Politik | 26.06.2014

Gabriele Hermann-Lersch ist neue Stadtbürgermeisterin

„Mir geht es um Bad Breisig“

Norbert Heidgen, Jürgen Sieler und Karl-Heinz Bernardy werden zu Beigeordneten gewählt

Die neue Bürgermeisterin vereidigte ihre Vertreter Norbert Heidgen, Jürgen Seiler und Karl-Heinz Bernardy.

Bad Breisig. Als sie ihre Antrittsrede abschloss, kam Beifall auf im Bad Breisiger Stadtrat. Beifall von allen Fraktionen. Ein guter Start für Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch, die - gestärkt durch ein Bürgervotum von 61,2 Prozent der Stimmen - nun auch offiziell Stadtbürgermeisterin von Bad Breisig ist. An der Seite der Christdemokratin stehen die Beigeordneten Norbert Heidgen (CDU), Jürgen Sieler (FWG) und Karl-Heinz Bernardy (SPD). Die selbstständige Rechtsanwältin Gabriele Hermann-Lersch ist neu in diesem Amt, das bisher Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach in Personalunion mit innehatte. In der vergangenen Legislaturperiode hatte Gabriele Hermann-Lersch sich bereits als Beigeordnete um die Belange der Stadt Bad Breisig gekümmert. Nun wird sie alleinverantwortlich das Amt ausüben. Und sie will „in möglichst allen Belangen auf die Bürger zugehen, sie bei politischen Entscheidungen einbinden“, kündigte sie an. Seit 40 Jahren ist die Juristin in verschiedenen Gremien aktiv und blickte in ihrer Rede auf die Entwicklung der Stadt zurück. „In den 70er Jahren waren wir einige engagierte Jugendliche, die etwas für die Jugend der Stadt erreichen wollten. Wir haben für ein Zentrum unter dem damaligen Kurhaus gekämpft, das schließlich im Lönskeller realisiert wurde. Von dieser Gruppe sind gerade mal Leo Bell und ich im Stadtrat übrig geblieben, die anderen sind weggezogen oder haben sich aus der Politik zurückgezogen“, erzählte die neue Bürgermeisterin. „Wie damals wünsche ich mir auch heute, dass wir alle, egal welcher Fraktion, künftig gemeinsam und ausschließlich am Wohl unserer Stadt zielorientiert arbeiten werden. Mir geht es um die Stadt Bad Breisig, um unsere Heimatstadt. Meine berufliche und politische Fachkompetenz werde ich mit einbringen. Wenn die Stelle eines selbstständigen Stadtbürgermeisters zunächst für einige nur eine höhere finanzielle Belastung bedeuten mag, so kann meine Wahl auf der anderen Seite aber auch zu der einen oder anderen Entlastung führen.“

Schwerpunkte gesetzt

Jetzt müssten zukunftsweisende Aufgaben in Bad Breisig angegangen werden. Das Thema „Römerthermen“ will die Stadtbürgermeisterin ebenso anpacken wie das Projekt „Aktive Stadt“ sowie die Dorferneuerungen Oberbreisig und Rheineck. Das Gewerbegebiet im Norden sei ebenso vorrangig wie die Reparatur der maroden Straßen und die Bereitstellung von notwendigen Kindergartenplätzen in gut ausgestatteten Kindertagesstätten. „Für die Jugend sind die bereits vorhandenen Einrichtungen und Ausstattungen bereitzuhalten und gegebenenfalls auszubauen. Das äußere Erscheinungsbild der Stadt muss den Gast zum Verweilen und den Bürger, der hier lebt, zum Wohnen einladen. Der Tourismus ist für die Stadt ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, die Hoteliers und die Restaurant- und Gaststättenbetreiber sind dabei unsere Partner in der Entwicklung der Stadt“, setzte die Stadtbürgermeisterin weitere Schwerpunkte. Das Vereinsleben will Gabriele Hermann-Lersch weiter fördern und unterstützen. In allen Punkten will sie ihr „Ohr am Bürger haben und Modelle entwickeln, durch die der Bürger möglichst schnell mich und die Verwaltung erreicht“.

Für die Bürger stets erreichbar

Ein „Virtueller Kummerkasten“ auf der Internetseite der Stadt ist ein Wunsch von Gabriele Hermann-Lersch. Persönlich stehe sie jederzeit zur Verfügung. Gemeinsam mit den Bad Breisigern will sie die Themen anpacken, räumt aber auch ein, dass viele Wünsche an der Finanzierung scheiterten. „Vieles wurde bereits auf den Weg gebracht, doch wir brauchen immer neue Ideen und Ansätze. All das muss dann im Rahmen bestehender Finanzierungsmöglichkeiten abgestimmt, Prioritäten gesetzt werden. Das werde ich in enger Zusammenarbeit mit Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach angehen. Unsere Kooperation war in der Vergangenheit sehr gut und wird auch so bleiben.“

„Der Wähler hat entschieden“

Am Ende ihrer Rede forderte Gabriele Hermann-Lersch alle Kommunalpolitiker auf, „jetzt den Wahlkampf zu beenden. Der Wähler hat entschieden. Und er fordert von uns eine thematische Auseinandersetzung mit den Problemen der Stadt und keine Auseinandersetzung mit uns selbst, den Wahlprogrammen oder Ideologien. Wir stehen vor einem Neuanfang. Nutzen wir die Chance, ohne Altlasten miteinander für eine gute Zukunft der Stadt Bad Breisig arbeiten.“ Sicher würden Sachzwänge und Finanzen streitige Diskussionen notwendig machen, was wie angegangen und gefördert werde. Dabei wünschte sich die Bürgermeisterin eine faire, an der Sache orientierte Diskussionskultur, die lösungsorientiert geführt werde und dass „wir als Demokraten gut mit den jeweiligen Abstimmungsergebnissen leben können“.

Beigeordnete gewählt

Die gute Zusammenarbeit mit dem Verbandsbürgermeister sei da ein wichtiger Punkt. Aber auch das Kooperieren mit den drei Beigeordneten sei notwenig. „Wir sind ein Team“, betonte Gabriele Hermann-Lersch. Bei der Wahl zum Ersten Beigeordneten wurde nur CDU-Mann Norbert Heidgen nominiert, er bekam 16 Stimmen bei vier Nein und zwei Enthaltungen. Bei der Wahl des Zweiten kandidierten Jürgen Sieler und Sozialdemokrat Karl-Heinz Bernardy: Sieler 14, Bernardy neun Stimmen. Schließlich wurde dann Bernardy einstimmig zum dritten Vertreter der Bürgermeisterin bestimmt. Vorher hatte Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach die Ratsmitglieder alle per Handschlag begrüßt und sie offiziell ins Amt eingeführt. Dazu gab es für jedes Mitglied ein Kommunalbrevier und den Hinweis auf die Rechte und Pflichten eines Kommunalpolitikers sowie die besondere Pflicht zur Verschwiegenheit und zur Treue.

Die neue Bürgermeisterin vereidigte ihre Vertreter Norbert Heidgen, Jürgen Seiler und Karl-Heinz Bernardy.
„Mir geht es um Bad Breisig“

Im Jugend- und Kulturbahnhof tagte der neue Stadtrat von Bad Breisig.

Die neue Bürgermeisterin vereidigte ihre Vertreter Norbert Heidgen, Jürgen Seiler und Karl-Heinz Bernardy.

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