Kirchenchor Oberbreisig
Romantische Wanderung
Auf der naturbelassenen Teilstrecke des Rheinsteigs oberhalb von Leutesdorf in Richtung Hammerstein
Oberbreisig. Die Wandergruppe des Kirchenchors war früh unterwegs auf der naturbelassenen Teilstrecke des Rheinsteigs oberhalb von Leutesdorf Richtung Hammerstein. Angenehm die morgendliche Frische; der Tau auf dem Gras hinterließ noch Spuren auf den Wanderschuhen. In den Lüften zog ein roter Milan majestätisch seine Kreise zur Nahrungssuche. Mit der Route des Rheinsteigs identisch ist zunächst der „Apfellehrpfad auf Streuobstwiesen“ der ARGE Kulturlandschaft Leutesdorf. Entlang des oberhalb der Weinberge verlaufenden Weges zeigte sich eine vielfältige Blumenpracht in herrlicher Farbgestaltung. Ein passender Standort für das dort errichtete und „gut belegte“ Insektenhotel. Eine Pflege der Kulturlandschaft sind auch die am Weg neu gepflanzten Walnussbäume. Schließlich öffnete sich der Blick ins Rheintal: „Was für ein grandioses Panorama“. Die Rheinlandschaft wird dort besonders geprägt, durch die „Andernacher Pforte“, die Enge zwischen dem Krahnenberg auf der Eifelseite und dem Windhäuser Berg, auf der Westerwaldseite. Etwas rheinabwärts die Halbinsel Namedyer Werth, ein Naturschutzgebiet mit dem höchsten Kaltwasser-Geysir der Welt. In gewissen zeitlichen Abständen steigt die weiße Wasserfontäne bis zu 60 Meter in die Höhe. In Namedy fallen besonders ins Auge, das Schloss Burg Namedy (insbesondere bekannt durch die Konzerte der Stiftung des Landes Rheinland-Pfalz Villa Musica) und die St. Bartholomäus-Kirche. Der Rastplatz wurde erreicht; stabiler Tisch und Bänke aus Holz luden ein zur Pause. Der Standort war ideal gewählt. Bis ins Neuwieder Becken hinein und weiter reichte der Blick. Der Ort Leutesdorf und seine sonnenverwöhnten, gepflegten Weinbergslagen waren fast in gesamter Länge zu sehen. Auf dem Rhein war außerdem reger Schiffsverkehr zu beobachten. Nächstes Ziel der Wanderung war die hoch über Leutesdorf gelegene Edmundhütte, die zu den schönsten Aussichtspunkten am romantischen Mittelrhein zählt. Zu Füßen liegt der schmucke Rhein- und Weinort, der erstmals 868 urkundlich erwähnt wurde. Kirchen und Klöster prägen das Ortsbild wesentlich mit. Auffallend die St. Laurentius-Kirche mit dem spätromanischen Turm an der Südseite. Besondere kunsthistorische Schätze in der Kirche sind der romanische Taufstein (um 1230) und die Stumm-Orgel aus dem Jahre 1730. Der schöne Farbton lenkte den Blick auf die barrocke Marienburg am Rheinufer, in der, nach der Anekdote, früher Geister ihr Unwesen trieben. Weiter rechts die Wallfahrtskirche zum heiligen Kreuz (1646/47), die eine Überraschung in der Krypta bietet: Ein barocke Nachbildung des Heiligen Grabes in Jerusalem. Mitten in den Weinbergen das historische „Hochkreuz“. Rheinabwärts ist linksrheinisch die Alkburg in Brohl-Lützing zu sehen und rechtsrheinisch die Burgruine Hammerstein mit besonderer historischer Vergangenheit. Durch verschwiegene Gassen mit malerischen Fachwerk- oder Bruchsteinhäusern ging es zum Rheinufer.
Ein Spaziergang entlang der Rheinpromenade bietet eine Vielfalt von sehenswerten Gebäuden unterschiedlicher Baustile. So unter anderem auf ein doppelgiebeliges Haus, wo 1976 teilweise die Fernsehserie „MS Franziska“ gedreht wurde. Durch das Zolltor mit den historischen Hochwassermarken geht der Blick hin zur sonnenüberfluteten August-Bungert-Allee mit der sog. Löwenburg.
Der gemütliche Abschluss der Wanderung erfolgte im idyllischen Rheingarten des historischen Wirtshauses „Leyscher Hof“. Unter den schattigen Kastanienbäumen sitzend bietet sich ein schöner Blick auf die Silhouette von Andernach: Über den „Alten Krahnen“ hinausschauend prägnant der Mariendom und der Rundturm. Im Vordergrund, geografisch bedingt, der enge Rheinstrom, auf dem „just zu der Zeit“ das Geysir-Schiff „Namedy“ dahin geleitete. Der im rheinromantischen Bewirtungsambiente kredenzte Riesling mundete: Es war ein schöner Tag.
