Politik | 12.09.2014

Mitgliederversammlung beim Grünen-Kreisverband Ahrweiler

Landwirtschaft nicht als Buhmann für Trinkwasserverkeimung hinstellen

Mathias Heeb und Eveline Lemke wurden einstimmig als Sprecher des Kreisverbandes bestätigt

Der neue Vorstand des Grünen-Kreisverbandes Ahrweiler verabschiedete seine Vorgänger (v.l.): Robert Kolle, Eveline Lemke, Felix Pfendtner, Harm Sönksen, Mathias Heeb, Richard Klasen und Carmen Schönknecht.

Bad Neuenahr. Zufrieden blickt Mathias Heeb (Grafschaft-Nierendorf), Sprecher der Grünen im Kreis Ahrweiler, auf die Kommunalwahl vom 25. Mai zurück. „Wir haben ein relativ gutes Ergebnis erreicht und fast überall die Zahl der Sitze in den Kommunalparlamenten ausbauen können.“. Seit seine Co-Sprecherin Eveline Lemke als Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin eine große Mitverantwortung in Rheinland-Pfalz trage, habe sich das auch positiv auf den Kreisverband ausgewirkt: „Wir haben uns weiterentwickelt, sind professioneller und reifer geworden, auch auf unser Image in der Öffentlichkeit positiv ausgewirkt hat.“. Das habe sich bei den Wahlen offensichtlich ausgezahlt. Erfreulicherweise sei die Handschrift der Grünen auch in der rheinland-pfälzischen Landesregierung deutlich zu erkennen. Schwierig geworden sei es allerdings beim Thema Energiewende, „denn das wird stark aus Berlin und von einigen Gruppierungen im Kreis torpediert.“ Vor allem die Freidemokraten und die neue „Alternative für Deutschland“ versuchten, diese mit aller Macht zu verhindern. Doch er sagte voraus: „Wenn wir keine Energiewende schaffen, dann hat es sich auch mit der Natur erledigt, die von denen als Scheinargument aufgeführt wird.“.

Für Windräder in der Grafschaft

Auch im Kreis Ahrweiler werde der Klimawandel mittlerweile deutlich spürbar, beispielsweise durch die ungewöhnlich starken Regenfälle in diesem Drama. „Deshalb kämpfen wir Grünen auch für Windräder in der Gemeinde Grafschaft, wo sie hingehören“, betonte Heeb. Erfreulicherweise hätten sich auch die Differenzen im Grünen-Kreisverband nach der Kommunalwahl gelegt, mittlerweile ergänze er sich mit seinem Amtsvorgänger Wolfgang Schlagwein hervorragend in der Arbeit. Als wichtigste Aufgaben der nächsten Zeit sah er es an, die Mitglieder vor Ort weiterzubilden, „denn wir müssen die Basis fit machen für die Arbeit auf der kommunalen Ebene.“. Derzeit zählt der Grünen-Kreisverband 120 Mitglieder, Tendenz steigend.

Gegen Mülldeponie in der Tongrube Leimersdorf

Aktuelle Themen kamen auch zur Sprache bei der Mitgliederversammlung im Hotel Krupp, zu der 14 Parteimitglieder erschienen waren. Angesichts der Trinkwasser-Verunreinigung der vergangenen Tage bat Heeb darum, die Landwirtschaft nicht als Buhmann anzusehen. Gülle sei eine gesamtgesellschaftliche Problematik im Zusammenhang mit der Massentierhaltung. Die Pläne der Leimersdorfer Tonwerke, aus der Tongrube eine Mülldeponie zu machen, stießen ebenfalls auf einhellige Ablehnung. Gerade erst habe die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in einem Schreiben klargemacht, dass es im ganzen nördlichen Rheinland-Pfalz überhaupt keinen Bedarf für eine Deponie der Klasse eins gebe, schon gar nicht im Kreis Ahrweiler. Weder das Land noch der Kreis oder die Gemeinde Grafschaft wollten eine Deponie in der Tongrube haben, doch der Betreiber habe sich anscheinend in den Kopf gesetzt, einen entsprechenden Antrag zu stellen. „Wir sehen jedoch der Sache gelassen entgegen, denn dafür kann es keine Genehmigung geben“, so Heeb. Allerdings sei dann die Frage zu klären, was mit der Grube geschehen solle. Sie mit Wasser zu füllen sei jedenfalls nicht ratsam, denn das hätte möglicherweise katastrophale Folgen für das Grundwasser, wenn so die Inhaltsstoffe des dort eingebrachten Stabilisats in ausgeschwemmt würden.

„Altes“ Blockheizkraftwerk ist in Wahrheit neu

Stadtratsmitglied Wolfgang Schlagwein (Bad Neuenahr-Ahrweiler) nahm zu Pressekommentaren Stellung, die die Übernahme der Ahrthermen durch die Stadt kritisch sahen und dem Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat vorwarf die Übernahme eines „alten Blockheizkraftwerks“ für 400.000 Euro in ihren Berechnungen vergessen zu haben. „In Wahrheit wurde dieses Blockheizkraftwerk erst 2013 errichtet und ging auch im vergangenen Jahr ans Netz, von der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr gedacht als Maßnahme zur Energieeinsparung.“, berichtete Schlagwein. Laut testiertem Lagebericht der Kur AG könnten damit 220.000 Euro Energiekosten pro Jahr gespart werden. Bei den anschließenden Neuwahlen des geschäftsführenden Vorstandes gab es nirgends eine Gegenstimme. Einstimmig in ihren Ämtern als Sprecher des Grünen-Kreisverbandes bestätigt wurden Eveline Lemke (Badbodendorf) und Mathias Heeb (Nierendorf). Als neuer Geschäftsführer löst Robert Kolle (Bad Bodendorf) Amtsinhaber Harm Sönksen ab, der aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidierte. Neue Kassiererin ist Carmen Schönknecht (Brohltal), sie übernahm das Amt von Felix Pfendtner, der ebenfalls nach 14 Jahren Vorstand nicht mehr weitermachen wollte.

Der neue Vorstand des Grünen-Kreisverbandes Ahrweiler verabschiedete seine Vorgänger (v.l.): Robert Kolle, Eveline Lemke, Felix Pfendtner, Harm Sönksen, Mathias Heeb, Richard Klasen und Carmen Schönknecht.

Der neue Vorstand des Grünen-Kreisverbandes Ahrweiler verabschiedete seine Vorgänger (v.l.): Robert Kolle, Eveline Lemke, Felix Pfendtner, Harm Sönksen, Mathias Heeb, Richard Klasen und Carmen Schönknecht.

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