TVR-Vize Kipp freut sich über gute Resonanz bei Altersklassen-Hallenmeisterschaften des Rheinlandes
„Der Trend hat sich bestätigt“
Vereins-Duelle in drei Herren-Endspielen
Koblenz. „Der Trend bei den Senioren hat sich bestätigt“, freute sich Carl Kipp, Vizepräsident des Tennisverbandes Rheinland (TVR), über die gute Resonanz bei den Altersklassen-Meisterschaften. Am Finaltag im Andernacher Tennistreff gingen, mit einer Ausnahme in der Klasse Herren 70, alle Titel an gesetzte Spielerinnen und Spieler.
125 Meldungen (gegenüber 100 im Vorjahr) sorgten beim Verband für Zufriedenheit, „diesmal waren einige dabei, die lange nicht mehr gespielt haben“, erklärte Kipp. Grund dafür war die angebotene Nebenrunde. Für die Senioren, betonte der TVR-Vize, sei es besonders wichtig, möglichst viele Spiele bestreiten zu können. In der Klasse der Ältesten setzte sich Dietmar Stern mit 6:2, 6:3 durch. Der ungesetzte Siershahner spielte ebenso wie sein Finalgegner Hans Molitor (TC BW Bad Ems), der in den anderen Konkurrenzen bei diesem Turnier als Oberschiedsrichter fungierte, erstmals bei den 70ern und freute sich über „ein faires und enges Spiel“, während Molitor bekannte: „Ich habe keinen Plan gehabt und konzeptlos gespielt, er hat verdient gewonnen.“
Das kürzeste Finale dieses dritten Meisterschafts-Tages war schon nach acht Spielen beendet. Reiner Henze vom TC Burgschwalbach - schon im letzten Jahr mit Endspiel-Pech bei einem Netzroller - musste die Herren 50-Begegnung mit Guido Peckedrath (TC Oberwerth Koblenz) beim Stand von 3:5 wegen einer Zerrung im linken Oberschenkel aufgeben. „Es ist beim Sprint ans Netz passiert“, schilderte er, „ich musste Serve-and-Volley spielen, sonst hätte ich gar keine Chance gehabt.“ Der neue Rheinlandmeister Peckedrath, dessen letzter Titelgewinn „circa 25 Jahre“ zurückliegt, freute sich über seine gute Form, „das muss man ausnutzen“, und zeigte sich selbstbewusst: „Es war nur eine Frage der Zeit, ich hatte vor der Aufgabe schon einige Breakchancen.“
Neben dem Turnier-Schiedsrichter ging auch der -Organisator als Finalist aufs Feld. Favorit Horst Kelling (TC BW Bad Ems) setzte sich in einer Wiederholung des Vorjahres-Duells Herren 65 gegen seinen Dauer-Konkurrenten Hans Willi Koch (Post-SV Koblenz) mit 6:2, 6:3 durch und holte sich den nächsten seiner „mehr als 30“ Rheinlandtitel. „Ich weiß, wie man gegen ihn spielen muss“, verriet er. „Er war besser“, anerkannte Koch, „mir steckte noch das schwere Halbfinale in den Knochen.“ Auch bei den zehn Jahre jüngeren Herren stand ein Titelverteidiger im Endspiel, diesmal allerdings musste sich Christoph Hilpisch geschlagen geben: Gegen seinen Neuwieder Vereinskollegen Toni Schweitzer („Wir kennen uns in- und auswendig“) verlor er nach 7:6 (7:5) und 2:6 den Matchtiebreak mit 3:10. Im verkürzten Entscheidungssatz habe er „immer vorn gelegen und Druck machen können“, meinte Schweitzer, der bei der internen Endspielwertung allerdings immer noch mit 3:4 zurückliegt.
Die Neuwieder Dominanz bei den gestandenen Herren mittleren Alters unterstrich Herren 60-Gewinner Ulrich Gonsberg mit einem 6:0, 6:2 gegen Norbert Bell vom TC Weibern, der sich über seine erste Final-Teilnahme freute. „Der erste Satz war optimal, dann hat mein Gegner aufgeholt“, sagte Gonsberg, Bell bemängelte seine Schwäche bei den Volleys („Ich hatte jede Menge Spielbälle“) und verwies auf einen gravierenden Unterschied: „Er spielt in der obersten Liga, ich bin Kreisklasse.“
Herren 40 am stärksten besetzt
Am stärksten besetzt war die Klasse Herren 40 mit 28 Meldungen. Als klarer Favorit trat der DM-Titelträger Lars Wellmann vom TC Oberwerth Koblenz an. „Als deutscher Meister kann man bei Rheinlandmeisterschaften eigentlich nur verlieren“, verwies der Koblenzer auf den Druck, der im Halbfinale fast, aber nur fast zu groß war: Gegen den „stark spielenden“ Bendorfer Dirk Boos ging es in den Matchtiebreak (10:5). Vereinskamerad und Finalgegner Matthew Feeney setzte ganz auf sein Aufschlagspiel und die Volleys, das klappte aber nur einen halben Satz lang. Nach 4:1-Führung hieß es 5:7 und 2:6. „Ich hatte auf einen schlechten Tag von ihm gehofft“, so Feeney.
Auch bei den Jungsenioren kam es zu einem Vereins-Duell. „Ich hätte nie gedacht, dass wir uns im Finale gegenüberstehen würden“, kommentierte Julian Mädrich das Bad Emser Endspiel, das er gegen Robert Guzik („Finale war mehr, als ich erwartet hatte“) mit 6:3, 6:2 gewann.
Zum Turnier-Abschluss beendeten die Damen 50 fast gleichzeitig mit den Herren 30 ihr Endspiel nach einem dramatischen Matchtiebreak. Im Vorjahr hatte Ute Gilberg das Endspiel der damals einzigen Damenklasse gegen Christine Hölzke – beide Spielerinnen sind mittlerweile beim TC Rhein-Lahn Lahnstein – im Entscheidungssatz verloren. Diesmal musste sich Hölzke im Finale Damen 40 Sarah Kathke (TVGG Igel) mit 4:6, 2:6 geschlagen geben, die sich über ihren ersten Titelgewinn freute. Und Ute Gilberg, die beim 7:5, 6:7 (7:9), 13:11 gegen Anke Müller (TC Asbach) nach zweieinhalb Stunden ihren zweiten Matchball verwandelte, blickte mit Zuversicht in die Zukunft: „Vielleicht sehen wir uns in dieser Klasse noch häufiger im Finale.“
Thomas Wächtler
Bei den Damen 50 setzte sich Ute Gilberg gegen Anke Müller durch.
Bei den Herren 55 musste sich Christoph Hilpisch seinem Neuwieder Vereinskollegen Toni Schweitzer geschlagen geben.
Favorit Horst Kelling (TC BW Bad Ems) (mitte) setzte sich in einer Wiederholung des Vorjahres-Duells Herren 65 gegen seinen Dauer-Konkurrenten Hans Willi Koch (Post-SV Koblenz) mit 6:2, 6:3 durch und holte sich den nächsten seiner „mehr als 30“ Rheinlandtitel. Hans Molitor gratulierte.
Neuer Rheinlandmeister bei den Herren 50 ist Guido Peckedrath (r.). Sein Gegner Reiner Henze musste im Finale verletzungsbedingt aufgeben.
