Fast 2000 Besucher auf dem Ahrweiler Ahrtorparkplatz
Bundeswehr-Big-Band musizierte für den guten Zweck
Organisation hatten die Ahrweiler Bürgerschützen - 14.000 Euro für den guten Zweck zusammengekommen
Ahrweiler. Die Big Band der Bundeswehr kam mit schwerem Gerät: Eine überdimensionale Bühne mit zwei Leinwänden und Live-Videoübertragung, einem professionellen Soundsystem und Arrangements, die in ihrer Performance kaum zu überbieten waren. Das Konzert der Big Band war in jeder Hinsicht ein Genuss. Und dass am Ende noch ein unglaublicher Spendenbetrag zusammengekommen ist, setzt dem ganzen Spektakel die Krone auf. 14.000 Euro kommen krebskranken Kindern zugute.
Neuer Rekord
„Das ist wahrscheinlich neuer deutscher Rekord“ war sich der Moderator und Manager der Bundeswehr Big Band, Stabshauptmann Thomas Ernst, am späten Freitagabend sicher. Draußen setzte schon die Dämmerung ein, als der Hauptmann der St. Sebastianus Schützengesellschaft Ahrweiler, Willi Busch, das schier unglaubliche Spendenergebnis des Benefizkonzertes verkündete: 14.000 Euro waren binnen vier Stunden zusammengekommen - und mit den Spendentöpfen waren so manche bekannte Gesichter aus der Kreisstadt unterwegs. Dabei hatten die Zuschauer für das Konzert keinen Eintritt bezahlt. Aber sie wurden um großzügige Spenden gebeten und hierfür hatten sich zahlreiche wohlbekannte Kreisstädter in Zweierteams auf den Weg durch das Publikum gemacht. Kein Weg ging am Schirmherrn des Konzerts, Bürgermeister Guido Orthen vorbei, der bei Pharrell Williams Superhit „Happy“ erneut hippe Moves aufs Parkett legte. Wer spendete, bekam einen Aufkleber mit der Aufschrift „Danke“, die nicht nur vom Stadtoberhaupt, sondern auch von Landrat Jürgen Pföhler, Ahrweilers Burgundia Carina Mombauer, der Gebietsweinkönigin Viktoria Kugel, Dechant Jörg Meyrer oder KSK-Vorstand Dieter Zimmermann verteilt wurden.
Swing, Pop, Rock und latinische Rhythmen
Derweil machte das Orchester der Bundeswehr seinem erstklassigen Ruf alle Ehre. Fast 2000 Besucher auf dem großräumig abgesperrten Ahrweiler Ahrtorparkplatz waren begeistert - darunter ein Mix der Generationen: Jung und Alt wippten und klatschten gemeinsam mit beim musikalischen Mix aus Swing, Pop, Rock und Latinorhythmen. Unter Leitung von Christian Weiper präsentierten 21 Instrumentalisten und eine Sängerin hochklassigen Big-Band-Sound. Unter Leitung von Oberstleutnant Christian Weiper gefiel bei zahlreichen Stücken Sängerin Bwalya aus Sambia. „Get the Party started“ animierte sie die Zuhörer zum Feiern, bei „Happy“ wippten nicht nur die Füße von Bürgermeister Orthen und musikalische Klasse bewies das Ensemble in besonderem Maße bei Simply Reds „Stars.“ Aber sie hatte auch die gefühlvollen Pop-Hits im Repertoire - darunter Hits wie „If you don’t know me by now“, und „Holding back the Years“ oder auch „Amazing Grace“. Die hohe musikalische Klasse der einzelnen Instrumentalisten zeigte sich unter anderem beim Chuck-Mangioni-Medley und beim großen Auftritt des Drummers, als die Band die Erkennungsmelodie von „Wicki und die starken Männer“ anstimmte. Die einzelnen Soli riefen Begeisterungsstürme hervor. In kleinen Gruppen durften diverse junge Musiker aus der Region den Profis über die Schultern schauen. Sie hatten einen Spezialplatz im Backstage-Bereich.
Konzert für den guten Zweck
Man konnte meinen, die ganze Kreisstadt sei auf dem Platz versammelt gewesen, so wurde vorsorglich gleich auch die angrenzende Straßenkreuzung für den Durchgangsverkehr gesperrt. Mit Beginn des Konzerts zeigte Moderator Thomas Ernst gewitzt, wie man effektiv für den guten Zweck sammelt. „Da steckt doch noch ein Zwanziger hinter dem Hunderter“, forderte er etwa den Schirmherrn der Veranstaltung, Stadtbürgermeister Guido Orthen, dazu auf, nach dem Hunderter auch noch einen 20-Euro-Schein in den Spendeneimer zu werfen. Großzügig zeigten sich auch viele Vereine aus der Region: Die Stadtzeitung machte 350 Euro locker, die Lions zeigten sich großzügig mit 5000 Euro, ebenso spendete der Rotary Club 1500 Euro und die Kreissparkasse Ahrweiler 2500 Euro. Laura Raths aus Ahrweiler hatte sich selbstständig auf den Weg gemacht und Spenden gesammelt - 600 Euro sind dabei aus privater Initiative zusammengekommen.
„Viele offene Herzen und Geldbeutel“
Organisiert wurde das Benefizkonzert von der St. Sebastianus-Bürgerschützen-Gesellschaft Ahrweiler. Unterstützung erhielten die Bürgerschützen von zahlreichen Vereinen, die sich etwa um das leibliche Wohl der Musikfans kümmerten. Organisatoren wie Vertreter aus Politik und Gesellschaft freuten sich über ein großartiges Spendenergebnis für die Vor Tour der Hoffnung. Burgundia Carina Mombauer fühlte sich geehrt, dass ein solches Musikfestival in „ihrer“ Stadt Ahrweiler stattfinde, und Bürgermeister Guido Orthen lobte: „Ich habe heute viele offene Herzen und Geldbeutel gesehen. Die Spendenbereitschaft ist einfach toll.“
Eine logistische Meisterleistung
Die Bühne wurde binnen drei Stunden aufgebaut - eine logistische Meisterleistung. Zwei riesige Video-Leinwände rechts und links der Bühne machten es möglich, dass die Zuschauer auch von Weitem die Solisten sehen konnten. Auf eine Bestuhlung hatten die Organisatoren aus Sicherheitsgründen verzichtet. Die Musiker der Big Band der Bundeswehr sind Berufssoldaten und in Euskirchen stationiert. Um einen Auftritt der Band muss man sich mit einem entsprechenden Konzept bewerben, wie Edgar Steinborn von der Vor Tour der Hoffnung erklärte: „Wir sind stolz, dass Ahrweiler schließlich den Zuschlag erhalten hat.“ Das sei schon überraschend gewesen, denn die Band ist sonst gerne in großen Städten auf der ganzen Welt unterwegs. Ganze 70 Mal im Jahr treten die Berufssoldaten als Vollblutmusiker auf. Für ein Benefizkonzert zugunsten der Vor Tour der Hoffnung - eine Teilaktion der am 3. August startenden Tour - bekam die Rotweinmetropole den Zuschlag. Nächstes Jahr feiert die Aktion ihren 20. Geburtstag.
Fast 2000 Besucher säumten den Ahrweiler Ahrtorparkplatz.
Auch die Ahrweiler Burgundia Carina Mombauer und Bürgermeister Guido Orthen sammelten für den guten Zweck.

