Die SG Bad Breisig wird 25 Jahre alt
Sie gehen der Sache bis auf den Grund
Die Abteilung Tauchsport trainiert im Pellenzbad und bildet zum Tauchen in aller Welt aus
Bad Breisig/Andernach. Die SG Bad Breisig feiert Geburtstag. Und dieser Geburtstag steht unter einem silbernen Stern. 2013 Jahr wird der größte Verein der Stadt Bad Breisig - nach dem Zusammenschluss der Sportfreunde Germania Oberbreisig mit dem SV Niederbreisig im Jahr 1988 - 25 Jahre alt. Und dieses Ereignis wird natürlich entsprechend gefeiert und zwar am 18. August. Dann präsentieren sich ab 11 Uhr die die einzelnen Abteilungen dem Publikum aus der Badestadt und der Umgebung im Rheintalstadion. Und vorbereitend auf dieses Ereignis stellt Blick aktuell bis dahin die verschiedenen Abteilungen vor. Nach den Tischtennissportlern in der vergangenen Ausgabe folgen wir nun einer weiteren Abteilung bis auf den Grund. Oder besser gesagt: Bis auf den Boden des Pellenzbades in Miesenheim, wo sich die 60 Mitglieder zählenden Tauchsportfreunde TSF SG Bad Breisig zum Training, zur Ausbildung und zum gemütlichen Beisammensein treffen.
Dieter Heßler, der stellvertretenden Vorsitzende des Gesamtvereins SG Bad Breisig ist der Mann, bei dem als Abteilungsleiter alle Fäden der Abteilung zusammenlaufen. Und Heßler erinnert sich, wie alles begann: „Interne Schwierigkeiten innerhalb des Tauchclubs Atlantis in Andernach führten dazu, dass wir - eine Gruppe - uns von diesem Verein lösten und bei der SG mit offenen Armen aufgenommen wurden. Deshalb sind wir auch genau so alt, wie die SG.“ Aber irgendwie macht diese Aussage stutzig: Bad Breisig hat zwar das Bad im Namen, aber kein adäquates Bad für den Tauchsport. Wie passt das nun zusammen? Nun, wie Heßler betont, passt das sogar ausgezeichnet: „Der Verein bietet uns Tauchsportlern aus nah und fern eine Heimat, von der aus wir losziehen, um unseren Sport auszuüben. Und da bietet sich für die Trainingszwecke das Pellenzbad an, denn unsere Mitglieder kommen aus Remagen, Sinzig, dem Brohltal, Andernach sowie Neuwied und Umgebung.“
Nachwuchs gesucht
Gestartet sind die SG Taucher 1988 mit 15 Mitgliedern. Heute hat sich der Stand bei etwa 60 Tauchfreunden eingependelt aber, so Heßler: „Etwas Sorgen bereitet die Altersstruktur. Diese Entwicklung ist jedoch in allen Vereinen und Abteilungen erkennbar: Wir werden nun mal älter und es ist bei der breiten Angebotspalette immer schwieriger, junge Leute für Vereinssport zu interessieren. Zurzeit beträgt unser Altersdurchschnitt rund 42 Jahre. Dabei ist unser jüngstes Mitglied erst 13 Jahre alt. Aber gerade bei den jungen Interessenten herrscht ein Kommen und Gehen, je nach Interessenslage. Manche kommen dann, wenn sie älter geworden sind, zurück - kurzum bleibt jedoch: Der bundesweite Trend im Vereinsleben verschont auch uns nicht.“ Da tut sich für den Laien die Frage auf: Weshalb wird das Interesse auch am Tauchsport zu einem späteren Zeitpunkt wieder aktuell? Was bietet die Abteilung (an)? Da ist, wie Heßler erklärt, einmal eine grundsolide Ausbildung nach weltweit gültigen Normen: „Wir bilden unsere Mitglieder nach den Richtlinien des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST) Ich bin selber VDST-Tauchlehrer und damit auch für die Ausbildung verantwortlich, und wer hier seinen Tauchschein macht, kann den weltweit, also in der Karibik oder am Great Barriere Reef in Australien gleichermaßen einsetzen, wie am Laacher See oder bei einem Tauchgang in Schottland auf der Suche nach Nessie im Lough Ness. Das ist bei manchen kommerziellen Anbietern in dem Ausmaß nicht der Fall. Ich zeige im Ausland nur den Tauchpass vor und kann meinem Sport nachgehen. Gleichzeitig bin ich weltweit über den Verein und den VDST versichert.“
Und wo liegt der sportliche Wettkampf, den der Name Tausportfreunde beinhaltet? Nun, der ist wohl mehr im Bereich Freizeitsport angesiedelt Und keiner, der auch nur ansatzweise zugeschaut hat, wird den körperlichen Einsatz und die Fitness der SG-Taucher in Frage stellen. Sportliche Wettkämpfe gibt es im Bereich der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), die wie die Sporttaucher dem Weltverband CMAS, der seinen Sitz in Frankreich hat, angeschlossen ist. Hier im Pellenzbad geht es, bei aller sportlichen Betätigung, um Ausbildung zu einer phantastischen Betätigung unter Wasser in der Freizeit und im Urlaub. Und die kann man nicht so einfach im Vorbeigehen mitnehmen: Heßler: „Der Azubi, der zu uns kommt, bekommt zunächst eine Einweisung zu Dingen wie Maske, Schnorchel und Flossen, die er mitbringen muss und dann folgt eine Tauch-Tauglichkeits-Untersuchung. Ist das erledigt, dann kann der Interessent erst einmal vier Wochen „schnuppern“. Ist das alles klar, dann folgt die Ausbildung - 15 Stunden Theorie, 15 Stunden Praxis - meist im Winter im Hallenbad. Diese Ausbildung endet mit dem Grundtauchschein. Weiter geht es dann im Freigewässer, z.B. im Laacher See, mit fünf Prüfungstauchgängen, die bei Erfolg im Bronze-Schein enden. Und so geht das weiter bis dann zum Ende der weltweit gültige Schein einen weiteren Besitzer hat.“
Aber das Vereinsleben beschränkt sich natürlich nicht nur auf Ausbildung im Pellenzbad oder dem Laacher See. Die Tauchsportfreunde gehen auch oftmals gemeinsam auf Reisen, zum Beispiel zum „Austoben“ nach Holland oder an einen Stausee in Luxemburg. Und jährlich geht es auf Clubfahrt, in diesem Jahr zur Insel Elba vor Neapel im Mittelmeer. Und da geht es dann wieder zur Sache, wenn die „Neuen“ nach bestandenen Prüfungen „getauft“ werden. Hesser hält sich bedeckt und lässt nur durchblicken: „Auf die warten schon einige Überraschungen. Ähnlich wie bei der Äquatortaufe. Aber mehr sage ich nicht.“
Wer mehr über diese Abteilung der SG erfahren will, dem stehen Dieter Heßler und seine Freunde am Sonntag, 18. August im Rheintalstadion zur Verfügung. Und wer will, der sollte wenigstens eine Badehose mitbringen. Denn dann kann der im großen Tauchbecken am alten Umkleidegebäude schon einmal ein wenig in die Welt unter Wasser reinschnuppern.TER
„Alles in Ordnung“ signalisiert die junge Taucherin ihrem Lehrer. Jetzt kann das Training beginnen.
Bevor es unter Wasser geht inspiziert Tauchlehrer Dieter Heßler die Ausrüstung.
