Allgemeine Berichte | 08.04.2015

Bad Breisiger Volksbank stellt Oeuvre des Fotokünstlers Jochen Meier aus

Fotografieren war Kunst und Beruf

Werke des prominenten Werbefotografen und Rheinecker Bürgers sind im April öffentlich zu besichtigen

Willi Distelrath, Leiter der Bad Breisiger VoBa-Geschäftsstelle, lässt sich die Sammlung der berühmtesten Fotos von Jochen Meier erklären.

Bad Breisig. Im Kreis der Tennisfreunde vom TC „Blau-Weiss“ ist der einst international bekannte Werbefotograf und Tennis-Oldie Jochen Meier ein gefragter Freund. Unter anderen gehört Willi Distelrath, Leiter der Bad Breisiger Geschäftsstelle der Volksbank, zu den Bewunderern seiner fotografischen Kunst. Deshalb hat er den 85-jährigen Senior jetzt eingeladen, Auszüge seines Lebenswerks mit der Fotokamera in der Schalterhalle der quellenstädtischen Volksbank über den April auszustellen.

Jochen (Joe) Meier war über 40 Jahre lang einer der bedeutendsten Werbefotografen in Schweden. Seit rund 20 Jahren jedoch wohnt er im quellenstädtischen Stadtteil Rheineck.

Zur Eröffnung seiner Präsentation gab Jochen Meier, 1929 in Braunschweig geboren, einen Einblick in seine künstlerische Laufbahn. Er machte nach dem Schulabschluss zunächst eine Maler-Lehre, wurde aber durch einen Freund zum Wechsel in den Beruf des Theater-Schauspielers beim Staatstheater Braunschweig überredet. Nach Absolvierung einer privaten Schauspieler-Schule vollendete er die Ausbildung zum Mimen durch erstklassig bestandene Examina in Hannover.

Sieben Jahre lang stand er mit später berühmten Bühnen- und Filmstars auf der Bühne, so unter anderen auch mit Hansjörg Felmy. Doch die Suche nach wirtschaftlicher Sicherheit veranlasste Jochen Meier, statt des Schauspielerberufs sein Hobby, das Fotografieren, zum Beruf zu machen. Er absolvierte eine Lehre als Fotograf und arbeitete in der Folge als Presse-Bildberichter.

1955 folgten er und seine Ehefrau Thea der Einladung eines Kollegen nach dessen Heimat Schweden.

Aus dem Urlaub wurde ein Dauer-Verbleib in Skandinavien, zumal er als Pressefotograf bei einer schwedischen Tageszeitung unterkam.

Der bekannte Werbefotograf arbeitete für Branchengrößen

Eine Werbeagentur holte ihn später nach Stockholm, wo er durch die Qualität und Außergewöhnlichkeit seiner Fotoarbeiten auffiel.

Jochen Meier wurde Fotografen-Meister, machte sich selbstständig und baute an der Peripherie der Hauptstadt auf einem 3000qm – Seegrundstück (mit angrenzendem Tennisplatz) ein Haus samt großem Atelier. Mit der Zeit schaffte er es, dass die bedeutendsten Wirtschaftsunternehmen Schwedens zu seinen Kunden gehörten. Firmen wie Vattenfall, Kelloggs, Agfa-Gevaert, die Genossenschaft der Bauern, Dunlopillo, Palmolive, Volvo, die Post und viele andere nutzten die Kreativität und die ungewöhnlichen Arrangements in den Bildern des deutschen Foto-Künstlers.

Die Aussagekraft seiner Werbefotos machte ebenso Furore wie die Zusammenarbeit mit bekannten Models, zum Beispiel Miriam Sachs oder die James Bond Partnerin Moud Adams. Seine Fotokunst war ein ständiges Experimentieren, ein Suchen nach ungewöhnlichen Perspektiven.

Er hatte bekannte Popgrößen, auch Filmschauspielerinnen an der Hand - Jochen Meier war ein gesuchter Lichtbildner. Nebenher waren er und seine Frau Thea - sein bevorzugtes Model bei Werbeaufnahmen - längst auch erfolgreiche schwedische Tennis-Asse.

Liebe zum Tennis verbindet Meier mit Bad Breisig

Als der Fotograf 1987 aus Altersgründen sein Gewerbe aufgegeben hatte, führte ihn eine Ferienreise an den Rhein. Hier meldete er sich 1989 zur Teilnahme am zweiten Internationalen Tennisturnier der Quellenstadt an und wurde damals auf Anhieb mit Partner Sieger im Doppel.

Der Vorstand des Tennisclubs erkannte die Chance, einen so renommierten Spieler auf Dauer zu gewinnen. Jochen und Thea Meier waren zum Hierbleiben bereit und kauften sich 1990 ein altes Fachwerkhaus in Rheineck, das sie liebevoll renovierten.

„Die Menschen hier sind alle so nett, Bad Breisig als Stadt haben wir lieben gelernt, und der TC Blau-Weiss ist unsere Heimat.“ Beide Senioren spielen immer noch begeistert Tennis, machen aber auch gerne mit bei quellenstädtischer Geselligkeit, zum Beispiel im Karneval, und passen sich der Lebensfreude der Breisiger an.

„Wir fühlen uns wohl in der Quellenstadt und bereuen keinen Augenblick, hier gelandet zu sein.“

Und da aktives Mittun einen Kreis von Freunden schafft und auch der Gesundheit dient, hofft der jetzt 85-jährige Tennissportler noch viel Freude in Bad Breisig zu haben. Die Ausstellung der Fotoarbeiten von Jochen Meier ist bis Ende April während der Schalterstunden frei zu besichtigen.

Willi Distelrath, Leiter der Bad Breisiger VoBa-Geschäftsstelle, lässt sich die Sammlung der berühmtesten Fotos von Jochen Meier erklären.
Verschiedene Aufnahmen des Künstlers sind in der Volksbank zu bewundern.

Verschiedene Aufnahmen des Künstlers sind in der Volksbank zu bewundern.

Willi Distelrath, Leiter der Bad Breisiger VoBa-Geschäftsstelle, lässt sich die Sammlung der berühmtesten Fotos von Jochen Meier erklären.

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