Kreisjägerschaft zieht positive „Zwischenbilanz“ mit der Aktion „Blau auf allen Straßen“
2.000 Wildwarnreflektoren bereits aufgestellt
Kreis Ahrweiler. Mit ihrer Aktion zum Schutz von Mensch und Tier haben die Jägerinnen und Jäger der Kreisjägerschaft Ahrweiler ihr Ziel für 2015 bereits jetzt erfüllt: Die angestrebten 2.000 Wildwarnreflektoren wurden an besonders unfallträchtigen Streckenabschnitten von Kreis-, Land- und Bundesstraßen in 24 Jagdrevieren erfolgreich montiert. Das entspricht einer Länge von über 1.000 Straßenkilometern.
„Durch Sponsoren konnten wir den Jagdausübungsberechtigten im Kreis Ahrweiler diese Halbkreisreflektoren, deren Einzelpreis sich auf ca. fünf Euro pro Stück beläuft, kostenlos zur Verfügung stellen“, beschreibt Ralf Schmidt, Obmann für Naturschutz der Kreisjägerschaft, den messbaren Erfolg der Aktion. Nach ersten Rückmeldungen aus den teilnehmenden Revieren haben sich die Wildunfallzahlen drastisch verringert. „In manchen Fällen sogar bis zu 100 Prozent“. Das Prinzip der Halbkreisreflektoren ist simpel: Blau ist die einzige Farbe, die von den Schalenwildarten (Reh-, Schwarz-, Rot- & Damwild) wahrgenommen wird. Werden die Reflektoren (die an der Rückseite der Straßenbegrenzungspfosten im oberen Drittel montiert sind) in der Dunkelheit von den Scheinwerfern eines PKWs (oder LKWs) angestrahlt, baut sich eine Art „blauer Lichtvorhang“ vor den Wildtieren auf. Er soll in diesem gefährlichen Moment die Wildtiere am Wechseln der Straßenseite hindern und so einem Wildunfall vorbeugen.
Da Ende Oktober die Uhren auf Winterzeit umgestellt werden und somit die Wildunfallgefahr in der Dämmerung wieder steigt, gilt es nun, weitere Reviere mit den Wildwarnreflektoren auszustatten und das Sponsoring aktiv fortzuführen. So konnten Vertreter der Kreisjägerschaft jüngst ihr Projekt dem CDU-Kreisverband bei seiner Vorstandssitzung in Bad Breisig präsentieren und stießen dort auf offene „Lauscher“, wie die Ohren von Rehwild & Co. in der Jägersprache heißen. Die anwesenden Mitglieder des CDU-Kreisvorstandes sprachen sich positiv für eine Unterstützung aus. Man will sich nun gemeinsam mit der CDU-Kreistagsfraktion bemühen, diese Aktion weiter auszudehnen. „Das übertrifft unsere Erwartungen“, so Schmidt. „Es wäre natürlich erfreulich, wenn auch andere Parteien unser Engagement zum Schutz von Mensch und Tier positiv unterstützen würden. Dann hätten wir eine gute Chance, unser neu gestecktes Ziel zu erreichen: Alle Wildunfallträchtigen Streckenabschnitte im Kreis Ahrweiler mit den blauen Wildwarnreflektoren auszustatten“. Es werden aber auch die bereits mit Reflektoren ausgestatteten Reviere beim Austausch von zum Beispiel defekten Reflektoren kurzfristig mit „Nachschub“ versorgt, um die Sicherheit für Mensch und Tier hier weiter aufrecht zu erhalten.
Bei jährlich ca. 210.000 gemeldeten Wildunfällen (die Dunkelziffer liegt wesentlich höher) kommen in Deutschland durchschnittlich 20 Personen ums Leben. 3.500 Personen werden verletzt. Rechnet man das Leid der Tiere hinzu, welche zu 50 Prozent nicht direkt ihren Verletzungen erliegen, erscheint die ehrenamtliche Arbeit der Jägerinnen und Jäger, aber auch die Investition von bisher 10.000 Euro, mehr als lohnend.
Weitere Informationen zu „Blau auf allen Straßen“ und dem ehrenamtlichen Engagement der Kreisjägerschaft gibt es im Internet unter www.jagd-aw.de.
Pressemitteilung der
Kreisjägerschaft Ahrweiler
