Allgemeine Berichte | 24.08.2013

Werk-Chor 1986 Rasselstein e.V.

Zu Besuch im Hause Krupp

Die Chormitglieder besichtigten das alte Wohnhaus der Familie Krupp

Vor den Toren der Villa ließen es sich die Reisenden nicht nehmen ein kleines Ständchen zu singen. privat

Andernach. Zwischen den großen mehrtägigen Touren des Werk-Chores 1986 Rasselstein e.V. finden in loser Folge auch Tagesfahrten statt. Und so ging es vor Kurzem bereits um 7 Uhr los nach Essen. Viele Chormitglieder mit ihren Frauen als auch Freunde und Bekannte, insgesamt 71 Personen, füllten den großen Doppeldeckerbus. Das Wetter war sehr durchwachsen und es regnete zwischenzeitlich ziemlich kräftig. Nach einer Rast mit Fleischwurst und Brötchen war das erste Ziel in Essen die berühmte „Villa Hügel“, das ehemalige Wohnhaus der Familie Krupp. Seit einiger Zeit führt übrigens die Familie Rasselstein den Namen „Krupp“ mit in ihrer Firmenbezeichnung: ThyssenKrupp Rasselstein GmbH.

In drei Gruppen führten Mitarbeiter des historischen Archivs Krupp die Besucher durch das imposante Gebäude. Sie hatten viel zu berichten über die wechselhafte Geschichte des 8300 qm großen Hauses mit seinen 269 Räumen. Bis zu 640 Bedienstete sorgten in der Spitzenzeit dafür, dass der Betrieb innen wie auch im weitläufigen Park funktionierte und das alles in Schuss blieb. Die Villa Hügel war vor dem Ersten Weltkrieg eine Mischung aus Hofstaat, Wohnmaschine und Unternehmensrepräsentanz. Wie die 1873 fertiggestellte Villa Hügel aussah, bevor spätere Generationen sie Anfang des 20. Jahrhunderts mit Unmengen an Holz wohnlich machten, lässt sich hier noch gut erahnen: Es war ein Haus aus Eisen und Stein, kalt und ungemütlich, wie schon zeitgenössische Beobachter berichteten. Alfred Krupp hatte große Angst vor Feuer, daher die Wahl der Materialien. Große Schächte belegen Krupps Ehrgeiz, das Haus technisch zu belüften, was zu seinen Lebzeiten allerdings nur unzulänglich gelang.

Und so wurden noch viele weitere kleine Anekdötchen über das Haus und seine Bewohner zum Besten gegeben. Es menschelte - auch bei den berühmten Krupps.

Am Ende der Besichtigung ließen es sich die Chormitglieder natürlich nicht nehmen, ein kurzes Ständchen auf der Außentreppe zur Villa zu bringen. Erwähnt sei hier noch, dass am 31. Juli Berthold Beitz, Testamentsvollstrecker des Krupp-Erbes und Vorsitzender des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, im Alter von fast 100 Jahren verstorben war. Ein Kondolenzbuch lag in der Eingangshalle der Villa aus, in das sich auch der Werk-Chor eingetragen hat.

Im Anschluss an die doch recht anstrengende Besichtigung freuten sich die Ausflügler auf ein ausgedehntes Mittagessen in den „Südtiroler Stuben“, um danach eine erholsame fast zweistündige Bootsfahrt auf dem Baldeney-See zu genießen. Der Baldeney-See ist der größte der sechs Ruhrstauseen mit einer Fläche von 2,64 km². Das Wetter hatte sich mittlerweile gebessert und die Sonne schien. Wer wollte, ließ sich während der Rundfahrt Kaffee und Kuchen oder ein Eis schmecken.

Ihren Ausklang fand die Reise in Köln. Per pedes über den Domplatz, vorbei an vielen Menschen, die an diesem sommerlichen Abend das Flair der Großstadt genossen, führte der Weg die Reisegruppe in das berühmte Brauhaus Sion. In aufgeräumter Stimmung bei gutem kölschen Essen und noch besserem kölschen Bier wurden ebenso hier den Gästen vor und auch nach dem Essen einige Lieder des Chors dargeboten, sodass auch - wie immer - das Singen nicht zu kurz kam.

Erst zu später Stunde trudelten die Ausflügler nach einer ausgesprochen schönen Tagesfahrt wieder in Andernach ein. Ein Sonderlob gilt dem Sangesbruder Gerd Ochtrop, der diese Fahrt bis ins kleinste Detail organisiert hatte.

Vor den Toren der Villa ließen es sich die Reisenden nicht nehmen ein kleines Ständchen zu singen. Foto: privat

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