Allgemeine Berichte | 21.02.2015

Mitgliederversammlung der Deutsch-Namibischen Schulpartnerschaft Namedy

Persönliche und direkte Hilfe über Kontinente hinweg

Private Entwicklungshilfe hat bereits vieles bewirkt, jedoch stehen die neuen Ziele und Herausforderungen im Fokus der Helfenden

Barbara-Elisabeth Schulke, Vorsitzende der Deutsch-Namibischen Schulpartnerschaft, kümmert sich mit ihrem Mann Kai um die Farm-Schule in Mphe Thuto, Namibia.privat

Andernach. Seit mehr als 15 Jahren unterstützt die Deutsch-Namibische Schulpartnerschaft, mit Sitz im Andernacher Stadtteil Namedy, namibische Farmschulen mit Geld- und Sachleistungen, ohne staatliche Unterstützungen und Hilfestellungen anderer Entwicklungshilfe-Organisationen. „Wir kennen unsere Partnerschulen, wir kennen das Lehrpersonal, wir kennen die Schüler, wir wissen, was und wo was fehlt, wir sind oft präsent und können unsere Hilfsleistungen bedarfsgerecht steuern“, so die Vorsitzende der Deutsch-Namibischen Schulpartnerschaft, Barbara-Elisabeth Schulke. Anlässlich der letzten Jahreshauptversammlung demonstrierte der Verein eindrucksvoll seine vielfältigen Unterstützungsleistungen im Jahre 2014. Das Ziel des Vereins ist es, Kindern und Heranwachsenden Zukunftschancen durch ein verbessertes Bildungsumfeld, in einem unterentwickelten und benachteiligten Land im südlichen Afrika, zu geben.

Namibia ist flächenmäßig 2,5 mal so groß wie Deutschland, hat aber nur 2,3 Mio. Einwohner. In den ländlichen Regionen herrscht extreme Armut. Die deutsche Entwicklungshilfe mit rund 80 Millionen Euro pro Jahr fließt wie üblich in politisch bedeutsame Projekte.

Private Entwicklungshilfe ist eine Herkulesaufgabe. Voraussetzungen sind überdurchschnittliches Engagement der handelnden Personen auf beiden Seiten, hier in Deutschland und an den Schulen in Namibia. In 2014 kooperierten im Rahmen des Vereins drei Schulen in Deutschland mit drei Schulen in Namibia.

Dazu zählten auf deutscher Seite die beiden Grundschulen von Kettig und St. Castor aus Koblenz sowie das Martinus Gymnasium Linz.

Private Entwicklungshilfe ist eine langwierige Aufgabe

Private Entwicklungshilfe direkt erleben und nachhaltig gestalten, bedeutet, vor Ort über Jahre hinweg Netzwerke aufzubauen und zu pflegen. Schulen helfen Schulen, Schüler helfen Schülern, die Vereinsmitglieder motivieren, moderieren, koordinieren, organisieren, transportieren und fassen mit an.

Es geht um menschenwürdige Verhältnisse aber auch um Zuwendung, ein Signal beachtet zu werden.

Private Entwicklungshilfe bedeutet, die Not vor Ort erkennen und persönlich Abhilfe schaffen. Die beteiligten Schulen in Deutschland sammeln Sachspenden, Geldspenden oder veranstalten hierzu Basare. Die Vereinsmitglieder und auch außenstehende Personen übernehmen Patenschaften für namibische Schulkinder zur Finanzierung der Schulgelder. Kleine Unterstützungsleistungen haben bei der Deutsch-Namibischen Schulpartnerschaft große Wirkungen. Nichts versickert in Organisationsstrukturen, alles kommt dort hin, wo es Hilfe spendet. „Das beschränkt zwar unseren Aktionsradius“, so Barbara Schulke, „ist aber zielgenau und überschaubar. Wir unterstützen Menschen in ihrem Umfeld und keine Systeme.“

Anlässlich der letzten Mitgliederversammlung Ende Januar 2015 sorgten viele Beiträge von Mitgliedern, die im Laufe 2014 die Partnerschulen und Patenkinder besuchten, für lebhafte Diskussionen. So auch die sehr anschauliche Power-Point-Präsentation von Jenny Reisdorf, die im Rahmen ihres Pädagogikstudiums ein dreimonatiges Praktikum in Namibia absolvierte.

Es gibt noch viel zu tun für die Deutsch-Namibische Schulpartnerschaft. So beispielsweise muss ein neu erstellter Sportplatz eingezäumt werden, damit wilde Tiere sich dort nicht ausbreiten. An allen drei Schulen sollen die Räume für die 2014 gespendeten PCs hergerichtet werden. Ganz dringend müssen die Toilettenhäuschen in einen menschenwürdigen Zustand gebracht werden.

Barbara-Elisabeth Schulke, Vorsitzende der Deutsch-Namibischen Schulpartnerschaft, kümmert sich mit ihrem Mann Kai um die Farm-Schule in Mphe Thuto, Namibia.Foto: privat

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