Allgemeine Berichte | 14.02.2016

Ausstellung „Ganz nah, aber weit genug“ im Altenzentrum St. Stephan

Die Not ganz nahe gebracht

Mathias Birsens berichtete von seinen Erfahrungen im inoffiziellen Flüchtlingslager von Jeb Jennine. E.T. Müller

Andernach. Eine Nahaufnahme der Situation von Flüchtlingen im Libanon zeigt die Fotoausstellung „Ganz nah, aber weit genug“ in der Altenzentrum-Sankt-Stephan-Stiftung in Andernach. Thematisiert werden die Lebensbedingungen von Palästinensern, Armeniern und vor allem Syrern direkt hinter ihrer eigenen Landesgrenze. Neben Bildern aus den Flüchtlingslagern sind Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft zu sehen, die die Fotografen vor Ort getroffen hatten.

Während in Europa der Umgang mit der steigenden Zahl der Asylsuchenden die Diskussionen beherrscht, sind die Zustände im Libanon für viele Flüchtlinge katastrophal. Zehn Stipendiatinnen und Stipendiaten der Journalistischen Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung hatten sich auf den Weg gemacht, um vor Ort zu recherchieren, mit dabei auch Mathias Birsens aus Wassenach. Der 22-jährige Nachwuchsjournalist und Student der Islamwissenschaften will Korrespondent im Nahen Osten werden. Da war das Angebot der Konrad-Adenauer-Stiftung ein willkommener Anlass. Das inoffizielle Flüchtlingslager von Jeb Jennine in der Bekaa-Ebene jedoch übertraf seine Vorstellungen von unbeschreiblicher Armut: „Da sind keine Häuser, keine Zelte. Die Menschen leben in improvisierten Behausungen aus Holzpfosten und alten Werbebanner-Planen. Wenn man das gesehen hat, kann man gut verstehen, warum die Leute alle nach Europa kommen wollen.“

Aber diese Menschen in diesem Lager wollen nicht nach Europa. Sie wollen warten, bis der Krieg vorbei ist. „Wir bleiben lieber im Lager, als mit unseren Kindern in Syrien zu sterben“, so einer der Flüchtlinge, denen die Hoffnungslosigkeit ins Gesicht geschrieben steht. Fröhlich dagegen wirken auf den ersten Blick die vielen Kinder, die meisten bis zwölf Jahre alt, berichtete Mathias Birsens bei der Vernissage: „Obwohl die Situation katastrophal ist, scheinen die vielen Kinder trotzdem glücklich und haben mit den einfachsten Dingen gespielt. Doch auch ihnen konnte man in einigen Momenten die Hoffnungslosigkeit ansehen.“ Eindrucksvoll sind die von dem jungen Studenten gemachten Portraitaufnahmen, charaktervolle Gesichter, in denen Flucht und Vertreibung, aber auch menschliche Würde zu lesen ist. Frank Windeck, Journalistische Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung, der die Gruppe im Libanon begleitet hat, benannte den Syrienkrieg als Ursachen des Übels: „Es gibt Gründe für die Flucht, und gegen diese muss man etwas tun.“

Bewohner und Gäste zeigten sich beeindruckt von den großartigen Farbfotografien. Es waren die lebendigen Berichte von Mathias Birsens und Frank Windeck, die das unbeschreibliche Ausmaß der Not nahe brachten. Einen Denkanstoß hierzu gab auch das Gedicht „Gott wartet nicht“ von Stephan Wahl, vorgetragen von Heimbewohnerin Klara Brochhagen-Kassel. Getrud Hüttges von der Heimleitung dankte Mathias Birsens, seiner Mutter Marianne Krämer-Birsens und Frank Windeck für die Ausstellung, die bereits in Berlin, Sankt Augustin, Bielefeld, Tübingen, Erfurt und Bad Honnef gezeigt wurde: „Wir sind stolz, eine so tolle Ausstellung im Haus zu haben!“.

Weitere Informationen gibt es unter journalisten-akademie@kas.de. Der Videotrailer „Ganz nah aber weit genug - Flüchtlinge im Libanon“ findet sich im Internet unter www.youtube.com/watch?v=pBtBuJwLBuI.

Mathias Birsens berichtete von seinen Erfahrungen im inoffiziellen Flüchtlingslager von Jeb Jennine. Foto: E.T. Müller

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