ADAC Truck Grand Prix auch in der 29. Auflage in der Erfolgsspur
Donnernde Motoren und fetzige Musik
Nürburg. Auch wenn bei der 29. Auflage des ADAC Truck Grand Prix, mit dem Rheinland Pfalz Tag in Neuwied und der Formel 1 auf dem Hockenheim Ring, gleich zwei weitere Großveranstaltungen um die Gunst der Zuschauer buhlten, ließen es sich über 170.000 Besucher nicht nehmen, zum Nürburgring, dem Trucker-Mekka in der Eifel zu pilgern. Seit Monaten bereits hatte der veranstaltende ADAC Mittelrhein am Programm dieser Kultveranstaltung gefeilt und war auch ein Jahr vor dem 30. Geburtstag des Truck GP weitestgehend dem bewährten Veranstaltungskonzept treu geblieben. Mit Beginn der Veranstaltung, vor 29 Jahren, gab es erstmals ein bis zu diesem Zeitpunkt im Rennsport nicht gekanntes Unterhaltungsprogramm, wo damals wie heute den Besuchern eine Mischung aus schnellen Trucks, Industriemesse sowie Country- und Western-Atmosphäre präsentiert wurde. Ergänzt wurde das Musikfestival seit den letzten Jahren jedoch mit aktuellen Bands, die das jüngere Publikum ansprechen sollten. Und so sorgten auch in diesem Jahr Ann Doka, Sawyer, The Lennerockers und Bortz sowie Jupiter Jones für beste Stimmung. Besonders glücklich zeigte sich nach ihrem Auftritt in der Müllenbachschleife die Band Jupiter Jones, die ihr Heimspiel in vollen Zügen genossen hatte. „Wahnsinn, wir spielen das erste Mal hier oben und die Stimmung ist einfach großartig“, so Sven Lauer, der neue Sänger der vier Jungs aus Wittlich. Tom Astor und Country-Lady Dagmar waren am zweiten Tag die musikalischen Höhepunkte auf der Showbühne, die mit ihrer klassischen Countrymusik die Fans rundum begeisterten. Für Lady Dagmar, war es ein ganz besonderer Abend. Nach 30 Jahren auf der Bühne und 22 Jahren Truck-Grand-Prix beendete sie an diesem Abend ihre musikalische Karriere. Spätestens jedoch, als der erste Böllerschlag das große Truckerfeuerwerk ankündigte, das über 15 Minuten ein gigantisch pyrotechnischer Sternenhimmel in die Region am Fuße der Nürburg zauberte, war bei den Fans der Wehmut über den Abschied verflogen. Zum Schluss gab es dann, als Tom Astor seinen jungen Adler in die Eifelwolken fliegen lies, aber noch einmal Grund für große Gefühle. Und fast alle waren sich im weiten Rund der Müllenbachschleife einig, man freut sich bereits auf die Jubiläumsausgabe des Country-Fesitvals beim Truck Grand Prix 2015.
Motorsportliche Highlights
Motorsportlich bildeten die vierten Läufe der zehn Rennen umfassenden FIA-Truck Europameisterschaft die herausragenden Highlights des Wochenendes. Die Fahrer auf den ersten drei Positionen reisten mit einem Abstand von nur 15 Punkten an den Ring. Darunter auch der dreimalige und zurzeit amtierende Europameister Jochen Hahn aus Altensteig im Schwarzwald. Wie in den vorangegangenen Rennen dieser EM-Saison legte Hahne auch bei seinem Heimspiel unter dem Jubel der Fans, einen Tagessieg hin. In der Gesamtwertung konnte Hahn, nach zwei weiteren Platzierungen unter den ersten drei, in den anderen Wertungsläufen seinen Abstand auf den führenden Spanier Antonio Albacete auf 12 Punkte verkürzen. Während bei den Europameisterschafts-Läufen nur selten die Zuschauer durch packende Überholmanöver begeistert wurden, brachten die Läufe um den Mittelrhein-Cup dafür eine vielfache Entschädigung. Mitten drin in diesem Getümmel sorgten auch die beiden Lokalmatadore, Vater Heinz-Werner und Sohn Sascha Lenz aus Plaidt, mit ihren Mercedes-Trucks mal wieder für beste Unterhaltung. Wenn auch mit Platz sieben für Heinz-Werner und Rang zehn für Sascha im ersten sowie Platz sechs für den Vater im zweiten Rennen, in dem Sascha Lenz nicht ins Ziel kam, der sportliche Erfolg nicht wie erhofft ausfiel, zeigte sich Heinz-Werner Lenz jedenfalls nicht unzufrieden. „Wir leisten hier, was in unseren Möglichkeiten liegt. Das ist aller Ehren wert“, so der Senior. Eine Stippvisite der europäischen Nascar-Autos, nach dem Vorbild der berühmten US-Serie, rundet das unterhaltsame Motorsportprogramm ab. Die harten Positionskämpfe trafen den Geschmack der Trucker-Fans und ließen somit die fehlenden Läufe der GT-Masters aus dem vergangenen Jahr mehr als vergessen.
Da bebt die Erde, wenn Jochen Hahn (vorn) den Race-Truck auf über 140 km/h katapultiert.Fotos: BURG
Seit Jahren begeistert Country-Star Tom Astor die Fans.
Fast 20 Minuten erleuchtete auch in diesem Jahr ein gigantisch, pyrotechnischer Sternenhimmel die Trucker-Nacht.
