Politik | 25.06.2013

Aus dem Verbandsgemeinderat Bad Breisig

Kitas: Plätze ja, Bertreuer nein

Die Verbandsgemeinde Bad Breisig wird dem Anspruch der unter Dreijährigen auf Betreuung ab dem 1. August gerecht - zumindest räumlich

Bad Breisig. In der Sitzung des Verbandsgemeinderates gab der für Jugendarbeit zuständige Fachbereichsleiter Alfred Heckenbach den Mandatsträgern interessante Zustandsberichte und Prognosen zu der Situation in den Kindergärten und den Schulen der Verbandsgemeinde. „Die Einwohnerzahl unserer Kommunen ist demnach rückläufig. Die jährliche Anzahl der Geburten sinkt. Seit 2005 hat sich die Zahl der Geburten in der Verbandsgemeinde um jährlich 15 reduziert. Eine erneute Zunahme ist nicht erkennbar“, so Heckenbach. Der Rückgang der Bevölkerung im Breisiger Ländchen entspricht also dem im gesamten Bundesgebiet. „Dadurch wird es schon in den nächsten Jahren zu einer leichten Entlastung der Kindestagesstätten kommen.“ Im Augenblick sind alle Kitas in der Verbandsgemeinde auf den Ansturm neuer Anmeldungen gut gerüstet, die ab August auf sie zukommen. Zumindest, was die verfügbaren Plätze angeht. Bekanntlich haben ab 1. August auch einjährige Kinder Anspruch auf einen Kita-Platz. Schon jetzt liegen Voranmeldungen bei den Kindergärten vor.

Bisher konnten alle Anmeldungen positiv beschieden werden. Es ist aber schon jetzt voraussehbar, dass weitere Gruppen eingerichtet werden müssen - wahrscheinlich in allen Kitas. Und da beginnen die Probleme: Wenn auch die Räumlichkeiten dazu vorhanden oder gegebenenfalls zu schaffen sind - es gibt für die erweiterten Aufgaben zu wenig qualifizierte Erzieherinnen. Da nicht nur Bad Breisig zusätzliche Fachkräfte in den Kitas braucht, ist eine regelrechte Jagd auf Erzieherinnen ausgebrochen. „Bewerbungen gibt es genug“, sagt Angela Glas vom Personalbüro der Verwaltung. „Aber Frauen, wie die Kita-Leiterinnen sie brauchen, sind rar. Die Qualifikation ist bei den meisten Bewerberinnen unzureichend.“

Die Leiterinnen der Kinder-Tagesstätten müssen die Ansprüche sehr hoch ansetzen, denn die Betreuung einjähriger Kinder bedarf besonderer Qualifikation der Betreuer. Bleibt nur die weite Sicht auf die Tatsache, dass der Geburtenrückgang die Probleme in absehbarer Zeit von selbst löst. Ein Gesetz mit zusätzlichen Aufgaben (hier: zusätzliche Kita-Plätze für die Einjährigen) ist schnell erlassen. Die für die Kommunen damit verbundenen Probleme werden augenscheinlich nicht bedacht.

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