Bad Breisiger Fastelovend bei leerem Prinzenthron
Jecken beweisen: Guter Karneval geht auch ohne Tollitäten
Bad Breisig. In den karnevalsfreudigen Orten der rheinischen Gefilde ist die Werbung eines Tollitätenpaars für den Prinzenthron stets eine delikate, oft auch schwierige Aufgabe. Prinz und Prinzessin sein ist schön, aber immerhin ist die närrische Thronbesteigung mit dem Aufbringen von nicht unerheblichen finanziellen Mitteln verbunden – abgesehen vom Zeitaufwand. Das auch dann, wenn viel Unterstützung vom veranstaltenden Verein vorweg getragen wird.
Höhepunkt einer närrischen Karriere
Das, was an Aufwand für das Prinzenpaar übrig bleibt, macht vielen der Umworbenen Angst. Oft allerdings mehr Angst, als wirklich notwendig wäre. Die für die Tollitäten unumstößlich anfallenden Aufwendungen werden durch Wichtigtuerei oft überhöht dargestellt, und das erschreckt auch solche Karnevalisten, die in der „Thronbesteigung“ an sich den Höhepunkt einer närrischen Karriere sehen. In der Quellenstadt ist in diesem Jahr jedenfalls die Suche nach einem Tollitätenpaar bis jetzt „in die Hose“ gegangen, und so wurden die erwartungsvollen Besucher der „Eröffnungssitzung“ in der festlich geschmückten Jahnhalle am Ende bitter enttäuscht: Der Vorstand unter Rolf Henzgen, seine „Vize“ Irmgard Köhler-Regnery und Markus Feix mussten gestehen, dass keiner der umworbenen Prinzen-Anwärter zugesagt hatte. Der Bad Breisiger Narrenthron bleibt nach Lage der Dinge für die kommenden zwei Jahre demnach unbesetzt.
Prinzenthron bleibt vakant
Diese ernüchternde Nachricht brach aber erst gegen Schluss der Sitzung über die bis dahin gut gelaunten Besucher der Sitzung herein. Nach dem Willen der Verantwortlichen soll der vakante Prinzenthron auch „kein Beinbruch“ sein. Vorsitzender Rolf Henzgen: „Bad Breisig wird zeigen, dass es auch ohne Tollitäten einen zünftigen Karneval feiern kann.“ Um dies nachzuweisen, hatte die 123-jährige Bad Breisiger KG ein Sitzungsprogramm aufgeboten, an dem die in Besucher in der quellenstädtischen „Festbaracke“ tatsächlich ihre Freude hatten.
Auftakt
Schon der Aufmarsch der rund 100 Aktiven, vorgestellt vom gut aufgelegten Sitzungspräsidenten Wolfgang Gerlitz, war imposant und ließ die Erwartungen steigen. Zum Auftakt tanzten die von Marion Feix und Alexandra Hoss betreuten Skylight-Majorettes ihren bravourösen Gardetanz. Einen ersten verbalen Beitrag lieferten die Möhnen (Gisela Monien, Barbara Gerlitz und Helga Hessing-Schmalkoke) mit einem viel belachten Bühnenspiel im „Café Alt Breisig“. Damit die Quellenstadt nicht auf närrischen Adel zu verzichten brauchte, machte die große Delegation der Brohler Narrenzunft mit deren Prinzenpaar: Prinz Arno und Prinzessin Nina samt Hofstaat eine opulente Visite auf der Bühne. Komplimente, Bützchen und Blumen wurden getauscht – ein echt karnevalistisches Spektakel!
Show, Musik und Büttenreden
Der Spielmannszug der KG unter seiner dynamischen Chefin Manuela Gesell ist zur Zeit personell und musikalisch in Hochform. Das Musikkorps zeigte sein Können in einem konzertanten, von viel Beifall begleiteten Bühnenauftritt - ein echtes Highlight des Abends. Nach soviel Show und Musik setzte die witzige Büttenrede des „närrischen Pastors“ Alexander Kurp ein weiteres Ausrufezeichen. Beispiel: "Beim Flug zur Papstaudienz nach Rom waren alle festlich gekleidet – nur er nicht, er trug 'Schwarz'. Warum? - Wenn der Flieger abstürzt, wird zuerst nach der Blackbox gesucht!“ Oder: "Als die besorgte Ehefrau nach einem Treff mit Freundinnen ihrem Gatten das Geständnis entlockt, er habe auch schon mal Kontakte im Rotlicht-Milieu gehabt, sagt sie erleichtert: 'Gott sei Dank, ich dachte schon, wir könnten uns das nicht leisten!'" Viel Lachen und eine Rakete. Und wieder etwas für die Augen: Die Gruppe „Attention“ ließ die Zeit der alt-ägyptischen Pharaonen in einer tänzerischen Bühnenshow wieder aufleben. Tolle Kostüme und ein schmissiger Tanz, einstudiert von Nicole Groß.
Das Einmaleins des jecken Entertainments
Aus Mechernich ausgeliehen war das Duo „Botz on Bötzje“, alias Hans-Dieter Hahn und Rainer Krewinkel. Die beiden beherrschen das Einmaleins des jecken Entertainment. Beispiel: „Der Botz meint tatsächlich, der Lattenrost wär eine Geschlechtskrankheit…“ Vieles leicht schlüpfrig, aber das heutige Publikum entdeckt immer öfter seine Freude daran. Präsident Wolfgang Gerlitz jedenfalls zündete die nächste „Rakete“. Die Tanzgruppe vom Damenkomitee hatte mit ihrem flotten Tanz in Kostüm und Musik ein maritimes Thema gewählt. Gut von „Noch-Prinzessin“ Biggi Geef choreographiert und flott getanzt.
Hommage an „Magdalena“
Die regionalen Troubadoure „Rudi & Tünn“ brachten – wie im letzten Jahr – mit ihren eigenen, auf kölsch gestrickten und aufwendig präsentierten Liedern den Saal zum "Kochen“. Ihre gesangliche Hommage an „Magdalena“ trifft genau die Feierfreude der Leute, und die klang noch nach, als die beiden Sänger nach einer halben Stunde musikalischer „Höllenfahrt“ mit den Jecken ihre Mikros abgebaut hatten. Einigen Ehrengästen wurde der nötige Respekt gezollt. Schon früh am Abend hatte der KG-Vorstand der neuen Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch Treue geschworen, später Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach die Möglichkeit gegeben, ein Grußwort zu sprechen und seinen Unterstützungs-Scheck zu überreichen. Zu diesem Zeitpunkt war es für den Vorstand der KG unvermeidlich, sich zu der gescheiterten Prinzensuche zu bekennen.
Der Bad Breisiger Karneval lebt
Ein wenig Hoffnung flammte noch einmal auf, als sich Peter und Andrea Weiss in zwei Zwergen-Kobolde verwandelt hatten und in einer viel bestaunten und belachten Darbietung über die Bühne hüpften. Sie gaben in ihrem Auftritt für einen Moment den Anschein, die Lösung für den närrischen Thron sei gefunden. Der überaus spaßige Gag der Eheleute Weiss war zwar ein zusätzlicher Höhepunkt des Programms, leider jedoch nur ein fröhlicher Beitrag, der das Problem nicht aus der Welt schaffen konnte. Das konnte auch nicht die fleißig musizierende, immer auf der Höhe des Geschehens agierende „Sunshine-Dance-Band“. Sie trug viel zu der zeitweise aufgeheizten Stimmung im Saal bei - bis die Enttäuschung über die Vakanz des Prinzenthrons um sich griff. Dass der Abend einen trotzdem positiven, in die Zukunft des quellenstädtischen Karnevals weisenden Abschluss bekam, dafür sorgte auch das stattliche blau-rote Funkenkorps unter dem gewichtigen Kommandanten Philipp Klee. Er konnte eine zahlenmäßig weiter gewachsene, blitzsaubere Mannschaft präsentieren, die sich durch eine famose Performance im Korps- und Mariechentanz Anerkennung und Beifall des Publikums sicherte.
Die Botschaft der Funken: Der Bad Breisiger Karneval lebt, notfalls auch mit leerem Prinzenthron.
Zwei Kobolde (Ehepaar Weiss) überraschten mit ihren Späßen quer über die Bühne.
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