SPD-Podiumsdiskussion
Migrationspolitik ohne Angst und Träumereien
Arbeit der Beiräte für Migration und Integration steht im Vordergrund
Andernach. Mit Blick auf die im November stattfindenden Wahlen der Beiräte für Migration und Integration hatte der migrationspolitische Arbeitskreis des SPD-Stadtverbandes Andernach zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Zentrale Frage war dabei: „Wo steht Andernach in Sachen Migration und Integration und welche Zukunft hat der Beirat?“ Hierzu diskutierten Jacqueline Engel (Vorsitzende des BMI in der Bäckerjungenstadt), Miguel Vicente (Landesbeauftragter für Migration und Integration), Martin Leupold (Schulleiter der St. Thomas Realschule plus Andernach), Achim Hütten (Oberbürgermeister der Stadt Andernach), Marzieh Rafat und Faisal El Kasmi (Mitglied des BMI im Kreis Mayen-Koblenz). Zunächst begrüßte Rüdiger Schäfer, Sprecher des SPD-Arbeitskreises für Migration und Integration, die anwesenden Diskussionsteilnehmer und Gäste und hob dabei die besondere Bedeutung migrationspolitischer Themen hervor, ehe er das Wort an den Moderator der Veranstaltung, den Landtagsabgeordneten Marc Ruland, übergab. Dieser stellte gezielte Nachfragen zur Arbeit des BMI in den vergangenen Jahren, aber auch zur möglichen Entwicklung in den kommenden fünf Jahren. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion konnten sich die zahlreichen Gäste mit ihren eigenen Fragen an die Expertinnen und Experten auf dem Podium wenden.
Besondere Bedeutung der Sprache für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
Im Verlauf der Diskussion hoben sowohl Jaqueline Engel als auch Miguel Vicente die besondere Bedeutung der Sprache für eine gelingende Teilhabe von Migrantinnen und Migranten am gesell-schaftlichen Leben hervor. Diese ermögliche oft erst ein freies und selbstbestimmtes Leben in Deutschland, so der einstimmige Tenor. Vicente betonte zudem auch die Notwendigkeit, sich an politischen Entscheidungen auf kommunaler Ebene stärker beteiligen zu können. Der Andernacher Oberbürgermeister Achim Hütten machte in seinen Redebeiträgen deutlich, dass von 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in Andernach inzwischen rund ein Drittel über einen Migrationshintergrund verfügen. Viele von ihnen seien auch Kinder und Jugendliche, womit Leupold darauf hinwies, dass gegenwärtig an der St. Thomas Realschule plus zwölf Kinder syrischer Flüchtlinge unterrichtet würden. Hier sei mehr Unterstützung durch politische und staatliche Stellen notwendig, etwa bei einer verstärkten Sprachförderung, aber auch im Rahmen therapeutischer Arbeit im Umgang mit den Traumata zahlreicher Geflüchteter.
Zudem wurden einige Meilensteine in der Arbeit des Beirates für Migration und Integration in Kreis und Stadt hervorgehoben, zu denen etwa der erste Deutschsprachkurs für Migrantinnen und Migranten mit finanzieller Beteiligung des Beirates im Jahre 2002, zahlreiche interkulturelle Veranstaltungen und eine Aufklärungsveranstaltung zum Thema Rechtsextremismus zählten.
Im Namen des SPD-Arbeitskreises Migration und Integration bedankte sich Rüdiger Schäfer im Anschluss an die Diskussion bei den Diskutanten und den zahlreichen Gästen und versprach, dass man sich des Themas in der SPD auch in Zukunft annehmen werde. „Mit Blick auf die Arbeit des Beirats in Kreis und Stadt können wir sicherlich auf viele Erfolge zurückblicken. Gleichzeitig ist aber auch klar, dass es noch viel zu tun gibt. Diese Herausforderungen wollen wir auch in den kommenden Jahren mutig angehen“, so Schäfer abschließend.
Pressemitteilung des
SPD-Stadtverbandes Andernach
