Wirtschaft | 14.11.2015

Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach& "Bündnis gegen Depression"   - Anzeige -

Tanzen ist wieder "in"

Neues Angebot soll Gehirn fordern und letztlich den Krankheitsverlauf verbessern

Machen vor, wie es geht: Dr. Marion Bauer-Hermani, Chefärztin der Gerontopsychiatrie an der Rhein-Mosel-Fachklinik und Thomas Dreiner, Leiter des Sozialdienstes der RMF. privat

Andernach. Depressionen gehören mit zu den häufigsten psychischen Störungen im höheren Lebensalter. Diesem Umstand hat sich die Regionalgruppe des „Bündnisses gegen Depression“ in diesem Jahr besonders gewidmet und legte den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf das Themenfeld Depressionen im Alter. Die Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach (RMF), die zum Netzwerk gehört, hat deshalb jetzt ein neues Angebot aus der Taufe gehoben, das den Patienten der gerontopsychiatrischen Tagesklinik und der offenen Station PZ 4 gilt: Tanzen. Jeden Freitagnachmittag animieren das Team um Chefärztin Dr. Marion Bauer-Hermani und der Sozialdienst der RMF Patienten dazu, sich dem abwechslungsreichen Programm anzuschließen. Neben dem Spaßfaktor, der während der eineinhalb Stunden natürlich nicht zu kurz kommt, hat die Einbindung dieses Bewegungsangebotes mehrere therapeutische Gründe.

Marion Bauer-Hermani: „Wenn es darum geht, die Denkfähigkeit und das positive Denken möglichst lange zu erhalten, ist rhythmische Bewegung ein wesentlicher Faktor.“

Tanzen verdrängt negative Gefühle

Tanzen fordert das Gehirn gleich dreifach: Die Tänzerin, der Tänzer stellen sich auf die Partnerin, den Partner ein, reagieren auf die Musik und lernen immer neue Schrittfolgen. Bewegung beschleunigt das Gehirn zu maximal positiven Leistungen. Rhythmische Musik bringt viele Menschen dazu, mitzuklatschen oder den Kopf und Fuß zu bewegen. Das Gehirn nimmt Rhythmen auf und setzt es in Bewegung um, dadurch werden im Gehirn viele Botenstoffe aktiviert. Negative Gefühle werden unwillkürlich zurückgedrängt, Motivation und Antrieb werden aktiviert.

Die RMF hat zwei Tanzanleiter aus der Region für das Projekt gewinnen können. Die Turniertänzer Elke Legge und Andreas Donath aus Mendig fordern auf, führen vor und tragen maßgeblich dazu bei, dass die Patienten ihre Sorgen und Nöte beim Paartanz einstweilen vergessen können. Mehrmals pro Woche werden in der Tagesklinik für Gerontopsychiatrie, aber auch auf den anderen gerontopsychiatrischen Stationen spezielle Angebote gemacht, wie Bewegung, kreatives Gestalten, Gehirnjogging – und nun wird auch wieder getanzt.

Neben der medikamentösen Therapie können gerade solche Aktivitäten den Krankheitsverlauf positiv verändern. Um diese fördern zu können, versuchen die Fachleute zuvor in Gesprächen herauszufinden, welche Ursachen für die Depression zu erkennen sind. Depressionen können durch belastende Ereignisse ausgelöst werden, aber auch auf Störungen des Stoffwechsels im Gehirn basieren. Es verändert sich die Fähigkeit Freude und Zufriedenheit zu verspüren, negative Gefühle wie Schuldgefühle und Selbstzweifel werden übermächtig. Motivation und Antrieb gehen verloren.

Psychotherapie und die Behandlung mit Medikamenten (Antidepressiva) führen bei den meisten Patienten zu erkennbaren Erfolgen. Aufklärung für Angehörige und das Werben für Verständnis ist ebenfalls wichtig. Zudem geht es darum, dass die Patienten wieder ein Körpergefühl bekommen und verschüttete Potenziale nutzen.

Bündnis gegen Depression

Das Bündnis gegen Depression Rhein-Ahr-Wied wurde 2010 gegründet und hat seitdem an verschiedenen Orten der Region Mittelrhein zahlreiche Informationsveranstaltungen zum Thema „Depression“ durchgeführt. Mit unterschiedlichen Formaten (Vorträge, Filmabende, „Walk gegen Depression“) wurden bereits viele Interessierte erreicht. Die Bündnismitglieder arbeiten außerdem daran, ihre eigenen Angebote an Diagnostik, Therapie und Beratung für depressiv Erkrankte ständig zu erweitern.

Machen vor, wie es geht: Dr. Marion Bauer-Hermani, Chefärztin der Gerontopsychiatrie an der Rhein-Mosel-Fachklinik und Thomas Dreiner, Leiter des Sozialdienstes der RMF. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Dauerauftrag 2026
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Schulze Klima -Image
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
SB Wahlen
100 Jahre Eifelverein Dernau
Maikirmes Franken
Tag der offenen Tür FFW Königsfeld
Empfohlene Artikel
Chefarzt Dr. Christian Bamberg (links, stehend) informierte ausführlich über das Thema Schlaganfall und beantwortete im Anschluss zahlreiche Fragen aus dem interessierten Publikum.  Foto: Landeskrankenhaus / Pape
30

Andernach. Die Neurologie befasst sich mit einer großen Vielfalt an komplexen Krankheitsbildern. Oft geht es wie beim Schlaganfall um Minuten, um Menschenleben zu retten. Um dann wirksame medizinische Versorgung zu gewährleisten, braucht es gut ausgebildetes Personal mit immensem Fachwissen und hochmoderne Gerätschaften. Beim Aktionstag „Neurologie erleben“ an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
72

Spezialeinsatzkräfte überwältigen randalierende Frau

01.05.: Kreis Euskirchen: 65-Jährige greift Polizisten mit Messer an

Zülpich. In der Nacht zum Freitag (1. Mai) um 1.47 Uhr erhielt die Polizei Euskirchen einen Notruf wegen einer randalierenden Frau in einem Mehrfamilienhaus in der Bachstraße. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte griff die Frau die Polizeibeamten mit einem Messer an. Die Beamten blieben unverletzt.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Werksverkauf Anhausen
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Stellenanzeige Kaufmännische/r Angestellte/r
Industriemechaniker
Erzieher
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // AZ Commodity Rheinschiene KW 17
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Stellenanzeige Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement
Stellenanzeige Fachliche Leitung und Koordination Rechnungswesen (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Azubispots Bad Neuenahr 2026