Ein Glockenguss war der Höhepunkt beim „Maria Laach - Tag“
Spannende Vorführungen und interessante Besichtigungen
Im Rahmen der „Nacht der Vulkane“ wurden den Besuchern zahlreiche Attraktionen geboten
Maria Laach. Bei herrlichem Sonnenschein strömten zahlreiche Besucher nach Maria Laach, wo ihnen anlässlich der „Nacht der Vulkane“ zahlreiche Attraktionen geboten wurden. Während in der Informationshalle des Klosters ein Kurzfilm einen interessanten Einblick in die Geschichte und das Leben des Klosters gab, erfreuten sich die Führungen über das Klostergelände mit Besichtigung der Abteikirche Maria Laach sowie der Wirtschaftsbetriebe der Benediktiner ebenfalls einer großen Resonanz. Vor der Werkstatt „Kunstschmiede“ fanden Schmiedevorführungen statt, zu denen sich ebenfalls viele Besucher eingefunden hatten. Edda Schuster aus St. Johann, die nach einem Praktikum vom Chef der Kunstschmiede, Edgar Rader, die Möglichkeit erhält, am 1. August ihre Ausbildung zur Kunstschmiedin (Metallbauer mit Fachrichtung Gestaltung) in Angriff zu nehmen, erwies sich beim Schmieden kleiner Herzformen als äußerst geschickt. Für die Kinder gab es im Biergarten des Seehotels eine Hüpfburg sowie eine Kinderschmink-Ecke. Außerdem lernten etwa 30 Kinder, die mit ihren Eltern in das Atelier des Seehotels gekommen waren, unter der fachkundigen Anleitung des Geologen und Paläontologen Dr. Andreas Braun unter anderem, wie Goldwäscher im Kleinen arbeiten, um die edleren Steine von den gewöhnlichen zu trennen und unter der Stereolupe - wie ein Edelsteinhändler - die besten Steine auszulesen.
Freunde des schönen Wohnens statteten der Villa Reuther einen Besuch ab, wo Schreinermeister Marc Seiler exklusive Möbel aus seiner Werkstatt präsentierte und ein Koch wertvolle Tipps zum Thema Dampfgaren gab.
„Glockengießen ist immer ein Abenteuer“
Als Höhepunkt des Tages war auf dem Platz vor der Abtei ein Glockenguss angesagt. Zuvor jedoch trafen die Bürgermeister der Verbandsgemeinden Brohltal und Mendig, Johannes Bell und Jörg Lempertz sowie Stadtbürgermeister Hans-Peter Ammel und Nickenichs Bürgermeister Busch gemeinsam mit dem Kaufmännischen Leiter von Maria Laach, Thomas Schäfer, und dessen Assistent Jens Neumann am Hofladen der Familie Ullenbruch ein, um von dort aus bei einem von Michael Ullenbruch geführten Rundgang durch die Landwirtschaft von Maria Laach zunächst ein Hühnermobil hinter dem Hofladen in Augenschein zu nehmen. Die Eier der Hühner, welche auf der Wiese im Schatten der Kirschbäume völlig entspannt picken können, sind bei den Kunden des Hofladens besonders gefragt. Mit 350 Hektar bewirtschafteter Fläche gilt der Hof der Familie Ullenbruch inzwischen als größter Biobetrieb in Rheinland-Pfalz. Die insgesamt 35 Mitarbeiter (darunter einige Teilzeitkräfte) sind hier in Lohn und Brot. Nach einer Führung zu den Kuh- und Schweineställen der Landwirtschaft trafen die Gäste auf dem Platz vor der Abtei ein, wo Bruder Michael Reuter und seine Helfer bereits alle Vorkehrungen getroffen hatten, wie zum Beispiel das Aufschmelzen der Bronze für den äußerst spannenden Guss der 40 Kilogramm schweren Glocke, bei der es sich um eine private „Auftragsproduktion“ handelte. Nachdem die Helfer das noch glühende flüssige Metall in die vorbereitete Glockenform - und den noch verbleibenden wertvollen Rest in zur Aufbewahrung vorbereitete Formen - gegossen hatten, erklärte Bruder Michael unter dem Beifall der Zuschauer, die sich zum Teil schon eine halbe Stunde vor Beginn des Glockengusses einen günstigen Platz ausgesucht hatten: „In den nunmehr vergangenen Sekunden hat sich entschieden, ob die umfangreichen Vorarbeiten sich gelohnt haben. Glockengießen ist immer ein Abenteuer und wir wissen nie, wie es ausgehen wird. Daher kommt auch die Redewendung: Ich bin gespannt wie ein Glockengießer!“
Edda Schuster aus St. Johann, die nach einem Praktikum ihre Ausbildung zur Kunstschmiedin in Maria Laach beginnen wird, erwies sich beim Schmieden kleiner Herzformen als äußerst geschickt.
„Edelsteine im Vulkansand“ lautete das Motto einer von Dr. Andreas Braun geleiteten Aktion.
Das noch glühende flüssige Metall wurde in die vorbereitete Glockenform gegossen. Fotos: SF
Michael Ullenbruch (r.) sprach vor seiner Führung mit den Gästen über die von ihm betriebene Landwirtschaft.
