MYK-Forum Auftaktveranstaltung stieß auf großes Interesse
Gemeinsam statt einsam - Dem Alter in MYK Zukunft geben
Plaidt. Mehr als 70 interessierte Bürger folgten der Einladung zum ersten MYK-Forum nach Plaidt. Themenschwerpunkt der Auftaktveranstaltung: die zukünftige Seniorenpolitik in Mayen-Koblenz. „Über Internetplattformen, Bürgerbefragungen und Projekte wie den Bürgerhaushalt beziehen wir Bürgerinnen und Bürger bereits laufend in die Gestaltung der Landkreispolitik mit ein. Dies gilt es zu verstärken. Mit dem MYK-Forum als Dialogplattform zwischen Bürgern, Politik und Experten haben wir eine neue Art der Beteiligung in Mayen-Koblenz gefunden, die wir zukünftig weiter ausbauen möchten“, so der CDU-Kreisvorsitzende Dr. Adolf Weiland in seiner Begrüßungsrede. In einleitenden Kurzreferaten durch den CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Georg Moesta, den Leiter des Netzwerks Demenz MYK, Olaf Spohr, Landrat Dr. Alexander Saftig und den Inhaber des Lehrstuhls für gemeindenahe Pflege an der Philosophischen-Theologischen Hochschule Vallendar, Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler, erhielten die Gäste eine fundierte Diskussionsgrundlage aus verschiedenen Perspektiven. In seiner Rede gab Georg Moesta einen Überblick über die wichtigsten Weichenstellungen im Bereich der Familien- und Seniorenpolitik der vergangenen Jahre. „Wir können auf Erfolge bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, der Bildung sowie der regionalen Familienpolitik verweisen. Unsere Beschlüsse und Maßnahmen in der Förderung der Kindertagespflege, für ein selbstbestimmtes Leben im Alter oder in der Pflegestrukturplanung tragen deutliche Früchte. Wir haben viele Angebote, wie etwa die Pflegestützpunkte, erste Ansätze in der Seniorenberatung, Teilaspekte in den Mehrgenerationenkonzepten, aber auch Seniorenbeiräte und anderes. Das alles bedarf in unseren Kommunen einer stärkeren Vernetzung und Institutionalisierung. Die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger müssen wissen, welche Angebote es gibt, sie müssen wissen, wie sie sie erreichen können und sie müssen auch Bedarfe artikulieren können.“ Wenn über Generationengerechtigkeit gesprochen werden, sei dabei auch die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im Landkreis ein wichtiger Aspekt. Olaf Spohr vom Netzwerk Demenz stellte die Kommunikation der kommunalen Träger, Institutionen und Vereine untereinander in den Mittelpunkt: „1,5 Millionen Menschen sind in Deutschland an Demenz erkrankt. Tendenz steigend. Wichtig ist der Austausch der Kommunen, Verbände und Dienstleister untereinander. Beispielsweise bei gemeinsamen Schulungsmaßnahmen und in der abgestimmten Aufgabenverteilung.“ Auch Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler teilte diese Auffassung in seinem Referat. „Mit Blick auf die Herausforderung im Pflegebereich steht der Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz gut da.
In MYK ist der familiäre Rückhalt noch stark ausgeprägt und ein Großteil der zu Pflegenden lebt bei den Familien. Allerdings sei auch im Landkreis die deutschlandweite Tendenz zu alleinstehenden Menschen im Alter ansteigend. Zudem werden bis 2025 bis zu 180 Pfleger sowie bis zu 350 Altenpfleger in MYK fehlen. Diesem Fachkräftemangel gilt es jetzt zu begegnen“, stellte Hülsken-Giesler klar. Landrat Dr. Alexander Saftig nahm den Diskussionsfaden auf und betonte: „Es geht uns darum, jetzt für unsere Zukunft zu sorgen und die richtigen Weichenstellungen zu treffen. Wir benötigen ein differenziertes Angebot im Landkreis. Hier werden wir darüber diskutieren müssen wie Anreize geschaffen werden können, damit beispielsweise ehrenamtliche Pflege möglich wird.“ Hier spiele das Kreisentwicklungskonzept als zentrale Ideensammlung für die Zukunft eine wichtige Rolle. Georg Moesta ergänzte: „Wir haben im Dezember im Kreistag einen Haushaltsansatz von 15.000 Euro geschaffen, um in diesem Jahr mit dem Ziel „Gemeinsam statt einsam - dem Alter in MYK eine Zukunft geben“, eine Sammlung griffiger und vor Ort umsetzbarer Ideen auf den Weg zu bringen.“ Schließlich gebe es viele aktive Senioren, die sich gerne vor Ort einbringen.
Dieses Engagement als gesellschaftliche Chance zu nutzen, sei eine wichtige Aufgabe in den nächsten Jahren.
