Julia Klöckner auf Info-Besuch in Wassenach
Landespolitik vor geladenen Lokalpolitikern auf dem Prüfstand
Wassenach. Hoher Besuch in dem 1200-Seelen-Ort Wassenach hoch über dem Laacher See: Julia Klöckner, Chefin der CDU-Landtagsfraktion machte hier während ihrer Wahlkampf-Reise auf Einladung des IHK-Präsidenten und Ortsbürgermeisters Manfred Sattler für einen halben Tag Station. Das funktionierende „Aktive Dorf der Zukunft“ ist eines ihrer Anliegen während ihrer Rundreise durch das Land, und sie nahm bei einer intensiven Besichtigung des schmucken Ortes Wassenach viele Eindrücke für ihre politische Arbeit mit nach Mainz. Manfred Sattler und Stefan Schiel vom CDU-Ortsverband versorgten während des Rundgangs durch die Kommune die charismatische Oppositionsführerin mit wichtigem Hintergrundwissen aus ihrer lokalpolitischen Sicht. Viel Interesse zeigte die Besucherin zum Beispiel für den auf Initiative der örtlichen CDU betriebenen „Dorfladen“, wo einheimische Produkte mit viel Erfolg verkauft werden. Ferb hörte Julia Klöckner bei den Details zu.
Die Teilnehmer des Rundgangs spürten ehrliches Interesse bei der Politikerin, wenn es um Probleme der dörflichen Strukturen ging. Zum nachfolgenden Treffen in der Klieburghalle waren etwa 200 Lokalpolitiker aus der Brohltal-Region geladen, meist CDU-Verantwortliche, aber auch Vertreter anderer Couleur. Der offiziellen Begrüßung durch die Herren Schiel und Sattler folgte ein Referat des CDU-Landtagsabgeordneten Guido Ernst, der sich mit verschiedenen Problemen aus Sicht der CDU im Kreis Ahrweiler befasste. Zum Beispiel machte er dem Auditorium klar, welch schwierige Aufgaben den Kommunen aus den veritablen 10 Prozent ausländischer Mitbürgern erwachsen. Als bildungspolitischer Fachreferent im Landtag beklagte er u. a. auch den unvertretbaren Unterrichts-Ausfall in den Schulen des Landes. Auch Haupt-Rednerin Julia Klöckner legte in ihrem etwa einstündigen Referat die Finger in die landespolitischen Wunden, die der gegenwärtigen Mainzer Regierung zuzuordnen seien. Das finanzielle Desaster des Nürburgrings war eines ihrer Themen. Die (noch vorläufige) Verurteilung des ehemaligen Landesministers Deubel ist für sie „ein Bauern-Opfer, denn in Wirklichkeit gehörten alle Politiker, die dieses Dilemma mit zu verantworten haben, auf die Anklagebank.“ Überhaupt ist für Julia Klöckner der Umgang mit Steuergeldern ein großes Problem. Die miserable Finanzausstattung der Kommunen müsse sinnvoll geändert werden. Es sei den Gemeinden nicht zuzumuten, dass sie finanziell entmündigt würden, indem alles aus Mainz zentral gesteuert werde. „Gebt doch den Kommunen mehr finanzielle Entscheidungsfreiheit, die Lokalpolitiker wissen besser, was man mit dem Geld anfängt“, ist ihre Forderung. Klöckner verweist auf die neuerdings angestrengten juristischen Prozesse einiger Gemeinden gegen die Landesregierung. Ziel: den Kommunen mehr Spielraum zu erkämpfen. Außerdem enthielt die Rede der Oppositionsführerin ein flammendes Plädoyer für die Stärkung des Ehrenamtes. Die vielen, beim Rundgang in Wassenach gesammelten positiven Eindrücke nehme sie mit in ihre politische Arbeit. Sie selbst, in dem Dorf Guldenthal geboren und aufgewachsen, habe den Segen bodenständiger Arbeit für die Öffentlichkeit schätzen gelernt. Und was ihr in Wassenach in dieser Hinsicht präsentiert wurde, habe sie beeindruckt. Solches Lob der lokalpolitischen Arbeit im gastgebenden Ort erzeugte viel Sympathie, ausgedrückt durch lang anhaltenden Beifall; zudem überreichte Ortsbürgermeister Manfred Sattler dem hohen Gast ein von der einheimischen Künstlerin Beate Heinen ins Bild gesetztes, hübsch gerahmtes Goethe-Zitat. Julia Klöckner stellte sich zudem einigen - auch kritischen - Fragen aus dem Auditorium und beantwortete diese mit Souveränität. Gute Anregungen gab sie sofort den Mitarbeitern weiter: möglicherweise hilfreiche Würze für die weitere politische Arbeit. Bald stieg die charmante Vordenkerin der CDU in ihren zum Wahl - Mobil umfunktionierten Kastenwagen und rauschte davon, denn der nächste Ortstermin wartete.
Julia Klöckner hielt eine eindrucksvolle Rede.
Die charismatische Oppositionsführerin Juli Klöckner und ihr Gastgeber, der Wassenacher Ortsbürgermeister Manfred Sattler.
