Dr. Franz Alt begeisterte die Zuhörer in der Christuskirche
Was Jesus wirklich gesagt hat
Andernach. „Wenn Sie Goethes Werke studieren möchten, würden Sie dies in einer japanischen Übersetzung tun? Die Worte Jesu allerdings kennen wir aus den in Griechisch verfassten Evangelien, die wieder übersetzt worden. Will man wissen, was Jesus wirklich gesagt hat, muss man aramäische Quellen heranziehen.“ Mit diesem provokanten Einstieg begann Dr. Franz Alt seinen Vortrag in der Andernacher Christuskirche. „Was Jesus wirklich gesagt hat“ – das war das Thema, über das der bekannte TV-Journalist und Bestsellerautor referierte. Man kann die Energie und den Elan des 82-jährigen nur bewundern: Zwei Stunden lang redete Alt und begeisterte dabei das Publikum. In seinem jüngsten Buch hat er sich mit den Studien des Theologen Günther Schwarz auseinandergesetzt, der jahrzehntelang aramäische und alt-syrische Quellen analysiert hat. Alt kommt zu dem Schluss, dass vieles, was wir heute im Neuen Testament über Jesus von Nazareth lesen, ursprünglich anders formuliert war. Durch die Rückbesinnung auf das Aramäische kann man ein neues, ein anderes Jesus-Bild bekommen. „Selbst Papst Franziskus“, so Franz Alt, „sieht die Notwendigkeit, sich mit dem ‚aramäischen Jesus‘ zu beschäftigen.“ Mit seinem Vortrag, gespickt mit Anekdoten aus den zurückliegenden Jahrzehnten, will Franz Alt aber nicht belehren, er will zum Nachdenken anregen. Und das ist ihm gelungen. Franz Alt spannte den Bogen vom Neuen Testament über den Klimawandel bis hin zur Solarenergie, das muss ihm erst einmal jemand nachmachen. Zu jedem dieser Punkte kann er Fundiertes berichten, kennt Zahlen, Fakten und Statistiken. Da stand jemand, der sich mit diesen Themen identifiziert. Manch einer im Publikum hätte wohl gern mehr über das Thema des Abends erfahren, aber wer sich auf den Vortrag Alts eingelassen hat, erhielt an diesem Abend in der Christuskirche eine Menge Denkanstöße. Das Publikum honorierte dies mit langanhaltendem Beifall.
