Feierstunde in der Kreisverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler
47 Preisträger beim Europäischen Schülerwettbewerb
Wettbewerb findet zum 61. Mal statt
Kreis Ahrweiler. Immer mehr Menschen distanzieren sich von der Idee Europa. In der öffentlichen Wahrnehmung geht es nur noch um Rettungsschirme für Krisenländer, krumme Gurken und Energiesparlampen. Aber ist das alles? Hinter Europa steckt doch vielmehr die Idee von Freiheit, offenen Grenzen und Solidarität zu den Mitmenschen von Griechenland bis England. Für Kinder ist das heute alles selbstverständlich: Kein Warten mehr an der Grenze nach Italien, kein Geldumtausch vor dem Nordsee-Urlaub in den Niederlanden – ein Europa der Barrieren gibt es nicht mehr. Der Europäische Schülerwettbewerb hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Bewusstsein für die Kernidee Europas Jahr für Jahr in den Köpfen von Schülerinnen und Schülern zu stärken.
47 Preisträger
Die Idee: jungen Menschen das Thema Europa im Gesamten näher bringen. Aufgeregt waren die 47 jungen Preisträger, die am Donnerstag anlässlich des 61. Europäischen Schülerwettbewerbs als Preisträger ihre Urkunde als Kreissieger in Empfang nehmen konnten. „Hier tagt sonst der Kreistag und trifft Entscheidungen, die auch für euch wichtig sind“, so der Kreisbeigeordnete Friedhelm Münch. „Zum Beispiel, wenn’s um Kindergärten geht oder darum, ob der Schulbus pünktlich fährt.“ Mit den Lehrern, Eltern, Geschwistern und Großeltern kamen die Preisträger zur Siegerehrung, um sich die Urkunden und Buchpreise abzuholen. In seinen Begrüßungsworten wies der Kreisbeigeordnete in Vertretung für Landrat Jürgen Pföhler auf die Bedeutung Europas hin. „Die EU ist ein großer gemeinsamer Lebensraum von über 500 Millionen Menschen. Diese Menschen sprechen zwar nicht alle die gleiche Sprache, aber wir haben doch eine gemeinsame Geschichte und Kultur, uns verbinden gemeinsame Werte und wirtschaftliche Interessen“, sagte Münch. Die gemeinsame Europa-Politik habe für die Menschen in den Mitgliedsstaaten schon vieles erreicht: „Von der gemeinsamen Währung, dem Euro, bis hin zur Reisefreiheit ohne Grenzkontrollen und zur Freizügigkeit, dem Recht auf freie Wohnsitzwahl innerhalb der EU“, zählte der Kreisbeigeordnete weiter auf. „Allein deshalb ist Europa wichtig.“
Die Landessieger
Grund- und Realschüler aus Ahrweiler, Bad Neuenahr, Bad Breisig und Remagen sowie Gymnasiasten der Stufe zwölf des Erich-Klausener-Gymnasiums in Adenau hatten sich Europa auf die Fahne geschrieben und Bilder gemalt, die seit Anfang Juni im Foyer des Kreishauses ausgestellt wurden. Sieger auch auf Landesebene sind Barbara Braun aus Ahrweiler, Elif Zorlu aus Bad Breisig und die Erich-Klausener-Gymnasiasten Franziska Schmitz, Lea Thelen, Maren Schachler und Saskia Hupperich. Unter den Titeln „Ein Tag für die Familie“, „Endlich schulfrei“, „Ich zeige dir was, du zeigst mir was“ und „Aufruf zur Europawahl“ gestalteten die jungen Künstler ihre Werke. So gehört ein Ausflug in den Freizeitpark für einen Schüler zum perfekten Familientag, ein anderer freut sich auf einen Trip zum Nürburgring oder radelt mit Eltern und Geschwistern entlang des Ahrradweges. Für den Mit-Gastgeber, den Kreisverband Ahrweiler der Europa-Union Deutschland, richtete Eva-Maria Kreuter das Wort an die Kinder und Jugendlichen, die zu den 84.000 Teilnehmern des Wettbewerbes gehören. Als ehemalige Lehrerin in Bad Neuenahr freut sie sich immer wieder über das Geschick und die Ideenvielfalt der teilnehmenden Schüler. „Jedes Bild für sich ist ein Kunstwerk“, lobte Kreuter. Mit Blick auf die Entwicklung Europas sagte sie: „Die Gemeinschaft der Europäer ist für unser aller Zukunft lebenswichtig, dies besonders aber für die heranwachsende Generation.“ Die Kinder sollen „offen, offenherzig und vorurteilslos Europa gestalten“, betonte Kreuter. Sie ließ sich auf einem Globus von einem Grundschüler Europa zeigen und klebte kurz darauf ein Herz auf die entsprechende Stelle: „Ein kleiner Erdteil im großen Ganzen der übrigen Kontinente. Aber wenn wir alle zusammenhalten, dann entsteht eine Heimat, ein Zuhause für uns. Dazu gehören unsere Wohnung, unsere Schule, unsere Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, unser Ahrtal, unser Bundesland Rheinland-Pfalz, und Deutschland und unser Europa“, spannte Kreuter den symbolischen Bogen von Groß nach Klein. „Europa, das sind wir alle.“
