Das Salonorchester „Ole Guapa“ unterhielt im Hotel „Zur Mühle“ Bad Breisig
Operettenmusik und Schlager meisterhaft gespielt
Bad Breisig. Das Salonorchester „Ole Guapa“ ist in der Quellenstadt nicht unbekannt. So hatte das Hotel „Zur Mühle“ dem Wunsch von Freunden dieser aus der Mode gekommenen Musik entsprochen und das vorzügliche Quintett wieder einmal engagiert. Es konzertierte im voll besetzten Saal des Hotels „Zur Mühle“ über zwei nachmittägliche Stunden. Auch diesmal wurden die vielen Gäste bei Kaffee und Kuchen vorzüglich musikalisch unterhalten und waren von dem Gebotenen begeistert.
Die Musiker des Orchesters „Ole Guapa“ haben sich auf „Wiener Kaffeehausmusik“ spezialisiert, und deren Sound beherrschen sie meisterhaft. Die Besetzung des „Salon-Orchesters“ mit den beiden Geigern Peter Harig und Edda Münchow, dem Klarinettisten und Saxophonisten Gerhard Müller, dem Pianisten Richard Ufer und dem Kontrabassisten Peter Seibeld sind zwar keine Wiener, aber sie haben sich vor etwa 20 Jahren „ganz nebenbei“ der Wiener Musikkultur verschrieben und damit eine Lücke entdeckt.
Die Wiener Musik bezieht ihren Charme vor allem auch aus dem typischen musikalischen Repertoire. Hauptsächlich sind es die alten Melodien aus der großen Zeit der Wiener Operette und der UFA-Filme, Kompositionen von Johann Strauß, Ralph Benatzky, Franz Grothe, Paul Lincke, Michael Jary, Peter Kreuder, Franz Léhar, Fred Raymond, Robert Stoltz, Gerhard Winckler und anderen Musik -Schaffenden der zwanziger, dreißiger und der ersten Nachkriegsjahre.
Heute sind es „Evergreens“, die besonders die älteren Zuhörer begeistern. Sie sind halt mit diesen - aus der Mode gekommenen - Klängen groß geworden und hören sie gerne einmal wieder. Da schwärmt jemand von „Märchenaugen, wie der Himmel so blau“, da erklingt „Ein Walzer im Dreivierteltakt“, da hat wer sein „Herz in Heidelberg verloren“, da träumt jemand von „Einer kleinen Konditorei“, da gesteht ein Liebhaber: „Gern hab ich die Frau’n geküsst“, da stöhnt ein Schwärmer: „Es muss was Wunderbares sein, von dir geliebt zu werden…“ und jemand versichert: „Für eine Nacht voller Seligkeit“ gäbe er alles hin und denkt dabei an „Die Beine von Dolores…“. Da erklingen Lieder, Walzer, Märsche, Foxtrotts und - Tangos. Natürlich auch der argentinische Tango-Ohrwurm „Ole Guapa“, der dem Orchester den Namen gegeben hat. Allesamt Klänge, die es verdient haben, von den fünf Profi-Musikern im Stil der „Guten Alten Zeit“ überzeugend intoniert zu werden.
Unbeschwerte, auch heute noch liebenswerte, weil originelle Musik zum Mitsingen, zumindest zum Mitsummen, und solche Musik gefiel dem Publikum mit seinem höheren Altersdurchschnitt ohne Einschränkung. Man hatte augenscheinlich Freude an dieser Musik der Eltern - Generation und dankte mit viel Beifall den Musikern für diese höchst vergnüglichen, unterhaltsamen zwei sonntäglichen Stunden im Hotel „Zur Mühle“.
