Politik | 07.11.2015

Obere Ahr-Hocheifel: Wenige Baumaßnahmen schützen hochwertige Gewässer

Lebensfeindliche Engpässe verschwinden

Arbeiten im Eichenbachtal und im Dreisbachtal

: Im Eichenbachtal zwischen den Orten Eichenbach und Lommersdorf sind vier Verrohrungen verschwunden, weil sie Hindernisse für Fische und andere Gewässerlebewesen darstellten. Kreisverwaltung Ahrweiler

Kreis Ahrweiler. Das Naturschutz-Großprojekt Obere Ahr-Hocheifel (OAH) nimmt zwei weitere Etappen. Im Eichenbachtal und im Dreisbachtal stehen Renaturierungsmaßnahmen an. Dort werden bestehende Betonrohre abgerissen, weil sie den Lebensraum der Fische und weiterer Gewässerlebewesen abschneiden. Deren Wanderwege sollen wieder hergestellt werden. Experten sprechen von „aquatischer Durchgängigkeit für wandernde Organismen in den Gewässern“. Die Kreisverwaltung Ahrweiler erklärt Einzelheiten.

Rohre durch Brücken ersetzt

Im Eichenbachtal wurden vier solcher Rohrdurchlässe ersetzt, und zwar durch zwei Brücken mit Stahlbeton-Haubenprofilen, eine Plattenüberfahrt und eine Furt. Die alten Rohrdurchlässe waren lebensfeindliche Engpässe für Tiere und Pflanzen an und im Gewässer. In solchen Rohren erhöht sich die Fließgeschwindigkeit, das Wasser schießt hindurch. Am Auslauf der Verrohrung entsteht meist ein Absturz, eine Art Wasserfall. Für viele Fischarten und andere Bachlebewesen ist dies ein unüberwindbares Hindernis auf ihrem Weg bachaufwärts.

Hohe Priorität

Die Arbeiten im Eichenbachtal zwischen den Orten Eichenbach und Lommersdorf in der Gemarkung Aremberg sind abgeschlossen. Im Dreisbachtal, unterhalb von Ohlenhard, werden zurzeit vier Rohrdurchlässe - einer davon 35 Meter lang - zurückgebaut und durch drei kleine Brücken mit Stahlbeton-Haubenprofilen sowie einer Plattenüberfahrt ersetzt. An diesen Baustellen wird der Pflege- und Entwicklungsplan von OAH umgesetzt. Die Maßnahmen genießen eine hohe Priorität für das Naturschutz-Großprojekt. Denn in den naturschutzfachlich besonders hochwertigen Gewässern lässt sich mit vergleichsweise wenigen Maßnahmen die Durchgängigkeit auf der gesamten Gewässerstrecke wiederherstellen.

Weitere Ziele

Weitere wichtige Projektziele in den Bachtälern sind die Erhaltung und Entwicklung artenreicher extensiv genutzter Grünlandflächen, die Einrichtung von Gewässerrandstreifen sowie die Umwandlung von Nadelholz-Monokulturen in naturnahen Laubwald. Obere Ahr-Hocheifel ist das umfangreichste Naturschutzvorhaben des Kreises Ahrweiler und wird in der Verbandsgemeinde Adenau umgesetzt. Um die wertvollen Gewässerauen am Oberlauf der Ahr weiterzuentwickeln und für kommende Generationen zu erhalten, investieren der Bund, das Land Rheinland-Pfalz und der Kreis Ahrweiler zehn Millionen Euro. Das Gesamtprojekt ist auf 12,5 Jahre angelegt. Weitere Vorteile neben der Ökologie liegen beim Hochwasserschutz, der Landwirtschaft und im Tourismus. - Mehr Info: www.obere-ahr-hocheifel.de

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Ahrweiler

: Im Eichenbachtal zwischen den Orten Eichenbach und Lommersdorf sind vier Verrohrungen verschwunden, weil sie Hindernisse für Fische und andere Gewässerlebewesen darstellten. Foto: Kreisverwaltung Ahrweiler

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag
Dauerauftrag Imageanzeige
Rund ums Haus Daueranzeige
150 Jahre Zeitungstradition
Sonderseiten 150 Jahre Sinziger Zeitung (Personalsuche)
150 Jahre Zeitungstradition
Rund ums Auto
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
408

Passanten hielten die Puppe für eine Leiche

12.07.: Bad Breisig: Puppe im Rhein löst Polizeieinsatz aus

Bad Breisig. Am Sonntagvormittag, 12.07.2026, machten Passanten im Bereich eines Schiffsanlegers am Rheinufer in Bad Breisig eine verdächtige Beobachtung. Sie vermuteten eine menschliche Leiche, da der Körper dem äußeren Anschein nach in einem Stoffsack auf dem Wasser trieb und die Füße nach oben heraus ragten.

Weiterlesen