Automatisierte Dokumentenausgabe
CDU Andernach plant „Rund-um-die Uhr“-Dokumente-Ausgabebox für Bürgerinnen und Bürger
aus Andernach
Andernach. Die CDU-Stadtratsfraktion hat dem Digitalisierungsausschuss einen Antrag zur Einrichtung einer automatischen Dokumente-Ausgabebox (24/7-Abholstation) vorgelegt. Bürgerinnen und Bürger sollen dort künftig behördliche Dokumente und Bescheide – etwa Personalausweise, Reisepässe, Führerscheine und Meldebescheinigungen – rund um die Uhr mittels Code oder Chipkarte sowie automatischer Identitätsprüfung abholen können. Als Standort schlägt die Fraktion das Rathaus oder einen zentral gelegenen, barrierefrei erreichbaren Ort im Stadtgebiet vor.
„Die vor Jahren beschlossene Einführung des Bürgerbüros war zweifellos ein großer Fortschritt an Bürgerfreundlichkeit. Dennoch bleibt das Bürgerbüro für manche Menschen angesichts der begrenzten Öffnungszeiten schwer erreichbar – vor allem für diejenigen im Wechseldienst oder mit Arbeits- und Kinderbetreuungszeiten, die einen unproblematischen Rathausbesuch unter der Woche kaum zulassen“, erklärt Fraktionsvorsitzender Raphael Busenkell. „Eine Abholstation schließt die Lücke zwischen digitalem Antrag und physischem Dokument. Das ist Verwaltungsservice, der sich am Leben der Menschen orientiert – nicht umgekehrt.“
Sein Fraktionskollege Hans-Georg Hansen weist zusätzlich auf die Entlastung der Verwaltung hin: „Die persönliche Übergabe von Dokumenten bindet Personal in den Servicecentern. Durch die automatisierte Ausgabe werden Mitarbeitskapazitäten frei, die für Beratung und komplexere Dienstleistungen eingesetzt werden können – und die Wartezeiten an den Servicetheken verkürzen sich spürbar.“ Hansen betont zugleich den Aspekt der gleichberechtigten Teilhabe: „Für ältere Menschen, Menschen mit Beeinträchtigungen, Schichtarbeitende und Familien ohne flexible Betreuungsmöglichkeiten ist die Abholung während der regulären Öffnungszeiten oft eine echte Hürde. Ein barrierefrei gestalteter Automat stärkt die Gleichbehandlung aller Bürgerinnen und Bürger.“
Die CDU-Fraktion verweist darauf, dass automatische Dokumenten-Ausgabesysteme bundesweit zunehmend zum Einsatz kommen – etwa in Trier – und sich als sicher, zuverlässig und akzeptiert bewährt haben. Technische Standards, Datenschutzkonzepte und Fördermöglichkeiten, zum Beispiel aus Förderprogrammen zur Digitalisierung der Verwaltung, lägen vor; die Stadt könne auf erprobte Lösungen aus Rheinland-Pfalz zurückgreifen. „Den einmaligen Anschaffungs- und laufenden Betriebskosten stehen dauerhafte Einsparungen durch Personalentlastung, kürzere Wege und geringeren Porto- und Versandaufwand gegenüber“, so Busenkell.
Die Verwaltung soll nach dem Antrag der CDU-Fraktion ein Umsetzungskonzept vorlegen, das mindestens enthält: Standortvorschläge inklusive Barrierefreiheit und einfacher Erreichbarkeit,
Kostenschätzung für Anschaffung, Betrieb und Wartung – einschließlich Fördermöglichkeiten,
Auswahl der auszugebenden Dokumente und der technischen Verfahren zur Identitätsprüfung,
ein Datenschutzkonzept (DSGVO-Konformität, Löschkonzepte, Aufbewahrungsfristen) sowie
einen Zeitplan für die Umsetzung inklusive möglichem Pilotbetrieb.
„Die Digitalisierung der Verwaltung darf nicht bei Online-Anträgen enden. Mit der Abholstation setzen wir ein sichtbares, alltagspraktisches Zeichen dafür, dass Andernach die Chancen der modernen Verwaltung nutzt“, so Busenkell abschließend.
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Vor dem Rathaus könnte eine Dokumenten-Ausgabebox die Behördengänge erleichtern Foto: CDU-Andernach