Musikgruppen gaben sich ein Stelldichein - über 200 Instrumentalisten auf der Bühne
Erstes Kreissommerkonzert findet Anklang
Kreis Ahrweiler. Musik verbindet Generationen. In Orchestern und Chören treffen sich Jung und Alt zu regelmäßigen Proben und Konzerten, teilen Aufregung vor und Freude nach dem Auftritt und verbringen nicht selten ihre Freizeit miteinander. Musik als Bindeglied der Gesellschaft hatte auch schon zu Zeiten des griechischen Philosophen Aristoteles Bestand. „Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu verbreiten“ lautet eine seiner Weisheiten. Musik und Sport gehören in der Gesellschaft zu den beliebtesten Arten der Freizeitgestaltung. Das ist auch im Kreis Ahrweiler nicht anders. Hier gibt es rund 1500 Vereine, 200 davon sind Musikvereine. Und ihnen galt am Sonntagvormittag in der Sporthalle des Peter-Jörres-Gymnasium alle Aufmerksamkeit. Landrat Jürgen Pföhler lud zum ersten Sommerkonzert des Kreises Ahrweiler - und rund 300 Gäste kamen seiner Einladung nach. Darunter waren auch Vertreter der Politik sowie Gebietsweinkönigin Viktoria Kugel.
Musikwesen Plattform geben
In seinen Begrüßungsworten äußerte sich Landrat Pföhler als Schirmherr zum Hintergrund des Konzerts: „Es war mir ein wichtiges Anliegen, dem Musikwesen im Kreis Ahrweiler mit der heutigen Veranstaltung eine eigene Bühne zu bieten. Dies soll allen bewusst machen, wie sehr Musikvereine und Chöre das Vereins- und Kulturleben in unserer Region prägen und mitgestalten.“ Hinter den rund 200 Vereinen stünden Tausende von musikbegeisterten Bürgern, die sich für ihr Hobby und ihren Verein engagierten, so Pföhler weiter. „Unsere Musikvereine tragen zu einem großen Teil zur Identifikation einer ganzen Ortsgemeinde bei, denn sie sind immer zur Stelle: bei Kirmesfesten, Goldhochzeiten oder Vereinsfesten“, unterstrich er.
In unzähligen Proben und Auftritten pflegen die Musiker „eines der schönsten Kulturgüter der Menschheit“, lobte Pföhler. Auch das Engagement der Vereinsmitglieder sei beachtlich, denke man nur an die Zeit, Arbeit und Kilometer, die jedem Konzertauftritt vorausgingen. In seiner Begrüßung hob Landrat Pföhler die Nachwuchsarbeit der Vereine hervor: „Viele junge Menschen im Kreis Ahrweiler erhalten ihre erste musikalische Ausbildung über die Musikvereine. Hier lernen sie nicht nur Noten kennen, hier wird auch die Persönlichkeitsentwicklung gefördert. Vor allem aber wird die Musikbegeisterung weitergegeben und der Nachwuchs in das regionale Vereinsleben eingebunden.“
40.000 Euro für Musikvereine
Dass dem Kreis die Förderung der Musikvereine am Herzen liegt, zeigt sich nicht zuletzt in der hohen Fördersumme: Das Musikwesen fördert der Kreis jährlich mit 40.000 Euro. Eine weitere Anerkennung: Im Jahr 2005 wurde der Kreischorverband (damals Sängerkreis Ahrweiler) und im Jahr 2010 der Kreismusikverband Ahrweiler mit der Ehrenplakette des Kreises Ahrweiler, eine der höchsten Kreisauszeichnungen, geehrt. Das Konzert bezeichnete Pföhler als Versuch, „in wenigen Stunden, eine große Bandbreite darzustellen.“ Unter den Ehrengästen, die einen Querschnitt der Gesellschaft bildeten, konnte er auch den jüngst gewählten städtischen Beigeordneten Hans-Jürgen Juchem begrüßen. Er betonte den integrativen Aspekt von Musikvereinen: „Zum gemeinsamen Musizieren kommen ganz unterschiedliche Menschen zusammen, die einander ergänzen“, so Juchem. Musik sei und lebe Gemeinschaft, und darüber hinaus ein wichtiger kultureller Bestandteil des städtischen Lebens: „Bürger und Gäste der Stadt erfreuen sich an den vielfältigen musikalischen Angeboten“, sagte der ehrenamtliche Beigeordnete. Jede Musikrichtung sei wichtig für die Identifikation einer ganzen Generation. Auch Hans-Jürgen Juchem lobte die Initiative für ein kreisübergreifendes Musikkonzert, denn häufig müssten die Musikvereine gegenüber ihrem sportlichen Pendant in der öffentlichen Wahrnehmung zurückstecken.
Über 200 Musiker
Für das Konzert haben die beiden großen Musikverbände, der Kreismusikverband und der Kreischorverband, ein buntes Programm zusammengestellt, das die Bandbreite des regionalen Musikwesens abbildete. Über 200 Musiker standen im Laufe des Vormittages auf der Bühne - und sie alle überzeugten mit ihrer ganz eigenen Note. Gesang und Orchestermusik der verschiedensten Stilrichtungen, Jung und Alt gemeinsam - in Sachen Musik ist der Kreis Spitze. Dass musikalische Förderung schon im Kindesalter erfolgreich sein kann, bewiesen die kleinen Dreikäsehoch vom Kinderchor „Zessner (B)engel“.
„Pack‘ die Badehose ein!“
Warm ums Herz wurde es den Zuschauern, die sich von den kleinen Sängern auf die nahende Ferienzeit einstimmen ließen. Gemeinsam packten die sechs- bis zehnjährigen Kids die Badehose ein, sangen vom Eis am Stiel, erkundeten die Welt mit „18 Mann im Gummiboot“ oder fieberten mit beim Fußballspiel am Strand. International kam das Kreisjugendblasorchester unter dem Dirigat von Andrea Schnitker daher: „The Final Countdown“ galt nicht nur dem nahenden Anstoß beim Fußball-WM-Finale in Rio, sondern gekonnt erklang auch „Thriller“ von Michael Jackson oder tanzte man mit dem Publikum zu „YMCA“. Traditionelle Weisen brachte indes der Männergesangverein „Bölinger Liederkranz“ zu Gehör: Den „12 Räubern“ schlossen sich sehnsuchtsvolle Stücke wie „Weit, weit weg“ von Hubert von Goisern oder „Ich kenne den Weg“ von Karl Josef Müller an, bevor der Spielmannszug „Rheinklänge“ aus Remagen das Eis nach der Pause brach. Tonal und visuell überzeugend präsentierten sich auch die seit Jahresbeginn neu formierten Heimersheimer Chöre unter der Leitung von Ekaterina Londarenko. Sie heißen nun Cäcilienchöre Heimersheim. Gekonnt in Szene setzten die Sängerinnen und Sänger „Das Phantom der Oper“, machten gemeinsam Musik, wie es Peter Igelhoff und Adolf Steimel komponierten, oder nahmen die Gäste mit auf nach „New York, New York.“ Einen famosen Abschluss bereitete das Kreisblasorchester von Christoph Schnitker. Ein Hörgenuss war unter anderem die Interpretation des „Tanz der Vampire.“ Der Bad Neuenahrer Männerchor und Frauenchor mit seinem Vorsitzenden Hans Creuzberg kümmerten sich um Getränke und kleine Snacks. Die Moderation des Sommerkonzertes übernahm Stephan Pauly. Bereits seit dem Jahr 1981 leitet er die Sinziger Turmbläser. Darüber hinaus engagiert er sich als Vorsitzender des Kirchbauvereins „St. Peter“ Sinzig.
