Politik | 17.03.2015

SPD Bad Breisig lehnt Haushalt 2015 ab

Haushalt zulasten der nächsten Generation

Bad Breisig. In der Haushaltsberatung 2015 für die Stadt Bad Breisig erklärte SPD-Fraktionssprecher Bernd Lang: „Zu den Eckdaten des Haushaltsentwurfs gehören: Der Fehlbetrag des Finanzhaushaltes zuzüglich der Tilgung der ordentlichen Kredite beläuft sich auf 867.000 Euro. Das ist gleichzeitig der Bedarf an neuen Kassenkrediten (Dispo). Der Kreditbedarf für Investitionen beträgt darüber hinaus 920.000 Euro. In der dazugehörigen Vorlage der Verwaltung mit der Nummer 0098/2015 wurde eine Anhebung der Grundsteuer B um 19 Prozent beziehungsweise 76 Prozentpunkte von 415 v.H. nach 491 v.H. zur Beratung gestellt. Das wäre ein erster mutiger Schritt. Dieser erste mutige Schritt beschert uns zwar nicht einen ausgeglichenen Haushalt, aber - so hoffte die SPD-Fraktion - dieses Ziel hätten alle Ratsmitglieder fest im Auge. Das Ziel des ausgeglichenen Gesamthaushalts ist eine Herausforderung ohne Ende. Denn es geht nicht nur darum, einen Ausgleich zu finden für den Fehlbetrag im Finanzhaushalt, sondern auch für die Tilgung der Investitionskredite. Gar nicht erst zu reden vom Abschmelzen der Kassenkredite. Der zur Beratung gestellte Vorschlag der Verwaltung, vom Bürgermeister der Verbandsgemeinde abgezeichnet und in ausdrücklicher Abstimmung mit der Stadtbürgermeisterin erfolgt, war Grundlage der Beratung und Beschlussfassung. Warum unterstützte die CDU-Fraktion nicht den Vorschlag ihres eigenen Verbandsgemeindebürgermeisters und ihrer eigenen Stadtbürgermeisterin? Warum waren CDU und ihre Wählergruppe nicht bereit, diesen mutigen Schritt zu gehen? Damit steht fest: Mit hoher Wahrscheinlichkeit steigt das Volumen der Kassenkredite in 2015 um mehr als 700.000 Euro. Mittelfristiges Ziel ist der ausgeglichene Haushalt. Dieses Ziel ist kein Selbstzweck, sondern Respekt vor den kommenden Generationen. 90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger verstehen das. Diese 90 Prozent der Bürgerschaft bemühen sich mit Erfolg, die persönlichen Einnahmen und die persönlichen Ausgaben zur Deckung zu bringen. Und sie haben damit eine fürsorgliche Beziehung zu den nachfolgenden Generationen. Diese 90 Prozent möchten etwas Werthaltiges vererben, statt Schulden zu hinterlassen. Diese 90 Prozent verstehen es, wenn unsere Stadt ausgeglichene Haushalte anstrebt. Darauf können die Mitglieder des Stadtrates vertrauen. Einnahmen und Ausgaben in Einklang zu bringen, ist keine Zumutung, sondern Normalität, das Selbstverständliche vom Selbstverständlichen. Die Haltung dieser 90 Prozent ist unser Maßstab. Unsere Stadt ist keine Last, keine lästige Veranstaltung, die uns nur auf der Tasche liegt. Unsere Stadt ist unsere Heimat, für die es sich einzusetzen lohnt - auch finanziell. Sie soll auch Heimat sein für künftige Generationen. Die lassen wir nicht im Stich. Erst recht nicht als Mitglieder des Stadtrates. Etwas im Stich lassen, dazu gehört kein Mut. Etwas nicht im Stich lassen, dazu gehört Mut.

Und dieser Mut wird belohnt werden. Die „kleinen“ Leute, die wirklich kleinen Leute, das sind die Kinder und Enkel, die nächsten Generationen. Die lassen wir nicht im Stich.“ vWenn Steuerhebesätze angepasst, also angehoben werden müssen, dann ist es Pflicht des Stadtrates zu prüfen, ob es vertretbar ist, auch zusätzliche andere Einnahmequellen zu erschließen, und ob es vertretbar ist, auf der Seite der Ausgaben kürzer zu treten. Das ist Aufgabe des Stadtrates. Aber auch Aufgabe der Verwaltung. Die Verwaltung ist am nächsten dran - sowohl in der Sache als auch zeitlich. Die Verwaltung ist viel intensiver dran, als es Ehrenamtliche beim besten Willen leisten können. Um jede 5.000 Euro mehr in der Einnahme und um jede 5.000 Euro weniger in der Ausgabe kämpfen, das ist nicht nur Sache der Ehrenamtlichen, das ist auch Sache der Verwaltung. Dazu zwei Beispiele: Der Fremdenverkehrsbeitrag A ist seit 15 Jahren, das heißt, seit 1. Januar 2001, unverändert. Die Kurtaxe ist seit mehr als 21 Jahren, das heißt, seit 1. März 1994, unverändert. Sind zum Vergleich die Personalkosten der Tourist-Information seit diesen beiden Daten ebenfalls unverändert geblieben? Nein! Allein zwischen den Jahren 2007 und 2014 sind die Personalkosten um 13 Prozent gestiegen. Ein Unternehmen, das nicht den Mut hat, Preise anzupassen, richtet sich selbst zugrunde.

Und: Zuschüsse aus Brüssel, Berlin, Mainz und Ahrweiler sind keine Beute, sind keine Mittel, die verbraten werden sollten auf Biegen und Brechen. Das wäre altes Denken. Warum? Es sind Steuergelder, unser aller Steuergelder. Das ist nachhaltiges Denken. Hinzu kommt: Eigenanteile der Stadt bei Investitionen sind keine „Peanuts“, sondern müssen verantwortet werden. SPD-Fraktionssprecher Bernd Lang: „Besonders beachtlich sind die Schlüsselzuweisungen des Landes. Hier die Entwicklung: 2009: 336.635 Euro. 2010: 240.006 Euro. 2011: 0 Euro. 2012: 24.626 Euro. 2013: 502.026 Euro. 2014: 670.549 Euro. 2015: 721.000 Euro. Hinzu kommen die 21 Bewilligungsbescheide des Landes für die Stadt und die Verbandsgemeinde Bad Breisig allein für den Zeitraum 2009 bis 2013 mit einem Gesamtvolumen von 5,7 Millionen Euro, nachzulesen in der Landtagsdrucksache 16/2574. Ebenfalls kommt hinzu, dass der Bund erhebliche Anstrengungen unternimmt, mit der Übernahme der Grundsicherung im Alter und der schrittweisen Mitfinanzierung der Eingliederungshilfe den Kommunen zur Seite zu stehen.“

Pressemitteilung

der SPD Bad Breisig

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Ralf Schweiss
Lampionfest in Weißenthurm
Lampionfest in Weißenthurm
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Juni 2026
Image
Titel
vermisste Brille
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0366#
Empfohlene Artikel
Ehrenamtliches Engagement erfährt öffentliche Anerkennung
71

Bad Breisig. Auf Antrag der CDU-Fraktion hat der Verbandsgemeinderat in seiner Sitzung am 23. Juni einstimmig die Richtlinien zur Ehrung für herausragendes ehrenamtliches Engagement beschlossen. Damit wird ab diesem Jahr eine öffentliche Anerkennung für Menschen und Gruppierungen geschaffen, die sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl einsetzen. Die CDU Bad Breisig bewertet den einhelligen Beschluss als wertschätzendes Signal aller Fraktionen für die Bedeutung des Ehrenamts.

Weiterlesen

GRÜNE Kreistagsfraktion (li,mi,re) mit Schulleiter Dr. Klaus Müller (2.v.r.), Erich Seul und Jörg Hamacher (Kreisverwaltung)
88

Kreis Ahrweiler. Das Bildungsangebot der Berufsbildenden Schule des Kreises Ahrweiler ist in seiner Vielfalt einzigartig. Der Berufsbezug steckt in jedem der schulischen Ausbildungswege, vom Vorbereitungsjahr über die Fachoberschule bis zur Fachschule für ‚Soziales‘ oder ‚Pflege‘. Berufstätige können über eine hybride Variante in Präsenz- plus Online-Unterricht die Fachoberschulreife erlangen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Aufgrund eines Ladendiebstahls fahndet die Polizei nach dem Verdächtigen.
1092

Hochpreisiges Parfüm gestohlen

Bonn: Polizei fahndet nach Ladendieb

Bonn. Fahndung nach einem mutmaßlichen Ladendieb in Bonn: Das Kriminalkommissariat 15 der Bonner Polizei hat eine öffentliche Suche nach einem Verdächtigen eingeleitet, der im Verdacht steht, am 12. März 2026 ein teures Parfüm aus einer Parfümerie in der Bonner Innenstadt gestohlen zu haben.

Weiterlesen

Die Entlassschüler/innen der Realschule plus Niederzissen
502

Niederzissen. Das Motto der diesjährigen Abschlussfeier hatten sich die Abschlussschüler gut überlegt: „Casino -Erfolg ist nicht nur Glück!“ Ein Schulabschluss ist nicht nur Glück, dafür muss man auch etwas leisten. Das Ergebnis ihrer Arbeit konnte sich sehen lassen: 63 Schüler/innen der Realschule plus nahmen im feierlichen Rahmen ihr Zeugnis entgegen und wurden entlassen, um den nächsten Schritt auf ihrem Lebensweg zu beginnen.

Von Dajana Barth aus Niederdürenbach

Weiterlesen