Heidehotels für Wildbienen und Insekten der Wacholderschutzgebiete in Arft eröffnet
Respekt vor der Natur in der Wacholderheide lernen
Arft. Im Rahmen ihrer Projekttage zum Thema „Respekt“ erlebten 30 Schülerinnen und Schüler der 6. bis 9. Klasse der Mayener Albert-Schweitzer-Realschule die Wacholderheide bei Arft in der Vordereifel als nicht alltäglichen Lernort kennen. Trotz Nieselregen und kühler Außentemperatur waren sie zusammen mit ihren Lehrerinnen Lisa Mayer und Julia Albert per Bus nach Langenfeld gelangt und von dort weiter zu Fuß bis zum Wacholderwagen der Wacholderwacht oberhalb von Arft gewandert. Dort wurden sie bereits von den Wacholderwarten Gerhard Krämer, Heinz Drotbohm und Ulrich Siewers erwartet.
„Heidehotels“ gebastelt
Bereits am Tag zuvor hatten die Mädchen und Jungen in der Schule ihre „Heidehotels“ gebastelt. Dank der aktiven Mithilfe von Ulrich Schmitt, selbst Vater eines der Kinder, war die Beschaffung der notwendigen Baumaterialien und der exakte Zuschnitt der Holzteile im Vorfeld gewährleistet. Unter fachkundiger Anleitung entstanden die „Hotelsuiten“ aus ausgebohrten Zweigen, hohlen Gewächshalmen sowie Stroh und Moosen. Dazwischen fanden Mauerziegelfragmente und aufgebohrte Gasbetonsteine eine neue Verwendung. Für den notwendigen Zusammenhalt der einzelnen „Etagen“ wurde korrosionsgeschützter Kaninchendraht aufgetackert und jeder „Hotelneubau“ mit einer Abdeckung aus Teerpappe versehen. Das Ergebnis, sechs neue Insektenhotels für die Wacholderheiden, können sich sehen lassen!
Die Auswahl der Standorte
Eines blieb für die Abschlusspräsentation in der Schule, die anderen wurden bereits am Vortag der Aktion in die Obhut von Gerhard Krämer in Langenfeld gegeben. Auch die Auswahl der Standorte übernahm der pensionierte Pädagoge, der sich mit der Flora und Fauna der Wacholderheiden wie kaum ein anderer auskennt, mit großer Umsicht und Sachverstand. So erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie wichtig die Ausrichtung der neuen Niststätten nach der Sonnenseite für äußerst nützliche Insekten wie Wildbienen, Florfliegen, Marienkäfer oder Ohrwürmer (auch Ohrkneifer oder Ohrkringel) ist. Auch müssten die Lebensgrundlagen dieser Insekten wie Nahrungsquellen oder bestimmte Pflanzen bedacht werden, damit das neue Nistraumangebot von ihnen akzeptiert wird. Die Schülerinnen und Schüler lauschten seinen Ausführungen mit großem Interesse.
Gesammelte Erfahrung
Nach der „kleinen“ Lehrstunde winkte das praktische Erlebnis. Mit Leiter, Draht und Kneifzange „bewaffnet“ ging es zu den zuvor mit buntem Band markierten Bäumen, wo die Insektenhotels künftig verbleiben sollen. Zwei dieser Standorte liegen in der Nähe des Wacholderwagens, drei weitere entlang des Weges hinauf zum Büschberg. Die Montagearbeiten übernahmen aus Sicherheitsgründen die Wacholderwarte. Anschließend posierten die jeweiligen „Bauherren“ vor ihren mit ihren Namen versehenen Werken für ein Erinnerungsfoto. Mit selbst gestalteten Mandalas aus verschiedenen Naturmaterialien wie Ästen, Kiefernzapfen und Holzschnitzeln setzten die Mädchen und Jungen noch ein sichtbares Zeichen ihrer gesammelten Erfahrungen des Tages, bevor es mit dem Bus zurück nach Mayen ging. Den Tag in der Arfter Heide werden sie sicher nicht so schnell vergessen.
