St. Matthias Schützenbruderschaft Brohl/Rhein 1867
Ehrungen standen im Mittelpunkt
148. Stiftungs-und Patronatsfest
Brohl/Rhein. „Auf den Tag“ - wie es die Altvorderen vorlebten, feierten die Schützenschwestern und Schützenbrüder ihr diesjähriges Stiftungs-und Patronatsfest.
Am Hochfest des Schützenpatrons der Bruderschaft, dem hl. Matthias, am Montag, 24. Februar, fand sich die Schützenfamilie zu einer einleitenden abendlichen Festmesse zu Ehren der lebenden und verstorbenen Mitglieder, gehalten von dem neuen Präses und Pfarrherrn Pastor Günter Marmann. In einer denkwürdigen Ansprache nahm er Bezug auf den Schützenpatron des Bistums und der Bruderschaft. Neben der Brohler Bruderschaft hat nur noch die Schützenbruderschaft aus Anschau den hl. Matthias als ihren Schutzpatron auserkoren. Denn erst durch den Verrat des Judas Ischariot fand der hl. Matthias den Weg in die erste Garde der Streiter Gottes. Und wie heißt es in einem Kirchenlied so treffend „zu der Apostelzahl gewählt durch heilige Wahl…“. Die Gebeine des Apostels ruhen seit dem 12. Jhd. In der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier. Es ist das einzige Apostelgrab nördlich der Alpen. Ebenfalls Tradition ist, dass der jeweilige Silber tragende König der Bruderschaft von seiner Wohnstatt aus unter den Klängen des Musikclubs Fidelio und einem Böllergruß durch die „Brohler Böller“ zur Kirche geleitet wird. Für die Schützen mit ihrer Majestät Henrik Hahn war es der erwartete lange Anmarsch unter dem Schutze der Brohler Feuerwehr aus der Brohler Mark zum Besuch der Festmesse in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Nachdem man den Verstorbenen der Bruderschaft nochmals am Ehrenmal durch Kranzniederlegung gedachte, ging es in geschlossener Marschformation zur Schützenhalle. Nach einer vorgegebenen Tagesordnung hieß es zum Einen, einen Rückblick und zum Anderen eine Vorausschau zu halten, verdiente Mitglieder zu ehren und Rechenschaft über die Finanzen der Bruderschaft abzulegen. Unter den Gästen konnte Brudermeister W. Fußhöller erstmals in der Runde der Brohler Schützen den neuen Pastor Günter Marmann begrüßen und als höchsten Repräsentanten der Schützen des Bezirksverbandes, Siggi Belz, welcher auch gleichzeitig als Bezirkskönig regiert. In seinem Rückblick fand Brudermeister Fußhöller den Weg von Beginn des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren und der verbrieften Vorsorgepflicht innerhalb der Schützenfamilie bis zur Verabschiedung der ersten Satzung nach Ende des 2. Weltkrieges im Jahre 1954. Er verwies hierbei auf den Inhalt derselben, welche sich im Wesentlichen auf den Gründer-Statuten aufbaute. Auch wenn der Zeitgeist sich im Laufe der Jahre geändert hat, sollten die Statuten weiterhin von den Mitgliedern gelebt werden. Mit dem Eintritt in die Bruderschaft hat man sich den auferlegten Zielen für Glaube-Sitte-Heimat versprochen. Nach diesen mahnenden Worten konnte Fußhöller der Versammlung den Abschluss der größten Baumaßnahme der letzten Jahre vermelden. Die behördlich auferlegte Erneuerung des Kugelfanges ist dank eines enormen Zuschusses aus dem Förderprogramm für Ehrenamt und Vereine und erhebliche Eigenleistungen der Mitglieder, so wurden mehr als 500 Stunden in das Vorhaben eingebracht, größtenteils abgeschlossen. Ein Dank gilt an dieser Stelle den Entscheidungsträgern des Kreises mit Landrat Dr. Pföhler an der Spitze, welcher persönlich den Bewilligungsbescheid überbrachte. Dank zollt hier auch der Ortsbürgermeisterin Christel Ripoll, welche immer ein offenes Ohr für die Belange der Bruderschaft hatte. Im weiteren Verlauf der Versammlung ließ der Chronist der Bruderschaft, Wilhelm Remy, nochmals den Jahresablauf Revue passieren und in seinem Sportbericht konnte Franz-Rudolf Mularczyk ein positives Bild der vier Mannschaften, die an der Winterrunde teilnahmen, aufzeigen. Der Brudermeister und der sportliche Leiter fanden unisono lobende Worte und munterten die Schützen auf, sich an den Trainingsabenden noch zahlreicher zu zeigen. Dieser diene der Geselligkeit und fördere zudem das Vereinsleben. Wenn auch die Kasse durch die große Aufgabe der Erneuerung des Kugelfanges stark gebeutelt wurde, konnte Kassenwartin Gabi Mannheim noch einen befriedigenden Abschluss der Versammlung vermelden. Es ist genügend Spielraum vorhanden, um neben den laufenden Regelaufgaben noch Rücklagen für spätere Aufgaben anzusparen. Die beiden Kassenprüfer Martin Schnitker und Henrik Hahn konnten sich von der übersichtlichen Kassenführung überzeugen und fanden für die Arbeit der Kassierer lobende Worte und bestätigten darüber hinaus dem Vorstand ein verantwortungsbewusstes Handeln. Aufbauend auf dieser Aussage wurde dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt.
Vorausschau 150-jähriges Jubliäum 2017
Musste man bei Gründung der Schützengesellschaft und auch Jahre danach für den Beitritt noch zwei Taler Eintrittsgeld entrichten, wäre die Bruderschaft froh, wenn man auch im Hinblick auf das 150-jährige Bestandsjubiläum und darüber hinaus eine Blutauffrischung bekommen würde. Dieses sieht Brudermeister Fußhöller in seinen 18 Jahren an der Spitze der Bruderschaft als eine große Baustelle, welche er nicht allein bewältigen kann. Er sieht jedes Mitglied gefordert, so unter Bekannten und Freunden auf Mitgliedersuche zu gehen. Auch sind, gerade um die Vielschichtigkeit der Aufgaben zu bewältigen, Schützenschwestern als Mitglieder erwünscht. Erfreulich hierzu an diesem Abend die Neuaufnahme von Andre Frenzel. Aber, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Unter dieser Prämisse war auch der Tagesordnungspunkt auf das 2017 stattfindende 150-jährige Jubiläum zu sehen. Brudermeister Fußhöller resultierte, dass der Zeitpunkt schneller da sei als man glaubt. Heißt es doch sich frühzeitig um den gestalterischen Ablauf, Erstellung einer Festzeitschrift und vieles mehr Gedanken zu machen. Dazu sollte spätestens zur nächsten Jahresversammlung ein Festausschuss gebildet werden.
Ehrungen
Im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung standen Ehrungen von verdienten und langjährigen Mitgliedern. Allein schon die Anwesenheit des Bezirksbundesmeisters deutete darauf hin, dass hochkarätige Ehrungen anstanden. So fand Bezirksbundesmeister Siggi Belz bei seiner Laudatio für die beiden Stellvertreter des Brudermeisters, Oberleutnant Peter Nonn und Leutnant Thomas Nonn, welche mit dem St. Sebastianus Ehrenkreuz ausgezeichnet wurden, recht lobende Worte und stellten gerade ihre vorbildliche Arbeit zur Verwirklichung der Ideale Glaube-Sitte-Heimat in den Vordergrund. Beide mehr als 30 Jahre Vollmitglied in der Bruderschaft taten sie sich auf allen Führungsebenen hervor und dank ihrer handwerklichen Fähigkeiten sind sie für die Bruderschaft von unentbehrlicher Bedeutung. Dass die Überraschung gelungen war, war den beiden Geehrten anzumerken. Brudermeister Fußhöller oblag es, Peter Leyendecker für sein Wirken mit dem silbernen Verdienstkreuz zu dekorieren. Die Auszeichnung soll weiterhin als Ansporn gedacht sein. Mit dem letztjährigen König H.J. Beutgen hat die Bruderschaft einen neuen Goldjubilar. Für seine 50-jährige Vereinstreue erhielt er neben einer Urkunde die golddurchwirkte Kragen-Paspellierung und die goldenen Eicheln. Bärbel Butterbrodt erhielt für ihre 40 jährige aktive Mitgliedschaft und auch als Dank für langjähriges Mitwirken in der Sportschützengruppe ein Blumengebinde. Rudi Dötsch, ebenfalls 40 Jahre mit der Bruderschaft verbunden, konnte die Ehrung nicht persönlich in Empfang nehmen.
