Fußball-Rheinlandliga - SG Bad Breisig
Rheintalstadion entwickelt sich zur Festung
Nach einer torlosen ersten Hälfte schlagen die Quellenstädter die SG Altenkirchen/Neitersen mit 4:1
Bad Breisig. Am Sonntag hieß der Gast im Rheintalstadion SG Altenkirchen/Neitersen. Bereits vor dem Spiel hatte Trainer Keskin seine Spieler gewarnt: „Unsere Gäste werden Beton anrühren, sich hinten rein stellen. Da hilft es nur, die Geduld zu bewahren.“
Und genauso sollte es dann auch kommen. In der ersten Halbzeit taten sich die Kicker um Kapitän Lückenbach schwer. Man ließ zwar den Ball, ähnlich wie beim Handball, im Mittelfeld von rechts nach links und zurück kreisen und versuchte die Lücke zu finden, aber dies gestaltete sich derart schwer, dass es im ersten Durchgang gerade einmal zu drei Schüssen auf das Tor der Gäste reichte. So war es der Kapitän selbst, der sich in der 18. Minute versuchte und am guten Torwart Humberg scheiterte. In der 28. Minute ging ein Fallrückzieher von Edis Ramovic knapp am Tor vorbei und auch Giovanni Lubaki konnte das Leder nicht unterbringen (30.). Die Gäste dagegen nutzten einen Abspielfehler im Breisiger Mittelfeld für ihren einzigen Angriff im ersten Durchgang. Ihr Stürmer ging allein auf Torwart Prangenberg zu. Doch je näher er dem Tor kam, umso hektischer wurde er und verzog freistehend aus kurzer Distanz.
Da im Abstiegskampf nur Siege zählen, setzte Ilkay Keskin alles auf eine Karte und holte Verteidiger Niclas Remark zur Halbzeit aus der Partie. Für ihn kam der offensiver eingestellte Dustin Friese, der seinen Einsatz bereits in der 53. Minute rechtfertigte. Nachdem er die halbe Abwehr der Gäste ausgespielt hatte, zog er aus 20 Metern ab und traf mit einem unhaltbaren Schuss unter die Latte zur viel umjubelten Führung der Quellenstädter. Damit mussten die Gäste aus dem Wiedtal, die ebenfalls jeden Zähler dringend brauchen, ihre Taktik ändern und „aufmachen“. Dadurch ergaben sich weitere Chancen für die Heimmannschaft. In der 59. Minute setzte Friese mit einem Pass in die Tiefe Ramovic ein, der sich nicht zweimal bitten ließ und Torwart Humberg den zweiten Treffer einschenkte. Noch einmal zittern musste der Breisiger Anhang, nachdem überraschend der Anschlusstreffer zum 2:1 fiel (67.). Klatschte der erste Schuss der Gäste noch an den Pfosten, konnte der mitgeeilte Stefan Peters den zurückspringenden Ball dann in den Maschen unterbringen.
Nicht beirren durch dieses Tor ließen sich allerdings die Kicker aus der Quellenstadt. Sie spielten weiter nach vorne, setzten Altenkirchen unter Druck und provozierten so Fehler in der Abwehr. Eine Viertelstunde vor Schluss wurde Jan Rieder in einem Laufduell vom Altenkirchener Verteidiger nur in den Strafraum begleitet, dort jedoch so gehalten, dass er nicht mehr erfolgreich zum Abschluss kam. Daraufhin gab Schiedsrichter Lucas Heep Strafstoß und stellte den „Übeltäter“, da er letzter Mann war, vom Platz. Wie in den letzten Spielen auch, übernahm Edis Ramovic die Verantwortung, versenkte den Ball und erlöste die Zuschauer. Den Schlusspunkt setzte dann Jan Rieder, der in der 81. Minute mit dem 4:1 den Endstand herstellte.
Riesig war die Freude und die Erleichterung nach dem Spiel, denn auch die Konkurrenten im Abstiegskampf hatten fast alle gepunktet, sodass der Sieg eigentlich schon wieder zur Pflicht wurde. Das Team hielt diesem Druck jedoch stand und kann sich damit weiter auf einem „Nichtabstiegsplatz“ halten.
Vorschau
Die nächsten schweren Aufgaben ließen allerdings nicht lange auf sich warten. In der aktuellen englischen Woche reisten die Quellenstädter bereits am Mittwoch, 30. April (Anstoß 19.30 Uhr), nach Mayen, um im dortigen Nettetal-Stadion bei der ebenfalls abstiegsbedrohten TuS anzutreten (Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor).
Vier Tage später, am Sonntag, 4. Mai, um 14.30 Uhr, heißt es dann, die saubere Weste im Rheintalstadion gegen Mülheim-Kärlich zu verteidigen. Kein leichtes Unterfangen, denn im Hinspiel nahm die SG Bad Breisig überraschend drei Punkte aus Mülheim-Kärlich mit nach Hause und die Gäste wollen diese Scharte sicher auswetzen.
