Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach& "Bündnis gegen Depression" - Anzeige -
Tanzen ist wieder "in"
Neues Angebot soll Gehirn fordern und letztlich den Krankheitsverlauf verbessern
Andernach. Depressionen gehören mit zu den häufigsten psychischen Störungen im höheren Lebensalter. Diesem Umstand hat sich die Regionalgruppe des „Bündnisses gegen Depression“ in diesem Jahr besonders gewidmet und legte den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf das Themenfeld Depressionen im Alter. Die Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach (RMF), die zum Netzwerk gehört, hat deshalb jetzt ein neues Angebot aus der Taufe gehoben, das den Patienten der gerontopsychiatrischen Tagesklinik und der offenen Station PZ 4 gilt: Tanzen. Jeden Freitagnachmittag animieren das Team um Chefärztin Dr. Marion Bauer-Hermani und der Sozialdienst der RMF Patienten dazu, sich dem abwechslungsreichen Programm anzuschließen. Neben dem Spaßfaktor, der während der eineinhalb Stunden natürlich nicht zu kurz kommt, hat die Einbindung dieses Bewegungsangebotes mehrere therapeutische Gründe.
Marion Bauer-Hermani: „Wenn es darum geht, die Denkfähigkeit und das positive Denken möglichst lange zu erhalten, ist rhythmische Bewegung ein wesentlicher Faktor.“
Tanzen verdrängt negative Gefühle
Tanzen fordert das Gehirn gleich dreifach: Die Tänzerin, der Tänzer stellen sich auf die Partnerin, den Partner ein, reagieren auf die Musik und lernen immer neue Schrittfolgen. Bewegung beschleunigt das Gehirn zu maximal positiven Leistungen. Rhythmische Musik bringt viele Menschen dazu, mitzuklatschen oder den Kopf und Fuß zu bewegen. Das Gehirn nimmt Rhythmen auf und setzt es in Bewegung um, dadurch werden im Gehirn viele Botenstoffe aktiviert. Negative Gefühle werden unwillkürlich zurückgedrängt, Motivation und Antrieb werden aktiviert.
Die RMF hat zwei Tanzanleiter aus der Region für das Projekt gewinnen können. Die Turniertänzer Elke Legge und Andreas Donath aus Mendig fordern auf, führen vor und tragen maßgeblich dazu bei, dass die Patienten ihre Sorgen und Nöte beim Paartanz einstweilen vergessen können. Mehrmals pro Woche werden in der Tagesklinik für Gerontopsychiatrie, aber auch auf den anderen gerontopsychiatrischen Stationen spezielle Angebote gemacht, wie Bewegung, kreatives Gestalten, Gehirnjogging – und nun wird auch wieder getanzt.
Neben der medikamentösen Therapie können gerade solche Aktivitäten den Krankheitsverlauf positiv verändern. Um diese fördern zu können, versuchen die Fachleute zuvor in Gesprächen herauszufinden, welche Ursachen für die Depression zu erkennen sind. Depressionen können durch belastende Ereignisse ausgelöst werden, aber auch auf Störungen des Stoffwechsels im Gehirn basieren. Es verändert sich die Fähigkeit Freude und Zufriedenheit zu verspüren, negative Gefühle wie Schuldgefühle und Selbstzweifel werden übermächtig. Motivation und Antrieb gehen verloren.
Psychotherapie und die Behandlung mit Medikamenten (Antidepressiva) führen bei den meisten Patienten zu erkennbaren Erfolgen. Aufklärung für Angehörige und das Werben für Verständnis ist ebenfalls wichtig. Zudem geht es darum, dass die Patienten wieder ein Körpergefühl bekommen und verschüttete Potenziale nutzen.
Bündnis gegen Depression
Das Bündnis gegen Depression Rhein-Ahr-Wied wurde 2010 gegründet und hat seitdem an verschiedenen Orten der Region Mittelrhein zahlreiche Informationsveranstaltungen zum Thema „Depression“ durchgeführt. Mit unterschiedlichen Formaten (Vorträge, Filmabende, „Walk gegen Depression“) wurden bereits viele Interessierte erreicht. Die Bündnismitglieder arbeiten außerdem daran, ihre eigenen Angebote an Diagnostik, Therapie und Beratung für depressiv Erkrankte ständig zu erweitern.
