August-Horch-Schüler aus Andernach zu Besuch in Polen
Kultureller Austausch auf Englisch
Andernach. Im Rahmen des „Erasmus+“ Programmes trafen im Oktober Schüler der Berufsoberschule II ihre Partner aus sechs Ländern in der polnischen Stadt Konskie, rund 100 Kilometer südwestlich von Warschau gelegen. Die einwöchige Begegnung stand unter dem Projekttitel „APPLES – Applied Pupils Project for Learning Entrepreneurial Skills“, wobei jede Partnerschule eine Abteilung in dem „multinationalen Unternehmen“ verkörpert und entsprechende Aufgaben übernimmt. In den vorausgegangenen Treffen stand in Kroatien zum Beispiel die Produktion und Veredelung von Äpfeln im Vordergrund, in der „Marketingabteilung“ der August-Horch-Schule, dem Partnergymnasium in Vilnius/Litauen, die Verpackung und Vermarktung von selbsterzeugten Apfelprodukten. Im Konskier Marie-Curie-Gymnasium, der Personalabteilung des „Unternehmens“, drehte sich diesmal die Arbeit in internationalen Gruppen vor allem um die Schwerpunkte Bewerbung und Vorstellungsgespräch, Gesundheit am Arbeitsplatz, Stressbewältigung und gesunde Ernährung. In Videos, Faltblättern und auf Plakaten stellten die Schüler dann den anderen Gruppen sowie den Lehrern und der Schulleitung ihre Produktergebnisse vor – und das alles auf Englisch. Abgerundet wurde der Aufenthalt durch einen Tag in Warschau, eine Fahrt auf der „Apfelroute“ nach Sandomierz, Renaissancekleinod, ehemalige Königsstadt und Handelsknotenpunkt an der Weichsel. Die Fremdenführerin wies die Teilnehmer darauf hin, dass es einen sehr schönen neuen Fernradweg entlang des Flusses von der Quelle in den Schlesischen Beskiden bis zur Mündung in Danzig gäbe und nach den Polen selbst die zweitgrößte Zahl von Touristen aus Deutschland käme. Auf der Rückfahrt machte man noch Halt in Kielce, dem barocken Zentrum der Wojewodschaft Swietokrzyskie, bevor man dann wieder in der Partnerstadt eintraf. Die August-Horch-Schüler, die wie ihre Kollegen aus den anderen sechs Partnerländern, alle in Familien untergebracht waren, sind begeistert von Land und Leuten. Alle Familien waren sehr herzlich, überaus gastfreundlich und interessiert. So meint Simon Runge: „Mich haben diese zwischenmenschlichen Erfahrungen am meisten beeindruckt und geprägt. Innerhalb einer Woche hat sich eine starke Bindung aufgebaut. Eine Unterbringung im Hotel ist daher keine Alternative“ und Sabrina Könntgen: „Polen ist ein sehr interessantes Land, mit tollen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten, die Landschaft ist eine ganz andere als in Deutschland. Schwerpunkte werden anders gesetzt, so wird in Polen beispielsweise mehr auf Sauberkeit geachtet“. Diese Eindrücke können die Lehrer nur bestätigen. Der Aufschwung ist überall zu spüren und steht im unmittelbaren Zusammenhang mit dem blauen Sternenkranz der EU-Kofinanzierungsschilder, deren Fördermittel hier unmittelbar zur Verbesserung der Lebensqualität der Bürger investiert werden: Fast alle historischen Gebäude der besuchten Innenstädte sind wunderbar renoviert und strahlen, Fußgängerzonen wurden völlig barrierefrei und durch unterschiedliche Pflasterornamentik auch optisch sehr ansprechend gestaltet. Es gibt viele „grüne Inseln“ mit Sitzgelegenheiten (abends sogar mit „Lesebeleuchtung“) und Spielplätzen, die öffentlichen Parks und Grünflächen sind gepflegt. Nirgends sind Spuren von Vandalismus zu bemerken, es verunzieren keine Schmierereien die Fassaden und es gibt keinerlei Vermüllung des öffentlichen Raumes.
„Ich fühle mich auch als Europäerin“, meint Natalia Stawica, eine Schülerin, die in Deutsch ihre Abiturprüfung ablegen wird und bereits mehrmals Preisträgerin des Goetheinstitutes war, „aber zuerst bin ich Polin und glücklich, hier zu leben“.
