St. Martins-Nachbarschaft auf den Spuren der Hildegard von Bingen
Ein ganz besonderer Tagesausflug
Andernach/Bingen. 40 Nachbarn konnte Amtmann Herbert Lohrum zur Sommerfahrt nach Bingen begrüßen. Schon im Bus bereitete Schöffin Bettina Morsch die Reisegesellschaft in einem kurzen aber prägnanten Vortrag auf Hildegard von Bingen vor. Im Mittelpunkt standen Hildegards Lebensgeschichte, insbesondere aber auch ihre Rolle als Frau in der damaligen von Männern dominierten Gesellschaft und die damit verbundenen Schwierigkeiten, ihre Ideen und Visionen verbreiten zu dürfen. Trotz ihrer adligen Herkunft war der Weg an die Spitze des Benediktinerinnenklosters in Bingen-Ruppertsberg nicht leicht. Nicht unumstritten war auch das Leben der Nonnen in diesem Kloster. Insbesondere ihre Zeitgenossin Texwindis - erste Äbtissin des Andernacher Frauenkloster St. Thomas - griff Hildegard wegen deren Lebensweise vehement an, wie Schöffin Roswitha Henrichs zu berichten wusste. Mit dem Frauenkloster St. Thomas war dann auch der Bogen hin zur St. Martins-Nachbarschaft geschlagen, die ihren Namen letztlich von dem in der Nachbarschaft von St. Thomas gelegenen Frauenkloster St. Martin und dem davon abgeleiteten Martinsberg hat.
Historisches Museum am Strom
Nach der Ankunft stärkte man sich im direkt am Rhein gelegenen ‚Alten Zollamt‘, das vom ‚Vorkoster-Team‘, den Schöffen Simone Meyer-Gross, Klaus Meyer, Bea Müllenbach und Detlev Ullrich ausgewählt worden war. Danach ging es wenige hundert Meter rheinabwärts zum „Historischen Museum am Strom - Hildegard von Bingen“, das in einem ehemaligen Elektrizitätswerk untergebracht ist und unter anderem weltweit einmalig ein römisches chirurgisches Ärztebesteck enthält. Der Fokus der Nachbarschaftsfahrt lag aber auf Hildegard von Bingen. Von einer fachkundigen Führung begleitet ging es kurzweilig durch die umfangreiche Dauerausstellung zum Themenkomplex Hildegard von Bingen. Anschließend führte Bettina Morsch fachkundig durch den unmittelbar neben dem Museum gelegenen „Hildegarten“, ein in Anlehnung an Hildegard von Bingen geschaffener Kräutergarten.
Nach kurzem Verweilen in der schönen Rheinpromenade brachte der im Jahr 1913 gebaute Raddampfer Goethe die Reisegesellschaft durchs romantische Mittelrheintal nach Boppard. Dort wartete bereits der Busfahrer, der die Gruppe wieder gut zu ihrem Startpunkt an der St. Martin Schule zurückbrachte. Es war ein kurzweiliger, informativer Tagesausflug in eine wunderschöne Gegend mit genügend Gelegenheit zum Gespräch und Gedankenaustausch.
Freuen kann man sicg bereits jetzt auf die nächste Veranstaltung der St. Martins-Nachbarschaft, das Sommerfest am Sonntag, 26. August im Casino Ahsenmacher mit reichhaltigem Programm.
Eine kurze Verschnaufpause gab es im „Hildegarten“.
