Allgemeine Berichte | 07.10.2013

Wacholderwacht Osteifel

Agrarstudenten der Universität Bonn im Einsatz am Weiselstein

Einführung: Wacholderwachtsprecher Gerhard Krämer (v. r.) moderierte den Erlebnistag in englischer Sprache. privat

Waldgut Schirmau/Schalkenbach. Dank des guten Kontakts von Peter Krebs von der Wacholderwacht Osteifel zu Susanne Hermes von der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn durfte eine multinationale Studentengruppe die Wacholderheide auf dem Weiselstein bei Schalkenbach einen ganzen Tag lang als Lernort der besonderen Art erleben. Bei schönstem Herbstwetter erfuhren die 16 Agrarstudenten aus aller Welt, dass die Heide das Resultat alter bäuerlicher Nutzung ist. Gerhard Krämer, Sprecher der Wacholderwacht Osteifel, übernahm die Moderation in englischer Sprache und die Informationen zum Schutz der besonderen Landschaftsform Heide als Habitat für seltene Flora und Fauna. Die Studenten erfuhren, dass nach dem radikalen Strukturwandel in der Landwirtschaft durch die Erfindung des Haber-Bosch-Verfahrens von 1918 zur Gewinnung von Stickstoff die nunmehr letzten Heideinseln Gefahr laufen, durch natürliche Sukzession mit dem letztlichen Übergang zu Wald für immer verloren zu gehen. Heide braucht absolute Nährstoffarmut und volle Sonnenexponiertheit. Eine Beschattung durch Ginster, Kiefern und Birken sowie bestimmte Süßgräser fördert das Verschwinden der typischen Heidevegetation. Eine regelmäßige Beweidung durch Schafe oder Ziegen und das Entfernen der Bäume und Ginster sind daher unverzichtbar. Daraus ergab sich für die Studenten unter Anleitung der Wacholderwarte ein klarer Arbeitsauftrag. Gemeinsam wurden die zahlreichen Birkenschösslinge mit Astscheren entfernt sowie Ginster und Kiefernkeimlinge mit Muskelkraft aus dem Heideboden gezogen. Wacholderwart Werner Krutwig demonstrierte, wie mit der gezielten Hebelwirkung des kanadischen Spezialgerätes „Big Foot“ das Entfernen mitsamt der Wurzel wesentlich erleichtert wird. Das „geerntete“ Schnittgut wurde abschließend auf einen großen Haufen zum späteren Abtransport aufgeschichtet. Würde man es einfach in der Heide verrotten lassen, brächte es wieder nährstoffreichen Humus in das empfindliche Ökosystem. Zum Mittagessen traf man sich zusammen mit dem Verbandsgemeindebürgermeister Johannes Bell und dem Schalkenbacher Bürgermeister Toni Harst in der „Remise“ des Waldgutes Schirmau, wo Martina Liemersdorf bereits ein köstliches Menü aus regionalen Produkten vorbereitet hatte. Nachdem man sich gestärkt hatte, ging es erneut in die Wacholderheide. Die heidetypische Flora und Fauna stand nun auf dem Lehrplan. Mit vorbereiteten Fototafeln stellte Gerhard Krämer vier Tierarten vor, die stellvertretend für die Entwicklung des Naturschutzes in den Wacholderheiden sind: Der Warzenbeißer (eine Heuschreckenart), die Heidelerche (deren Bestände zunächst vollkommen erloschen waren und jetzt fotografisch samt Brutnachweis dokumentiert sind), der Neuntöter und die blauflüglige Ödlandschrecke. Mit Keschern und Fangboxen „bewaffnet“, streiften anschließend die Studenten mit großem Eifer durch die Heide, um selbst das eine oder andere Exemplar erfolgreich zu fangen und nach anschließender Bestimmung wieder in Freiheit zu entlassen. Am Ende des abwechslungsreichen Tages bedankten sich die Bonner Gäste besonders herzlich bei Peter Krebs, der als Organisator dieses Events die Kontakte vermittelt hatte und dank großzügiger Spenden der Bürgermeister realisieren konnte. Die Zusammenarbeit zwischen Wacholderwacht und der Landwirtschaftlichen Fakultät soll durch weitere gemeinsame Veranstaltungen vertieft werden.

Einführung: Wacholderwachtsprecher Gerhard Krämer (v. r.) moderierte den Erlebnistag in englischer Sprache. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
Hausmeister, bis auf Widerruf
Image Anzeige
Wir helfen im Trauerfall
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten- Modernisieren
Wir helfen im Trauerfall
Anzeige KW 15
Blütenfest
Sonderseite Geschäftsführungswechsel
Anzeige Radiologie & Nuklearmedizin
Empfohlene Artikel
Gruppenfoto der neuen Bereitschaftsleitung mit den Gratulanten: vlnr: Stefan Frevel, Kevin Frevel, Celina Smith, Emelie Gisa, Lukas Niggl, Ulrich Bergmann, Christine Winnichner
5

Im Rahmen eines außerordentlichen Bereitschaftsabend hat der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes Wehr eine neue Bereitschaftsleitung gewählt. Zahlreiche aktive Helferinnen und Helfer waren der Einladung gefolgt und nutzten die Gelegenheit, sich über die zukünftige Ausrichtung der Bereitschaft zu informieren.

Weiterlesen

Die inframeta eG lädt zum Regionaltreffen nach Andernach. Foto: privat
23

Andernach. Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam geht einfach mehr“ bringt die inframeta eG mit Sitz in Bad Neuenahr-Ahrweiler Kommunen, Versorgungsunternehmen, Ingenieurbüros sowie Bauunternehmen zusammen, um sich praxisnah über aktuelle Herausforderungen und Lösungen rund um die unterirdische Infrastruktur auszutauschen. Im Fokus stehen insbesondere die Themen Digitalisierung, Zusammenarbeit und effiziente Planungs- und Bauprozesse.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Kitty wurde von unbekannten Tätern erschossen. Foto: privat
53

Die verzweifelten Besitzer haben eine hohe Belohnung ausgelobt, um den Tod ihrer geliebten Kitty auszuklären

12.04.: Hohe Belohnung: Wer hat Katze Kitty in Sinzig erschossen?

Bad Bodendorf. Ein besonders schwerer Fall von Tierquälerei sorgt derzeit für große Bestürzung in Bad Bodendorf. Am Montag, 30. März 2026, wurde im Bereich Naheweg, Ahrweg, Gartenstraße und Saarstraße eine Katze mutwillig mit einer Schusswaffe verletzt. Das Tier erlag wenig später seinen schweren Verletzungen. Nach Angaben der Halter wurde ihre Tigerkatze „Kitty“ im Zeitraum zwischen etwa 13:30 Uhr und 15:50 Uhr angeschossen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: ROB
217

Jugendliche um drei Uhr nachts von Polizei angehalten

11.04.: Bad Ems: 15- und 13-Jähriger unternehmen nächtliche Spritztour mit Auto

Bad Ems. In den frühen Morgenstunden des 11.04.2026, gegen 03:00 Uhr, wurde durch eine Streifenwagenbesatzung nach einem Hinweis von Zeugen ein Pkw im Stadtgebiet Bad Ems, im Bereich der Straße Am Weißen Stein, kontrolliert. Hierbei wurde festgestellt, dass der Fahrzeugführer erst 15 Jahre alt und demnach nicht im Besitz der erforderlichen Fahrerlaubnis war. Sein Beifahrer war nochmals zwei Jahre jünger.

Weiterlesen

Daueranzeige 2026
Dienstleistungen
Jörg Schweiss
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Werksverkauf Anhausen
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
  WÄRMEPUMPE ÖL/GASHEIZUNG
Wohnträume
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Sachbearbeiter (m/w/d)
Staplerfahrer (m/w/d)
Stellenausschreibung Hausmeister/in
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Titelanzeige
Blütenfest