Runder Tisch tagte zum vierten Mal in Maria Laach
Wasserqualität des Laacher Sees unverändert
Maria Laach. Zum vierten Mal tagte nun in der Informationshalle der Abtei Maria Laach der so genannte „Runde Tisch“, der anlässlich eines Besuchs von Staatsministerin Ulrike Höfken im Kloster Maria Laach auf Vorschlag von Abt Benedikt Müntnich OSB ins Leben gerufen worden war. Ebenso wie in den vergangenen Jahren trafen sich auch diesmal Vertreter der mit dem Laacher See befassten Behörden, Kommunen und Naturschutzverbände und der Abtei. Die Organisation lag wieder bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord.
Aktuelle Messergebnisse
Nach einer Begrüßung durch Prior-Administrator Dr. Albert Sieger OSB und Joachim Gerke (SGD Nord) stellte Dr. Wolfgang Frey, Seenexperte des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz (LUWG) die aktuellen Messergebnisse vor.
Hohe Phosphatbelastung
Demnach stagniert die Phosphorbelastung des Laacher Sees nach wie vor auf einem zu hohen Niveau. Die bereits vor einem Jahr am 3. Runden Tisch angekündigte Einstufung des Sees in den mäßigen Zustand wurde durch Dr. Wolfgang Frey bestätigt. Während die Anwesenden sich einig darüber waren, dass die Landwirtschaft von Maria Laach als Ursache für die zu hohe Phosphatbelastung des Laacher Sees ausscheidet, wurde intensiv über mögliche Ursachen der nach wie vor zu hohen Belastungen diskutiert. Nachdem feststand, dass auch der Beller Wiesenbach und die Wasserführung des Sees für die hohen Phosphatwerte nicht verantwortlich gemacht werden können, ergriff der ehemalige Staats- und Finanzminister von Rheinland-Pfalz, Gernot Mittler das Wort, und brachte die Diskussion in seiner „eigenen Wahrnehmung“ mit einem Zitat von Erich Kästner auf den Punkt: „Man ist gescheiter als gescheit, dass Unverständliche bleibt unverständlich“ und fügte hinzu: „Wir haben bei unseren Treffen viele hochinteressante Vorträge gehört und können jetzt vielleicht einzelne Bäume erklären, aber immer noch nicht den ganzen Wald!“
Leider musste Dr. Host Kämpf, Geowissenschaftler vom Helmholzinstitut Potsdam seinen Vortrag zum Thema: „Was geschah am 1. Juli 1844 am Laacher See? - Eine Bestandsaufnahme“ wegen der zuvor geführten, mitunter langatmigen Diskussionen kürzen. Während er die Bedeutung der Kohlendioxid- (CO2-) Austritte im Laacher See erläuterte und in seinem Vortrag die These stützte, dass möglicherweise die Phosphorbelastung im See geogenbedingt ist und durch das in den Mofetten austretenden CO2 forciert wird, stellte er fest: „Es gibt zurzeit keine wissenschaftlichen Hinweise auf einen akuten Ausbruch des Laacher-See-Vulkans.“
Der Laacher See wurde erst kürzlich zu einem der beliebtesten Badegewässer in Rheinland-Pfalz gekürt.
