgelehnt. Als Gründe wurden unter anderem die Bodenversiegelung, Probleme bei der Regenwasserversickerung, zusätzliche Hitzeentwicklung, Belastungen für den Verkehr sowie eine unerwünschte Vorbildwirkung genannt.
Dass auf der nahegelegenen Spielplatzfläche nun mit 23 Wohneinheiten ein fast achtmal so großes Projekt entstehen soll und dieselben Umweltbedenken dort offenbar keine Rolle mehr spielen, sorgt bei den Anwohnern für Unverständnis. Die Initiative fordert hier gleiche und nachvollziehbare Maßstäbe für das gesamte Quartier.
Transparenz und Bürgerbeteiligung statt vollendeter Tatsachen
Mit Sorge sieht die Bürgerinitiative zudem den städtischen Haushalt: Dort sind 5,6 Million Euro nicht allgemein für den sozialen Wohnungsbau, sondern bereits gezielt für das Spielplatz-Areal (Friedlandstraße 44) eingestellt. Das zeigt deutlich, dass die Vorüberlegungen im Hintergrund schon weit fortgeschritten sind. Die Anwohner fordern deshalb, dass bislang unberücksichtigte Alternativen ergebnisoffen geprüft werden. „Wir fordern die Offenlegung fundierter Studien, die belegen, dass eine Bebauung dieses Standorts tatsächlich alternativlos ist, bevor endgültige Beschlüsse gefällt werden“, so die Initiative.
Klimaschutz, alte Bäume und fehlende Ausweichflächen
Die fachlichen Argumente gegen die Bebauung liegen auf dem Tisch: Die alten Bäume sichern Schatten und Kühlung – ein unschätzbarer Wert, nachdem Andernach 2025 als heißeste Stadt Deutschlands und 2026 als Hitzespitzenreiter in Rheinland-Pfalz gemessen wurde. Dieser Mikroklimaschutz geht bei einer Bebauung dauerhaft verloren. Zudem gibt es im näheren Umfeld schlicht keine freien Ausweichflächen für einen gleichwertigen Ersatzspielplatz. Weder die fußläufige, kreuzungsfreie Erreichbarkeit für Kinder noch die Funktion als zentraler Treffpunkt für Familien, Kitas und Schulen lässt sich an anderer Stelle eins zu eins ersetzen.
Dialogbereitschaft bleibt bestehen
Auch wenn es unterschiedliche Auffassungen über den bisherigen Prozess gibt, setzt die Bürgerinitiative weiterhin auf den konstruktiven Austausch. Sie lädt die Politik sowie alle Bürgerinnen und Bürger zum Dialog ein, um gemeinsam tragfähige und zukunftsfähige Lösungen für Andernach zu finden.
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Der Spielplatz muss bleiben Foto: Privat