Konzert von „Klangwerk“ im Liederkranz-Andernach und SoprAlto beeindruckte das Publikum
„Von Burgen, Rittern, edlen Jungfrauen und dem Vater Rhein“
Andernach. Im ausverkauften Pfarrsaal St. Stephan fand ein ungewöhnliches Chorkonzert statt: Chorleiterin Barbara Nöst-Butz hatte die Chorwerke durch verbindende Texte, Sketche, Fanfarenklang und Trommel zu Szenen mit fortlaufender Handlung geformt. Die Sängerinnen und Sänger waren entsprechend gekleidet und boten ein buntes, sehr ansprechendes Bild. In der ersten Szene trafen sich die Damen von SoprAlto im „Frauengemach“ einer Burg. Durch das muntere Spiel und die schönen Stimmen wurde sehr schnell deutlich, dass die Lieder aus dem 16. Jahrhundert in keiner Weise altmodisch sind. Das Gleiche galt auch für den Männerchor, der in der zweiten Szene ein Fest auf der Burg darstellte. Mit „Wohlauf ihr Gäste“ begrüßten sie das Publikum und boten Minnelieder dar. Walter Butz spielte den Herold und verlas die originelle Festordnung. Phillip König mit der Trommel und Werner Becker mit der Trompete vervollständigten das mittelalterliche Bild.
Abwechslungsreiche, gekonnt dargebotene Chorwerke
Überrascht von der ungewöhnlichen Konzertform genoss das begeisterte Publikum die abwechslungsreichen, gekonnt dargebotenen Chorwerke beider Gruppen. Werner Becker führte mit seiner Trompete mit dem Lied „Loreley“ in den romantischen zweiten Teil ein. In der Gaststätte „Zum Vater Rhein“ versammelte Chorleiterin Barbara Butz den Frauenchor zu den sehr lebendig und klangschön vorgetragenen Liedern „Schifferlied“, „Soldatenbraut“ und „Nachtzauber“, die zu den Höhepunkten der Kompositionen für Frauenchöre zählen.
Dann nahm sie mit ihrem Mann Walter Butz die in der Romantik zahlreich an den Rhein reisenden Engländer aufs Korn. Sehr zur Freude des Publikums konnten die Sprachprobleme zwischen beiden humorvoll gelöst werden. In der vierten Szene spielte der Männerchor sich selbst und kam zur Probe in das Gasthaus.
Die Sänger interpretierten die anspruchsvollen Rheinlieder „Rheinfahrt“ und „Abendfrieden am Rhein“ mit schönem, warmem Männerchorklang. Man merkte ihnen an, wie gerne sie in diesem Chor singen. Die drei Solisten Andrea Seeberg, Anita Schlich-Reuter und Marko Reinhäckel waren mit ihren perfekt auf das Thema abgestimmten und professionell vorgetragenen Liedern weitere Höhepunkte in diesem außergewöhnlichen Konzert. Hanns-Jürgen Eimer am Klavier war ihnen eine sichere, klangschöne Stütze.
Beide Chöre vereinigten sich zum Schlusslied „Loreley“ von Friedrich Silcher. Der große Chor beeindruckte das Publikum einmal mehr. Viele Konzertbesucher äußerten, dass die schwungvolle, abwechslungsreiche und musikalisch hochkarätige Darbietung ihnen sehr gut gefallen hat. Der Dank ging an Barbara und Walter Butz, die sich das Ganze ausgedacht hatten.
Barbara und Walter Butz gaben einen Sketch zum Besten.
