Suchhundeausbildung auf dem Flugplatz in Mendig
Spürnasen auf der richtigen Fährte
Mendig. Auf dem Mendiger Flughafen bot sich am vergangenen Wochenende ein nicht alltägliches Bild. Dort, wo einst Soldaten ausgebildet wurden, fanden sich ehn Hunde nebst ihren Besitzern zur Ausbildung ihres wichtigsten Organes, der Nase, ein. Veranstalter des Geruchsdifferenzierungsseminars waren die Suchhundeausbilder Nina und Rüdiger Orth von „Finderwille“. Nachdem Frauchen oder Herrchen bereits am vorangegangenen Abend theoretisch in die Materie eingewiesen wurden, stand am Samstag das praktische Training für die Vierbeiner auf dem Stundenplan. Den Anfang machte mit Dyani, der jüngste Teilnehmer. Bevor auf der Wiese mehrere Dosen mit Futter verteilt wurden, auf denen sich verschiedene Gerüche befanden, testete Ausbilder Rüdiger Orth die Windrichtung, indem er Rauch aus einem Blasebalg sprühte. Nun bekam der knapp vier Monate alte Hovawart von Marita Rothbrust aus Bell, einen Zielgeruch vorgegeben. Seine Aufgabe bestand nun darin, die richtige Dose zu finden. Frauchen Marita Rothbrust führte ihren Dyani dabei locker an der Leine. Auch Rüdiger Orth war stets an der Seite des Gespanns Hund und Frauchen, um eventuelle Fehler sofort zu korrigieren. „Meist liegen die Fehler am Ende der Leine“, weiß Orth. So sei vor allem die Leinenführung entscheidend dafür, in welche Richtung der Hund läuft, da er es gewohnt ist, der Führung seines Herrchens zu folgen. Dyani schnupperte zunächst an verschiedenen Boxen, um den Geruch aufzunehmen und ihn mit dem Geruchsträger zu vergleichen. Schließlich hatte er die richtige Dose gefunden. „Jetzt ist umgehendes Lob und eine satte Belohnung für den Hund als Bestätigung enorm wichtig“, weiß Orth. Es ist faszinierend, wie schnell der Welpe verstanden hatte, dass er einen bestimmten Geruch suchen, und auch anzeigen musste. „Wenn es ums Riechen geht, sind Hunde Genies“, sagt Orth. Das sei ihre Welt. „Schon die geringste Konzentration eines Duftes reichen ihnen aus, um die richtige Fährte zu finden. Für Menschen ist das ein Ding der Unmöglichkeit“, weiß der Hundetrainer. „Erfährt die feine Hundenase keine gezielte Geruchsausbildung, wählt sie beliebige Gerüche aus, an denen der Hund dann bevorzugt schnüffelt.“ Die Geruchsdifferenzierungsausbildung sei eine Vorstufe zum Mantrailer, je früher beim Hund damit beginne, desto besser. „Im ersten Jahr lernt der Welpe alles von den erwachsenen Hunden und natürlich vom Hundeführer seines Rudels“, sagt Orth. „Das Erlernte gehört dann wie selbstverständlich zu seinem Verhaltensrepertoire. „Grundsätzlich kann jeder Hund, unabhängig von Rasse und Alter, die Geruchsdifferenzierung erlernen. Als wichtigste Voraussetzung muss er jedoch großes Interesse am suchen und unbedingten Finderwillen mitbringen“, betont der Ausbilder von „Finderwille“. Nicht alle Teilnehmer des Seminars verfolgen das Ziel, ihren Hund zum Mantrailer ausbilden zu lassen. Für Tilman Jahn aus Grafschaft steht vor allem der Spaß im Vordergrund. „Es geht mir eher darum, meiner Labrador-Hündin Neele und meinem Labrador-Vizsla-Bloodhound Aron eine sinnvolle, artgerechte Beschäftigung anzubieten. Es sind beides große Hunde, die eine Aufgabe brauchen, die sie auch auslastet. - UBU -
Der vier Monate alte Welpe Dyani wird von Frauchen Marita Rothbrust aus Bell bei der Spurensuche begleitet.
Nach erfolgreicher Suche ist eine umgehende Belobigung und Belohnung für den vierbeinigen Freund unabdingbar für einen langfristigen Erfolg.
