Kulturamt der Stadt Andernach
Des Teufels General
Am Donnerstag, 25. Februar
Andernach. Der berühmteste Satz aus Carl Zuckmayers 1946 uraufgeführtem Erfolgsstück „Des Teufels General“, das jetzt als Neuproduktion des Euro-Studio Landgraf auf Tournee zu sehen ist, fällt ganz am Schluss: „Wer auf Erden des Teufels General wurde und ihm die Bahn gebombt hat - der muss ihm auch Quartier in der Hölle machen.“ Mit diesen (fast) letzten Worten steigt Zuckmayers Hauptperson, General Harras, der sich aus Liebe zur Fliegerei mit den Nazis eingelassen hat, wissentlich in ein defektes Flugzeug und stürzt sich in den Tod.
Berlin, Spätherbst 1941. Zu Ehren einiger beurlaubter Front-Offiziere gibt Fliegergeneral Harras, der von der Gestapo verdächtigt wird, in die Sabotageaffäre um mysteriöse Abstürze von Kampfmaschinen verwickelt zu sein, in einem Berliner Restaurant eine Gesellschaft.
Dabei scheut sich der Draufgänger nicht, das NS-Regime - unter anderem in Gestalt des NS-Kulturleiters Schmidt-Lausitz - zu düpieren. Nachdem Harras Bekanntschaft mit den Inhaftierungs- und Verhörmethoden der Gestapo gemacht hat, stellt ihm Schmidt-Lausitz ein Ultimatum: Innerhalb von zehn Tagen muss er herausfinden, wer der Urheber der Sabotageakte ist, sonst…
Die Fragen nach Schuld und Verantwortung, Selbstbestimmung und Zivilcourage, die Zuckmayers Drama aufwirft, lassen sich nicht auf das Dritte Reich beschränken. Sie stellen sich auch uns immer wieder: Welcher Zweck heiligt welche Mittel? Und: Darf man sogar den Tod Unschuldiger in Kauf nehmen, wenn es der gerechten Sache dient? Über diese und andere Fragen kann das Publikum beim Gastspiel von „Des Teufels General“ am 25. Februar um 20 Uhr in der Mittelrheinhalle in Andernach nachdenken.
