Bäckerjungenspiel wurde in Andernach aufgeführt
Linzer Angreifer hatten keine Chance!
Andernach. Nach einigen Jahren Abstinenz wurde in diesem Jahr wieder einmal das Bäckerjungenspiel aufgeführt. Die Andernacher Bäckerjungensage mit über 80 Darstellern wurde zweimal im Rahmen der Kulturnacht und einmal im Rahmen des Familiensonntages vor der herrlichen Kulisse des Historischen Rheintores aufgeführt. Zwei Bäckerjungen, die nächtlicherweise aus den Bienenkörben am Torturm Honig stehlen wollten, bemerkten die Angreifer aus der rheinischen Nachbarstadt Linz. Kurzerhand warfen sie die Bienenkörbe auf sie hinunter und läuteten dann Sturm. Fluchend zogen die arg zerstochenen Feinde ab. Wie bei jeder Sage, so sind bei der Geschichte von den Andernacher Bäckerjungen handfeste geschichtliche Dinge und Ereignisse die Grundlage der Erzählung. Die Handlung selbst ist aber frei erfunden. Die Verspielung der Sage - in zwei heiteren Akten mit sieben unernsten Szenen von Dr. Helmut Weinand (Spielleiter: Heribert Zins) - fand vor reichlich Publikum an zwei Spielorten statt: Vor dem Historischen Rheintor wurde die Erstürmung gezeigt, die Aburteilung der Gefangenen fand dann auf der Bühne in den Rheinanlagen statt. Die heutige Fassung des Bäckerjungenspiels stammt aus dem Jahre 1984 und hat den Sagentext szenisch aufbereitet. Die Akteure, alle aus den Andernacher Karnevalsvereinen, verstärkt mit der Bürgergarde Plaidt, fungierten als Linzer Angreifer, als Verteidiger, Bürgermeister, Räte, Schöffen, Nachtwächter, Henker und nicht zu vergessen, als die Andernacher Bäckerjungen.
Die Bäckerjungen verteidigten sich mit Bienen vor den Linzer Angreifern.