Seniorenkreis der Kolpingfamilie Andernach
Eine nostalgische Rheinreise
Rheinromantik endet keinesfalls an der Moselmündung
Andernach. „Warum ist es am Rhein so schön?“, so hätte auch Titel für den Vortrag beim Seniorenkreis lauten können. Oder anders: „Was lange währt, wird endlich gut!“ weil der dritte Termin nach zwei vorherigen Verschiebungen immer neugieriger gemacht hatte. Deshalb freute sich Seniorenkreisleiter Josef Nonn, seinen früheren Museums- und Kulturamtsleiter Dr. Klaus Schäfer, der mit der Technik von Guido Seibert unterstützt wurde, im Kolpinghaus begrüßen zu können.
Der Vortrag basierte auf einer Ausstellung im „Haus-von-der-Leyen“, dem Stadtmuseum an der Hochstraße. Sie zeigte damals Aquarelle, Zeichnungen und Lithographien aus den Jahren zwischen 1800 und 1950, die aus einer Andernacher Privatsammlung stammten. Die deutsche Rheinromantik begann sozusagen, so ist in den Andernacher Beiträgen Nr. 30 zu lesen, mit der gemeinsamen Rheinreise von Clemens Brentano und Achim von Arnim. Sie planten unter anderem eine Sammlung von Volksliedern und beschäftigten sich mit rheinischen Volkssagen und erfanden damit gewissermaßen die Sage von der Loreley.
So bildete auch ein Holzstich von Closs nach einem Gemälde von F. Keller mit der Loreley den Anfang der im Vortrag gezeigten Bilder. Hoch auf dem Rheinfelsen sitzend, das lang wallende Haar kämmend und dem Betrachter ganz leicht von oben ins Auge blickend, die lockende Loreley! Die „Reise“ beginnt in Mainz mit Farblithografien von C.P.K. Köhler um 1875; einer lustigen Gesellschaft im Kahn sowie einem Blick von Kastell auf die Mainzer Altstadt, getaucht in ein nostalgisches Licht in gedämpften, warmen Farben.
Über Eltville und Rüdesheim wird Bingen erreicht. Die Bilder zeigen Bauwerke, zum Beispiel den Turm der Stadtburg in Eltville, den Adlerturm in Rüdesheim (so genannt nach dem gleichnamigen Gasthof zum Adler) mit einer bürgerlichen Idylle und einer bäuerlichen Szene mit spielenden Kindern. Die Basilika St. Martin, die Burg Klopp, der Mäuseturm in Bingen sowie im Hintergrund die Ruine der Burg Ehrenfels sind umgeben von der bergumsäumten Rheinlandschaft. Die Berge werden auf vielen Darstellungen höher dargestellt als in der Realität. Der Betrachter neigt dazu, sich in einem Hochgebirge wiederzufinden.
Die Pfalz bei Kaub wirkt in einer Ansicht von Th. Sutherland von 1819, in Natur eher eine zierliche Burg, wie ein mächtiger entgegen kommender Dampfer! Gezeigt werden auch das Örtchen Kaub und die Ruinen der Burg Gutenfels, im Hintergrund sind auch Oberwesel und die Schönburg angedeutet. Bei Kaub überquerte ja auch am Neujahrstag 1815 Blücher in Verfolgung napoleonischer Truppen den Rhein. Einige Jahre davor hatte Napoleon dafür gesorgt, dass die Burg Gutenfels zu Ruine wurde.
Romantischer Mittelrhein
Oberwesel gehörte übrigens neben Koblenz-Ehrenbreitstein mit der Festung und der Insel Nonnenwerth (Blick auf das Siebengebirge) zu den am häufigsten gemalten Orten des „romantischen Mittelrheins“. An den Andernacher Runden Turm erinnert der Ochsenturm in Oberwesel, der mit einer Höhe von rund 40 Metern allerdings nicht an die Mächtigkeit des Andernacher Bauwerks herankommt. Er ist Mitte des 14. Jahrhunderts gebaut worden. Der Turm in Andernach datiert etwa 100 Jahre später, sodass vermutet werden kann, dass der Oberweseler Turm Pate gestanden hat für den Runden Turm in Andernach.
Bilder von Wellmich, Kamp-Bornhofen, Boppard und Oberspay und natürlich der Marksburg mit Braubach führen hin zur Stolzenfels und Koblenz mit der Festung Ehrenbreitstein. Natürlich kamen auch Neuwied und Weißenthurm nicht zu kurz. Ansichten von Andernach sind wohl häufiger im Stadtmuseum ausgestellt worden. Deswegen wurden nur zwei seltenere Bilder gezeigt. Eine Aquarell-Gouache (wasserlöslich, unter Zusatz von Kreide) zeigt Andernach von der rechtsrheinischen Seite gesehen in naiver Malerei, wobei die Farbgebung originell und phantasievoll ist. Überhöhte, gewaltige Höhenzüge in grau-weiße, weißer und blauer Farbe im Hintergrund, die Stadtsilhouette mit einigen Gebäuden und dem Mauerring gut erkennbar, aber im Detail unkorrekt erfasst, so das Werk von W. Schirmer aus dem Jahr 1823.
Malerische Reise
Farblich romantisch getroffen sind die Ruinen der Schlosses zu Andernach mitsamt dem Koblenzer Tor. Mit südländischem Einschlag die üppige Vegetation und einem verschleiert blauen Himmel hat der namenlose Maler eine Lithographie von O. Howen umgesetzt. Wenig Leutesdorf, dafür umso mehr einen farbenfroher Rheindampfer, umgeben von einer Anzahl anderer Boote und Schiffe auf dem an einen großen See erinnernden Rhein zeigt die Chromolithographie um 1890/1900 von L. Kemper. Personen mit bunten Schirmchen werden von zwei Ruderern von der linksrheinischen Seite nach Leutesdorf in einem Kahn gerudert.
Über Hammerstein, Rheinbrohl und die Burg Rheineck vor Bad Breisig, Erpel, Remagen, Nonnenwerth, das Siebengebirge mit dem Drachenfels über Bonn schließt die im wahrsten Sinne des Wortes „malerische(!)“ Reise mit Ansichten von Köln ab.
Josef Nonn bedankte sich bei Dr. Klaus Schäfer und Guido Seibert nach einem lang anhaltenden Beifall für diesen außergewöhnlichen Vortrag.
Diamanthochzeitspaar Klara und Josef Bell sind treue Kolpingmitglieder.
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